Kategorie: Leben (Seite 1 von 267)

Film & Verlosung: Mein Ende. Dein Anfang.

Aron stirbt in den Armen seiner Freundin Nora. Natan muss damit klarkommen, dass seine Tochter an Leukämie leidet. Während er irgendwie Geld verdienen muss, um die Therapie zu bezahlen, muss Nora jetzt neu lernen, wie das Leben weitergehen. Und erkennt, dass irgendwie alles zusammenhängt.

Der Beginn der Films und der Trailer sind mir ein wenig zu dick aufgetragen, zu artsy und ich bin erstmal skeptisch. Aber dann bin ich drin. Ich kann Noras Schmerz und Natans Verzweiflung verstehen. Nicht mitgehen, aber ich verstehe, wieso Menschen so handeln. Ich mag die sehr zurückhaltende Art, wie Emotionen und Szenen gezeigt werden.

Eigentlich eine sehr einfache und zutiefst menschliche Geschichte. Die über
grundlegende menschliche Interessen, wie man sie immer wieder von Freunden und Bekannten erzählt bekommt, weil jemandem im Dorf, in der Stadt oder wo auch immer ähnliches passiert ist. Mariko Minoguchi, die das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat, schafft es aber, diese Geschichte um Liebe und Leid durch ihren Schnitt und die versetzten Zeitebenen neu zu füllen.

Ich mochte den Effekt, dass sich erst im Laufe der Zeit Ahnungen erfüllen und gerade durch diese Szenenanordnung dann doch ganz krasse Twists da sind. Und dann schafft Mariko Minoguchi mit dem Ende einen überraschend schönen Moment, weil sie durch den Film die richtigen kleinen Momente setzt, dass dieses Ende zwar überraschend, aber glaubhaft ist.

Mein Ende. Dein Anfang. trägt mir am Anfang und im Trailer ein wenig zu dick auf, ist aber ein sehr schöner und schön erzählter Film. Ich bin gespannt, was wir in Zukunft noch von Mariko Minoguchi sehen werden. Der Film ist seit dem 4. Juni überall zu bekommen, wo man Filme bekommt.

Gewinnspiel:

Ich darf eine DVD verlosen. Schreibt mir eine Mail (oder einen Kommentar) und sagt mir, auf welches Werk junger Regisseur:innen ihr euch freut.

Einsendeschluss ist Donnerstag, der 16. Juli, 12 Uhr. Der Zufall entscheidet, dann geht die DVD direkt raus. Die Adressen werden für nichts anderes verwendet und direkt danach wieder gelöscht. Viel Erfolg

Film & Verlosung: Berlin Alexanderplatz, ab 16. Juli im Kino

In meinem Kopf ist Berlin Alexanderplatz einer der Romane, „die man gelesen haben sollte“, ich es aber nicht getan habe. Ich kenne die grobe Geschichte, die Themen und die Arbeitsweise von Döblin, habe das Manuskript oft genug im Literaturmuseum der Moderne gesehen. Aber gelesen habe ich es nicht. Und ich war extrem skeptisch, was eine „neue Interpretation des Stoffes“ anging. Auch der Trailer war mir zu mystisch, zu bunt, zu episch. Aber dann komme ich drei Stunden später aus der Pressevorführung, es ist wieder Stuttgart und früher Mittag und bin ziemlich überrascht, im positivsten Sinn.

Weil der Film alles einhält, was ich mir nicht vorstellen konnte. Burhan Qurbani erzählt ein schillerndes, neonfarbenes Epos voller Liebe und Leid. Über Francis, geflüchtet aus Guinea-Bissau, der eigentlich nur ein gutes Leben führen will, aber immer wieder neu scheitert, bis er daran zerbricht.

Klar sind drei Stunden ein Brett und an manchen Stellen hätte es für mich auch ein wenig kürzer sein können. Manchmal sind mir die Gefühle zu krass aufgedreht und Voice-Over Monologe zu pathetisch.

Aber all das sind Kleinigkeiten. Qurbani schafft es, die Themen des Romanes tatsächlich zu adaptieren, in unsere Zeit zu bringen. Manchmal erinnert er mich ganz positiv an die Serienverfilmung von American Gods und an Moulin Rouge und Romeo und Julia von Baz Luhrmann. Und die drei wichtigsten Figuren werden von Welket Bungué, Jella Haase und Albrecht Schuch großartig gespielt. Besonders Schuch hat mich extrem begeistert.

