Siebenundzwanzig Stunden bevor sie beschloss zu sterben, saß Nora Seed auf ihrem schäbigen Sofa, scrollte sich durch die glücklichen Leben anderer Menschen und wartete darauf, dass irgendetwas passierte.

Der erste Satz aus Die Mitternachtsbibliothek

Einer der Romane, von denen ich wünschte, ich hätte die Idee dazu gehabt. Was, wenn es nach dem Tod und vor dem Leben diese Bibliothek gibt, mit all den Versionen des Lebens, die du nicht gelebt hast? Die Version, wo du auf diese Reise gegangen bist. Und die Version, wo du dem Menschen, der dir wichtig war, gesagt hast, dass er dir wichtig ist. Und jede andere Version.

Ich liebe die Idee und ich mag, wie Matt Haig erzählt. Das ist mein erstes Buch von ihm und der Ton ist so, dass ich ihm und Anette Frier sehr gerne zuhöre. Im ersten Drittel läuft alles, wie es soll: Wir lernen Noras Leben kennen und begleiten ihr Sterben, betreten die Bibliothek und ich bin angetan und begeistert und freue mich auf den Rest.

Dieser ist dann zwar total in Ordnung, sodass ich das Buch gern bis zum Ende höre. Dann bleibt aber ein leicht schales Gefühl. Matt Haig kann schreiben und hat wunderbare Ideen, doch bei dieser Geschichte fühlt es sich an, als ob er sie auf sichere Art erzählt hat, statt auszuloten, was noch in ihr gesteckt hätte. Das wäre sicher ein Risiko gewesen und hätte auch scheitern können, aber ich hätte gern gewusst, wie die Geschichte sich dann entwickelt hätte. Jetzt erstmal gucken, was Matt Haig sonst so geschrieben hat.

Die Mitternachtsbibliothek von Matt Haig wurde übersetzt von Sabine Hübner, gelesen von Annette Frier und erschien beim Argon Verlag. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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