Kategorie: Erinnerungen (Seite 1 von 27)

Mein 2022 als Liste

Wie 202120202019 und 2018: Über Freunde, die über keine sozialen Netzwerke verfügen, kommt diese Liste. Ich liebe sie, weil sie diesen Freundeskreis trotz allen Abstands immer wieder zusammenführt.

Das beste Buch / die besten Bücher im Jahr 2022 gelesen:

So richtig begeistert haben mich dieses Jahr Candy Haus von Jennifer Egan, Haha Heartbreak von Olivia Kuderewski und Gehen, ging, gegangen von Jenny Erpenbeck.

Honorable Mentions: Fairy Tale von Stephen King, Die Träume anderer Leute von Judith Holofernes und RCE von Sibylle Berg.

Verlag 2022:

Dauberbrenner Haymon. Wir arbeiten gemeinsam am nächsten Buch und es wird großartig. Unter anderem, weil ich das Glück habe, mit diesen wunderbaren Leuten zusammenzuarbeiten.

Die besten Stellen:

Seit mehr als zehn Jahren sammele ich meine Lieblingsstellen aus Büchern.

Größte literarische Enttäuschung des Jahres:

Mieses Karma von David Safier. Ich hab mir früher echt gern seine Romane angehört, da sind das schöne Geschichten zum runterhören gewesen. Auf einer Reise ohne Internet und mit nur einem Buch (eigene Schuld, ich weiß) habe ich mir das aus einer Bücherkiste genommen. Was als Hörbuch gut funktioniert, kann ich selbst kaum lesen. Hab’s durchgezogen, aber werde das nie wieder machen.

Bücher, auf die man sich 2023 freut:

Gerade lese ich Momo von Michael Ende, zum ersten Mal nach knapp 20 Jahren wieder. Und danach kommen Zensus von Jesse Ball und Morgen, Morgen und wieder Morgen von Gabrielle Zevin dran und ich bin sehr gespannt.

Aber natürlich freue ich mich am meisten auf mein eigenes Buch. Und hab auch die größte Angst davor.

Bester Film:

Ich mochte She said, Einfach mal was Schönes und Everything, everywhere all at once. Aber ein neuer Lieblingsfilm war nicht dabei.

Beste Serie:

Andor, For all Mankind, die letzte Staffel This is us.

Bestes Konzert:

Das ganze Watt en Schlick Festival, ganz besonders aber Danger Dan und Noga Erez. Das hat mich nachhaltig begeistert.

Bestes Lied/Stück:

– Noga Erez „Nails“
– Danger Dan „Gute Nachricht“

Beste*r Musiker*in:

Noga Erez. Da war auf dem Festival die ganze Zeit Musik und wenn ich die Namen nicht kannte, dann hab ich da nur mit halbem Ohr zugehört. Als als Noga Erez auf die kommt, braucht es nur ein paar Beats, bis wir ganz vorne stehen. Das war richtig krass.

Bestes Spiel:

Fortnite. Ich hab mit letztes Jahr eine Playstation 4 gekauft, als alle dachten, sie bekommen die 5er. Immer wieder versinke ich in Spielen, bis mir ein Freund Anfang des Jahres sagt, er spielt Fortnite. Und ich lache und denke Spiel für 11jährige. Denke dummes Ballerspiel. Denke teures Geld-aus-der-Tasche-ziehen. Aber wenn er das sagt, dann schau ich mir das mal an. Ist nun also ein paar Monate her und seitdem habe ich nur zwei andere Spiele angespielt. Es macht Spaß, mit Menschen zu spielen, die ich kenne. Gemeinsam über diese Insel zu rennen und zu versuchen zu überleben. Und nebenher über das Leben mit all den Tiefen und Höhen zu reden. Es ist ein bisschen wie auf einer WG-Party in der Küche. Du unterhältst dich da mit jemandem, den oder die du kaum kennst und gerade deshalb kannst du viel tiefer, viel verletzlicher sein. Ähnlich ist es, wenn du auf einer Ebene eben gerade versuchst, dass du im Spiel nicht zu früh stirbst. Ich tauche da gerade sehr gerne ein.

