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Roman: Der Fall Jane Eyre von Jasper Fforde

Mein Vater hat ein Gesicht, das eine Uhr stoppen kann.

Der erste Satz aus Der Fall Jane Eyre

Ich mag die Trilogie über die letzte Drachentöterin von Jasper Fforde und ich wusste, diese Reihe über Thursday Next – der Literatur-Agentin, die in die Bücher und Geschichten steigt, um Fälle zu lösen – soll großartig sein.

Also mal angefangen. Und ja, ist schon ganz cool, diese Geschichte über Thursday, die versucht, die entführte Jane Eyre zu retten. Gespickt voller Anspielungen auf die Weltliteratur und gleichzeitig total schräg und skurril. Mochte ich. Aber so richtig bin ich nicht drauf hängengeblieben. Nicht so wie bei anderen Reihen, bei denen ich sofort den nächsten Band lesen will.

Wenn ich irgendwann den zweiten Band in der Hand halte, werde ich ihn wohl lesen. Aber bis dahin gibt es noch ein paar andere Bücher, in die ich lieber reinlese.

Der Fall Jane Eyre von Jasper Fforde erschien bei dtv und wurde übersetzt von Lorenz Stern.

Erster Eindruck: Cowboy C3 eBike

Seit das erste Cowboy vorgestellt wurde, mag ich das schlichte Design, ähnlich wie beim Vanmoof. Nachdem ich jeweils ein Jahr mit einem Corratec und einem KTM unterwegs war, hat es mich jetzt doch in den Fingern gejuckt. Das C3 ist quasi das Auslaufmodell, Cowboy hat schon das C4 vorgestellt.

Vorgestern wurde mein C3 geliefert, ein großer Carton, mit dem der Spaß schon beginnt. Alles sehr hip und cool gemacht, verspielt und selbstbewusst, inklusive sauberer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Und wenn du den Lenker aufgeklappt, die Pedale montiert, den Reifendruck überprüft und die App installiert hast, muss du erstmal rund 3 Stunden warten, weil du den Akku laden musst. Was in meinem Fall bedeutet, dass ich erst am kommenden Tag auf das Rad steigen kann.

Dann aber gleich eine längere Tour, rund 42 Kilometer hatte ich geplant. Mein Navi führt mich querfeldein, sodass das Fahrrad auf der Hinfahrt aussieht wie auf dem Foto. Dafür ist das Cowboy nicht ausgelegt. Es ist ein ungefedertes Stadtrad mit Reifen, die fast Null Profil haben. Dafür kommt es aber erstaunlich gut mit Schlamm und Waldwegen und steinigen Abfahrten klar.

Grundsätzlich klappt vieles erstmal einfach. Das Fahrrad stellt sich gut an, ist dank des Riemenantiebs fast unhörbar und es ist für ein eBike relativ leicht. Die Lichter sind im Rahmen integriert, wie auch die simple Akkuanzeige. Es gibt nur An oder Aus. Ich kann – offiziell – nichts anderes einstellen, wie den Grad der Unterstützung oder sonst was. Es gibt auch nur diesen einen Gang. Das ist eigentlich cool. Es fährt sich wie ein simples Fixie und Stuttgart wird durch den Motor flacher. Nicht gleich Hamburg, aber eben so, dass ich mich erstmal an jeden Berg traue. Nur.

Stuttgart hat definitiv auch Hügel, die nicht ganz ausgeglichen werden. Und wenn ich sie runterfahre, dann kann ich nicht hochschalten, wie ich gern würde. Das Licht macht mich zwar sichtbar, aber es ist nicht hell genug, damit ich den Weg sehen würde. Und der Akku, der „bis zu 70 Kilometer“ halten soll, macht bei mir bei rund 30 Kilometern schlapp. Mitten am Berg. Und wenn das Bike tot ist, ist auch das Getriebe so schwergängig, dass ich nichtmal auf der Ebene richtig vorankomme. Und wenn dein Smartphone leer geht, weiß ich nicht, was mit dem Bike passiert.

Ich habe also gemischte Gefühle. Das Bike steht gut da und fährt sich gut. Aber vielleicht ist es nichts für eine Stadt wie Stuttgart. Cowboy sagt, der Akku muss „eingelernt“ werden. Ich muss mal sehen, wie sich das bei den folgenden Fahrten entwickelt.

Hast du Fragen? Stell sie gern. Und wenn du dir ein Cowboy bestellen willst, mach das gern über diesen Link und erhalte 100 Euro Rabatt.

Erzählungen: Die Musik auf den Dächern von Selim Özdogan

Selim Özdogan hat diesen sehr eigenen Blick auf die Dinge, die uns umgeben. Regelmäßig schafft er es mit seinen Büchern, meinen Alltag neu zu füllen, weil ich Sachen, die mir selbstverständlich sind oder über die ich sonst nicht nachdenke, plötzlich anders sehe. In Die Musik auf den Dächern macht Selim das gleich mit 28 Texten.