Berlin Alexanderplatz ist kein Film zum nebenbei gucken. Ein großartiges Werk, dass mich positiv und eindrücklich überrascht hat. Ab 16. Juli im Kino.

Gewinnspiel:

Ich darf 1×2 Tickets und Buchvorlage verlosen. Schreibt mir eine Mail (oder einen Kommentar) und sagt mir, welches euer „sollte man gelesen haben, habe ich aber nicht“-Buch ist.

Einsendeschluss ist Donnerstag, der 9. Juli, 12 Uhr. Der Zufall entscheidet, dann gehen die Tickets und das Buch direkt raus. Die Adressen werden für nichts anderes verwendet und direkt danach wieder gelöscht. Viel Erfolg!

Comic: Hellboy, Kompendium 1

Ich bin comictechnisch mit Lustigen Taschenbüchern aufgewachsen und kannte Superhelden nur aus Filmen. So auch Hellboy, den ich tatsächlich ganz gut fand. Jetzt also die Comics. Über das Wesen aus der Hölle, das heraufbeschworen wurde und „auf der guten Seite“ kämpft.

Ich kenne aus den Filmen zumindest Teile der Geschichte, was mir den Einstieg leichter macht. Ich muss mich erstmal an den Zeichenstil gewöhnen, aber ich mag den Sarkasmus von Hellboy und die düster-witzigen Geschichten, die sich selbst nicht immer ganz ernst nehmen.

Weil es das K0mpendium ist (erste von vier), kann ich mich knapp 500 Seiten in die Welt vertiefen, in der ich mich immer wohler fühle. Mehr noch, ich mag die Anmerkungen und Entstehungsgeschichten, die Mignola in diesem Band erzählt, samt aller Anspielungen und Mythen, die er verarbeitet. Wie schön, zu lesen, aus welchem Umständen und Zufällen welche Geschichten entstehen. Kaum Autorïnnen machen das, schade eigentlich, weil ich glaube, dass Menschen mehr über das Geschichten erzählen lernen könnten.

Mike Mignola vermischt in Hellboy Popkultur, Mythologie und eine ganze Bandbreite an Emotionen. Klar, oft ist es nur übertriebene Gewalt und actionreiche Unterhaltung. Aber vielleicht brauchen wir manchmal einen Jungen aus der Hölle, um zu verstehen, wie wir uns selbst verhalten und wie wir uns ändern können. Und jetzt freue ich mich auf die restlichen Kompendien

Hellboy, Kompendium 1 von Mike Mignola und John Byrne, Mark Chiarello, Dasve Stewart, Matthew Hollingsworth und James Sinclair, wurde übersetzt von Gunther Nickel und Michael Groenewald und erschien bei Cross Cult. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Löffelliste 1: Den Fiat auf die Straße bringen

Auf meiner sowieso sehr kurzen Liste der Dinge, die ich getan haben möchte, steht, mein erstes Auto wieder auf die Straße zu bringen. 2012 habe ich den Fiat hergeholt, nach einer kurzen Phase auf der Straße gabs Probleme mit dem Motor und für etwa 6 Jahre habe ich ihn eingemottet. Letztes Jahr dann haben wir ihn wieder rausgeholt und repariert. Zwei Tage die Hände voller Öl und kleinsten Teilen.

Dann kam Corona dazwischen und der Wagen stand wieder ein paar Monate. Bis ich ihn letzte Woche angemeldet habe. Jetzt ist er da und bereit, vielleicht den nächsten Punkt auf meiner Liste zu streichen.

Was übrig bleibt: „One moment you wanted to clonk them on the head for being your sister, or someone else’s…“

“One moment you wanted to clonk them on the head for being your sister, or someone else’s sister, and the next you wanted to … actually, we didn’t know what we wanted the next, but it was something, something.”

High Fidelity – Nick Hornby
Originalpost auf „was übrig bleibt“, eine Sammlung unterstrichener Sätze, gefundener Worte & liegengebliebener Gedanken aus Büchern, die wir lesen und lieben.