Der eigene Höhepunkt 2022:

Ganz viele meiner Sorgen zu überwinden und mit dem Camper in Schweden sein. 5 Wochen, 9000 Kilometer, 15 Nationalparks. Sven Hedin war schwedischer Geograph und Abenteurer, eines seiner bekanntesten Zitate ist „Von all den Sorgen, die ich mir gemacht habe, sind die wenigsten eingetroffen.“ Daran musste ich immer wieder denken und mich daran gewöhnen, dass es okay ist, ist Sorgen zu haben und dann zu verstehen, dass sie nicht eintreten.

Der eigene Tiefpunkt 2022:

Ich bin natürlich unfassbar dankbar für Haymon und die Möglichkeit, für sie noch ein Buch zu schreiben. Aber das ist das erste Mal, das ich ein Buch auf eine Deadline hin schreibe. Bisher hatte ich immer Jahre und hab gehofft, dass es endlich irgendjemand haben will, das aktuelle Manuskript. Das ist 2019 passiert und damit habe ich Punkt 1 meiner Bucket List abgearbeitet. Punkt 2, mehr Bücher schreiben, kommt nun direkt danach. Aber es ist eben neu. Und das macht mich unsicher. Und mitten im Schreiben, nachdem ich die ersten Rückmeldungen hatte, wusste ich überhaupt nicht, ob ich das überhaupt kann. Hab das Buch vor lauter Szenen nicht gesehen. Und im August habe ich so sehr an mir und meinem Können gezweifelt, dass ich mich wirklich gefragt habe, ob dieser Wunsch „Bücher schreiben“ wirklich richtig ist.

Jetzt bin ich da durch und ich glaube, wir haben ein tolles Buch gemacht und ich bin da sehr dankbar für. Aber ich weiß auch, dass ich nächstes Mal Dinge anders machen muss.

Schönste Erinnerung(en):

Wahrscheinlich die zusammengefasste Erinnerung an die Zeit in Schweden. Da hat sich richtig viel richtig gut angefühlt.

Was 2022 übelst gefehlt hat:

Wir waren viel Reisen und ich habe dieses Buch geschrieben. Und einen neuen Roboter gebaut und zwei Hochzeiten als Trauredner bestritten. War alles toll, hat mir aber auch Zeit für Workshops genommen. Davon musste ich einige absagen und tat mir richtig weh, weil ich die richtig gern mache.

Das Jahr zusammengefasst:

Immer noch Sven Hedin: Von all den Sorgen, die ich mir gemacht habe, sind die wenigsten eingetreten.

Der peinlichste Moment:

Glücklicherweise nichts, was sich richtig tief eingegraben hat in das Gedächtnis.

Ein unentdecktes Talent, das endlich entdeckt wurde:

Einigermaßen okay Nagellack auf die eigenen Fingernägel bekommen.

Die ersten Male:

  • Nagellack tragen. Auf der Reise in Schweden haben wir viele Podcasts und Gespräche gehört und uns natürlich auch viel über toxische Männlichkeit und Vorbilder unterhalten. Und ich sag so, ich hab eigentlich kein Problem damit Röcke zu tragen, oder Nagellack, aber Röcke find ich irgendwie nicht praktisch. Und Nagellack, da bin ich zu faul für. Das hat eine Freundin mitbekommen und so hatte ich kurz nach Schweden zum ersten Mal lackierte Fingernägel. Erstmal musste ich mich selbst dran gewöhnen, wie damals beim Tattoo. Immer irritierend, runterzusehen und da ist Farbe, wo mehr als 35 Jahre keine war. Und dann musste ich mich daran gewöhnen, plötzlich Komplimente für einen Aspekt meines Aussehen zu bekommen, das mir meist egal ist. Ich bin aber tatsächlich meist immer noch zu faul, deshalb trage ich ihn, bis er richtig gebrochen ist oder auf einem Finger gar nicht mehr vorhanden. Dann kommt neuer drauf.
  • Nagellack kaufen.
  • Bis in den Polarkreis fahren.
  • In Dänemark, Norwegen und Schweden sein.
  • Ein Buch auf Deadline beenden.
  • Ein ganzes Jahr mit einem Hund im Haushalt verbringen und mit verantwortlich sein.
  • Und beim letzten Essen des Jahres: mir eine Blase am Gaumen holen.

