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Hallo 2014. Wunsch- und Vorsatzvorschläge

  • Pflanze einen Baum.
  • Schreibe einen Brief. Mit der Hand.
  • Bringe jemand Fremdes zum lächeln.
  • Lerne etwas neues.
  • Lese ein anderes Buch.
  • Kaufe weniger.
  • Erwarte weniger.
  • Lerne die Regeln.
  • Breche die Regeln.
  • Komme an.
  • Reise mehr.
  • Verwende die Worte „aber“, „vielleicht“, könnte“ und „glaube“ weniger.
  • Umarme mehr.
  • Tu, was du willst.

10 Jahre auf Poetry Slam Bühnen

Anfang 2003 drückte mir mein damaliger Deutschlehrer einen schlecht ausgeschnittenen und auf rotes Papier kopierten Flyer für den ersten Pforzheimer Poetry Slam in die Hand. Pforzheim, die Stadt meines Gymnasiums. Mein Lehrer wusste, das ich schreibe und damals war Slam Poetry noch um einiges unbekannter, als heute, sodass die gesamte Rückseite des Flyers mit einer Erklärung bedruckt war. Da konnte man auf einer Bühne seine selbstgeschriebenen Texte vortragen. Ich hatte erst im Jahr zuvor mit dem Schreiben begonnen – Warum Fische Treppen hassen ist mein erster Text – und ich hatte Lust, meine Texte anderen vorzutragen. Also bin ich damals im März 2003 mit meinem Vater und ein paar Freunden ins Kupferdächle um dort auf der Bühne zu stehen. Damals noch mit Dreadlocks, Rocket eBook und einer sehr geringen Ahnung vom Sprechen.

Jetzt haben wir Ende 2013, ich habe immer noch lange Haare, eine Brille und eine Ahnung, dass ich keine Ahnung vom Sprechen habe. Und ich wollte dieses Zehnjährige zumindest kurz erwähnt haben. Ich habe in den zehn Jahren in der Slamily viele tolle Menschen kennengelernt, sehr viele Einladungen angenommen und bin ein wenig rumgekommen. Ich bin nie wirklich auf Tour gegangen und bin extrem viel weniger aktiv und motiviert als andere in der Szene, aber das ist okay. Ich mag die Leute und die Art und die Texte und die Gespräche und das Gefühl und die Umarmungen. Aber ich mag auch noch viele andere Sachen neben dem Slammen. Also bin ich mal mehr, mal weniger dabei, aber immer mit einem guten Gefühl, welches ich nicht missen will. Und ich glaube, ich werde auch immer mal wieder noch auf einer Bühne stehen.

Danke dafür.

Eigentlich war dieses Jahr noch ein bisschen was zum Jubiläum geplant. Eine Kurzgeschichtensammlung beispielsweise. Aber hej, dann kam das Leben mit all seinen anderen tollen Sachen dazwischen. Ich kann zumindest versprechen, es folgen weitere Bücher. Kurzgeschichten genauso wie Romane. Leider kann ich nie sagen, wann. Aber auch das ist okay. So bleibt das spannend. Ich sage noch einmal Danke und freue mich, euch bei Auftritten dabei zu haben. Auf die kommenden zehn Jahre.

Vielen Dank für die schöne Melodie.

Dies ist nicht meine Geschichte. Sie ist dem Freund einer Freundin passiert. Ich finde sie nur so schön, dass ich sie aufschreibe.

Die Oma bekommt zum ersten Mal ein Handy und ihr wird das SMS schreiben beigebracht. Also tippt sie darauf los und verschickt freudig SMS an die ganze Familie. Der Enkel versucht sie dann irgendwann auf dem Handy anzurufen, aber sie nimmt nicht ab. Er probiert es nochmal und wieder nimmt sie nicht ab. Stattdessen kommt kurz darauf eine SMS: Lieber Enkel, vielen Dank, dass du mir die schöne Melodie geschickt hast.

Das Leben ist ein Erdbeben: Mehr als 1000 Downloads!

Eigentlich wollte ich das schon vor ein paar Tagen verkünden: Auf der Hauptdownloadseite hat „Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen“ die 1000 Downloads-Marke geknackt! Yeai! Und dabei ist das ja nur die Ursprungsquelle. Yumpu meldet 154286 Aufrufe. bei Issuu sind es 5143 Aufrufe. Für knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung bin ich sehr sehr zufrieden. Danke dafür!

Straßenpoesie: Was ist Glück?

für Simon

 

Und du fragst, was ist Glück?

Glück ist, Hunger nur vor dem Esssen zu haben,

sagt der Junge auf dem Plakat in der U-Bahn.

Glück ist, sich nochmal von dem Menschen verabschieden zu können,

sagt die alte Frau neben dem Grab und den Blumen.

Glück ist, neben dir aufwachen zu können,

sagt die Wochenendbeziehung am Wochenende.

Glück ist Glück ist Glück ist Glück,

sagt der Fan von Gertrude Stein.

Glück ist, die Bahn zu erwischen,

sagt der Vater.

Glück ist, zu wissen, niemals zu Wissen, was

Glück ist und alles für Glück halten zu können.

Und du sagst, dann habe ich ja Glück. Während du die Kamera hältst und allein in dieser Nacht 18 Stunden Glück erfahren durftest.