Was man 2022 gelernt hat:

Es ist okay, genügsam zu sein und zufrieden mit dem, das ich habe. Es ist aber genauso okay, meine Komfortzone zu verlassen und sich diesen Sorgen auszusetzen, die dann meist nicht eintreten. Jip. Das hat mein Jahr geprägt.

Was man 2022 vor allem hinter sich lassen will:

  • All die großen Dinge, die uns in den letzten Jahren passiert sind und die niemand braucht.
  • Grundsatzdiskussionen

Worauf man sich 2023 freut:

  • Mein Buch und all das Drumherum.
  • Ein paar der Ideen und Projekte, die in meinem Kopf wachsen, zu realisieren.
  • Zeit mit guten und lieben Menschen und Wesen zu verbringen.
  • Umarmungen?
  • Euch.

Uns allen das beste 2023. Liebe, Fabian.

Bericht: „Brüchige Männlichkeit“ im Literaturhaus Stuttgart am 16.11.22

Ein Mittwochabend, diese drei Männer zusammen mit Carolin Callies auf der Bühne und zwischen den Besucher:innen ziemlich viele leere Stühle. Komisch eigentlich, sagt auch Stefanie Stegmann, Leiterin des Stuttgarter Literaturhauses. Im Vorfeld sei diese Veranstaltung die gewesen, auf die sie am häufigsten angesprochen worden ist. Und im Livestream sähe das auch nochmal anders aus. Hier im Saal gehöre ich zu den jüngsten und und bin mit wenigen anderen Männern weit in der Unterzahl.

Joachim Zelter, Heinz Helle und Frank Rudkoffsky haben mit „Professor Lear„, „Wellen“ und „Mittnachtstraße“ jeweils einen Roman geschrieben, der sich unter anderem mit dem Motiv brüchiger Männlichkeit auseinandersetzt, mit der Dekonstruktion dessen, was wir als „Mann“ und „männlich“ sehen.

Die drei lesen einen Ausschnitt, eine Ahnung dieser Dekonstruktion und reden danach mit Carolin und miteinander. Keine Diskussion, weil die Leute auf der Bühne sich einig sind, mehr ein sich ergänzendes Gespräch. Das ist schön, die vier funktionieren gut auf der Bühne, machen Spaß und sind sympathisch. Aber bei den Menschen, die zu dieser Veranstaltung kommen, rennen sie natürlich offene Türen ein. Hier sind alle der Meinung, dass Männer auch weinen dürfen. Dass Männer ihren Anteil leisten müssen, Frauen nicht nur Raum zu geben, sondern sie auch darin zu unterstützen. Und dass es noch viel zu tun gibt.

Spannend wird es, als Fragen aus dem Publikum kommen. Wir sind nämlich so wenige, dass sich das zu einer Diskussion im ganzen Raum ausspinnt, nicht nur zu einem Hin und Her zwischen Bühne und Publikum. Warum also sitzen selbst bei diesem Thema nur Männer auf der Bühne? Und wem genau erzählen Männer was von Schmerz und Wut und Tränen? Und wie soll es jetzt weitergehen?

Heinz Helle gibt auf die Frage, warum Männer solche Dinge erzählen und hinterfragen sollten, eine Antwort, die ich zuerst von Chimamanda Ngozi Adichie gehört habe und die seitdem sehr in mir nachklingt: Noch sind lange nicht alle Männer auf dem Stand der drei auf der Bühne und einige hören leider nur anderen Männern zu. Deshalb müssen besonders Männer Feministen werden.

Ich habe oft genickt an diesem Abend und habe neue tolle Menschen kennengelernt, aber ich bin in vielen Fragen genauso ratlos, wie vorher auch noch. Ist noch viel zu tun. Und ich freue mich auf den nächsten Abend dieser Art, der vielleicht ein paar Antworten liefert.

Du auch, ja?

Jakob ist tot. Jakob war ein Freund meines Vaters und heißt nur für diesen Text so. Er war nur etwa 15 Jahre älter als ich und hatte schon immer nicht so viel Glück, was das Soziale, die Arbeit oder das Leben anging. Aber die Musik! Darüber lernten mein Vater und er sich kennen, sie spielten bei uns im Musikzimmer.
Manchmal kam er, auch wenn mein Vater nicht da war. In seiner Mietwohnung konnte er nicht so laut sein wie bei uns im Haus. Dann sagte er kurz Hallo und wir redeten oberflächlich, aber nett, bevor er nach unten ging. Jakob hatte psychische und physische Probleme, die ihn begleiteten, solange ich ihn kannte.
Dann schrieb mein Vater Mittags in der Familiengruppe, dass Jakob gestorben sei, mehr wisse er nicht. Abends kam ich vorbei, die letzte Station einer längeren Reise, bevor es für mich nach Hause ging. Ich umarmte meinen Vater zur Begrüßung, hielt ihn ein wenig fester als sonst und sagte, es tut mir so leid. Mein Vater, den ich wirklich selten habe weinen sehen, verkrampfte sich und schob mich weg. Schon okay, sagte er, drehte sich um und ging in die Küche. Ich hinterher, mit Abstand und Pause. Weißt du denn schon mehr?
Nein, sagte er, ich rief an und sein Bruder war am Telefon. Sie wissen auch nicht mehr.
Wieder Schweigen, dann fragte er, wie die Reise war und für etwa eine Stunde redeten und lachten wir, fast so wie wir es immer taten. Nur, dass er manchmal stockte und sagte, Entschuldigung, ich bin ein bisschen traurig. Ich nickte dann immer, verständlich. Soll ich dich in Ruhe lassen? Aber er schüttelte den Kopf und wir redeten und lachten weiter.
Nach einer knappen Stunde suchte ich mir einen Zug und fragte, ob es okay ist, wenn ich den nehme. Oder soll ich noch dableiben? Er schüttelte nachdenklich den Kopf, alles Okay, ich muss das erstmal verarbeiten.
Aber während ich meine Schuhe anzog, stand er plötzlich auf der Treppe, meinte, ich begleite dich zum Bahnhof. ich sagte, wenn wir stramm laufen, dann gern. Wenn ich schnell laufe, brauche ich normalerweise 16 Minuten, wir hatten noch 18. Mein Vater nickte und wir liefen los und waren kaum aus dem Haus, als er begann.
Ich rief an, weil ich eine Woche nichts von ihm gehört habe. Und dann war sein Bruder dran, was mich schon überrascht hat. Und er sagte mir, Jakob sei verstorben, wohl irgendwann am Wochenende. Sie wissen noch nicht woran, aber sie halten mich auf dem Laufenden.
Irgendwann sage ich, das fühlt sich für mich alles nach Selbstmord an. Mein Vater nickt, ja. Aber er hatte mir versprochen, das nicht zu tun.

16 Minuten später sind wir am Bahnhof, haben in der Zwischenzeit über Jakob und sein Leben geredet und dann kommt der Zug. Wir umarmen uns und ich sage in der Umarmung, Papa, wenn was ist, dann melde dich. Er nickt und sagt, du auch, ja?

Meine Klimastreik-Schnappschüsse

  • Der Autofahrer, der abbiegt, als wir auf dem Weg zur Demo sind, und uns mit vielleicht 30 Zentimeter schneidet. Ich schreie ihm hinterher, er steigt in die Bremsen. Über sein offenes Dach erkläre ich ihm, dass, wenn er abbiegt, ich Vorrang habe und er antwortet, Schwachsinn. Ich habe ein Auto. Dann müssen Fußgänger immer warten.
  • Die Grundstimmung auf der Demo ist Lächeln und Aufmerksamkeit und Herz.
  • Immer wieder bekannte Gesichter zu sehen oder Menschen, die solange gucken, dass ich ihnen mein „Schön, dass du da bist“ Schild zeige. Auch nach der Demo auf dem Weg nach Hause.
  • Der Typ, der neben mir auf die Bahn wartet und die Nachrichten auf dem Werbescreen über die Demo mit „Klimaschwänzer“ kommentiert. Als ich sage, dass ich auch da war, dreht er sich kommentarlos weg.
  • Ein halbes Dutzend angefangene Gespräche, deren Enden sich beim Laufen verlieren, was auch okay ist.
  • Befriedigt nach Hause kommen, keine Ahnung, ob das was gebracht hat, aber mitgemacht zu haben. Und wieder mitzumachen.

Bericht: Die Hörmich 2019

Ich konnte nicht glauben, dass es seit 2013 eine eigene Hörspielmesse gibt, von der ich noch nie gehört habe. Bis zum Sommer diesen Jahres. Also war klar, dass wir (Chantal und ich) da sein werden.

Der Pavillon in Hannover ist ein Kulturzentrum, das ganz schön cooles Zeug macht, unter anderem diese Messe. Es gibt ein paar Räume, zwei Säle und Theaterbühnen, offen für alle Arten von Gemeinschaften. Für einen Tag im Jahr ist der Pavillon voller Hörspielfreund-, Sprecher- und Produzentïnnen, die sich durch die Gänge schieben. Im großen Saal gibt es Programm, die Messe selbst streckt sich auf drei Räume und das Foyer.

Als wir ankommen, eine Stunde nach Eröffnung, schieben sich Massen an Menschen durch die Gänge. Eine Mischung aus Fanconvention (Ein Raum gehört dem Northern Outpost, den Star Wars Fans Hannover und ist voller Cosplayer, Merchandise, Ausstellungsstücken und mittendrin Hans-Georg Panczak, der deutschen Stimme von Luke Skywalker. Ein anderer ist den Masters of the Universe gewidmet.), Markt für alte Kassetten, Bücher und Schallplatten und Ständen mit neuen Hörspielen.

Die erste Runde durch die paar Räume ist (abgesehen von den echt vielen Leuten) schnell durch und im Vergleich zu den Buchmessen ist das Angebot extrem klein. Erstmal. Weil nach der ersten Ernüchterung das Hallo kommt. Da sind die Freunde des Ronin Hörverlages, ich treffe Robert Frank endlich mal persönlich, Santiago Ziesmer springt auch rum (mit ziemlich coolem Shirt) und dann sind da auch die Sprecherkollegïnnen und natürlich ganz viele neue Menschen mit ähnlichen Interessen.

Jemand kennt jemanden, der dich kennt und ziemlich schnell stehen wir in verschiedenen Kreisen und reden und Leute müssen sich an uns vorbeidrücken, wie wir uns vorher vorbeidrücken mussten.

Zwei Dinge, dir mir sehr aufgefallen sind: Alle sind auf Augenhöhe. Egal ob die Jungs vom Spezialgelagert Sonderpodcast (mit einem wunderschönen Modell des Schrottplatzes von Justus Jonas Onkel), Ivar Leon Menger oder Dagmar Bittner (die beim neuen Hörspiel um Hugo, das Schlossgespenst, dabei ist), jede und jeder kommt gern mit dir ins Gespräch, hört dir zu und erzählt. Der Tag fühlt sich extrem familiär an, auf die schönste Weise.

Und: Ich war noch nie auf einer Veranstaltung, die einen so großen Anteil an Menschen mit Behinderung hatte. Sehr viele Leute waren mit Blindenstöcken und Rollstühlen unterwegs und ich musste mich erst an die Situation gewöhnen. Wie wenn man aus Stuttgart in eine Stadt mit Radwegen und Radfahrern kommt, dann muss man sich erstmal daran gewöhnen, anders über die Straße zu gehen. Ähnlich war das für mich auf der Hörmich. Und dann war es genauso schön.

Statt also nach einer Stunde zu gehen, wie es sich nach dem ersten Rundgang anfühlte, blieben wir, bis die Stände abgebaut wurden, immer noch im Gespräch mit unterschiedlichen Leuten. Und gingen dann mit vielen neuen Ideen, Gesichtern und Lächeln.

Ja, irgendwie ist die Hörspielszene klein und nerdig, aber sie ist auch herzlich und offen und ziemlich ansteckend. Nächstes Jahr sind wir dann wohl wieder bei der Hörmich.