Kurzgeschichtensammlungen haben – ebenso wie Anthologieserien wie Love, Death & Robots – fast immer die beiden gleichen Probleme. Das eine ist der schnelle Wechsel. Da bin ich gerade in der Welt und in der Sprache einer Erzählung und will wissen, wie es weitergeht, was diese Welt noch für mich bereithält, da ist es schon wieder vorbei. Und wenn ich dann noch in der letzten Erzählung hänge, kann ich der aktuellen gar nicht so neutral begegnen, wie ich gern würde. Deshalb brauche ich für Erzählbände auch immer länger.

Dazu kommt, dass mich (natürlich) nicht alle Erzählungen und Welten auf die gleiche Weise berühren. Selim hat ein paar großartige Texte in dieser Sammlung, aber nicht alle kommen für mich nicht da ran. Was besonders schade ist, wenn ich gerade aus einem sehr tollen Text komme, in dem ich gern länger geblieben wäre.

Dennoch: Selim Özdogan schafft es in diesem Buch einige Male, mich in neue Welten mitzunehmen, mich zu berühren und mich zum Nachdenken zu bringen.

Die Musik auf den Dächern von Selim Özdogan erschien bei der Edition Nautilus. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Transparenz: Ich kenne Selim. Im besten Fall bin ich dadurch ehrlicher und unbarmherziger.

Bericht: Lesung von PeterLicht in Stuttgart am 20.11.21

Klar, ich kenne das Sonnendeck. Und seinen Auftritt vom Bachmannpreis 2006. Ansonsten bin ich gar nicht so sehr in der Musik oder in den Texten von PeterLicht. Aber wenn er in Stuttgart aus seinem neuen Roman „Ja okay, aber“ liest, will ich dabei sein.

Das Literaturhaus ist so voll, wie es in diesen Zeiten wohl sein kann. Alle am Platz mit Maske, nur auf der Bühne sind die Menschen ohne. Erst kurz Stefanie Stegmann, dann PeterLicht. Er muss Mitte 40 sein, aber er springt und bewegt sich auf der Bühne, als wäre er 20. Kein großes Hallo, keine lange Einleitung, PeterLicht setzt sich und beginnt mit am Anfang des Buches. Taucht in seinen Text ein und nimmt uns mit, ein Strom an Worten und Bildern, ohne Pausen, dafür mit einem Beat und voller Energie, die PeterLicht in den Text legt.

Es gibt kein Hörbuch zum Buch, aber wenn, dann müsste es – wie bei Sven Regener oder Thees Uhlmann – selbst gelesen sein. Nicht, weil er der beste Vorleser ist. Er gibt dem Text diesen Sog und die Dringlichkeit, die wohl nur er einbringen kann. Immer wieder muss ich bei der Lesung an die Texte von Peter Kurzeck denken, diese nie absetzenden Gedankenströme.

Peter Licht wechselt fast unbemerkt aus der Lesung in eine kurze Zwischensequenz und liest an einer anderen Stelle weiter. Dann ist es vorbei und er springt auf, wechselt von der Bühne zum Mikro, das danebensteht. Benedikt Filleböck kommt dazu, setzt sich an den Flügel und plötzlich sind wir im Konzert.

Vier, fünf, sechs Songs und eine Zugabe, und die beiden haben nicht nur sehr viel Spaß, sie schaffen es trotz dieser komischen Situation – Abstand, Sitzen, Masken, Literaturhaus – uns alle mitzunehmen. Wir wippen und nicken und singen mit, grinsen über die Texte oder summen – alles mit Maske.

PeterLicht zuzusehen, ist wie dem sechsjährigen, dem 22jährigen und dem 42jährigen in ihm gleichzeitig beim tanzen und Spaß haben zuzusehen. Und währen wir nur Klavier, Gitarre und Gesang haben, muss in seinem Kopf eine ganze Band, manchmal sogar ein Orchester samt Chor sein und das lässt er uns spüren.

Mein Highlight des Abends ist Dämonen vom neuen Album „Beton und Ibuprofen„. Weil es einerseits total PeterLicht ist, andererseits mich auf einer ganz anderen Ebene berührt und abholt.

Schade, dass wir in der Zeit sind, in der wir sind, und PeterLicht nicht so viele Abende bestreiten kann, wir er will. Wenn er irgendwo ist, geht hin. Es lohnt sich.

PS: Hier gibts noch mehr Fotos vom Abend.

„Ja okay, aber“ von PeterLicht erschien bei Tropen. Danke an den Verlag für die Einladung.

Gewinnspiel: Hannes, ab 25.11. im Kino

Bei Rita Falk muss ich immer an Regiokrimi denken, was halt überhaupt nicht mein Genre ist. Dass sie mit Hannes einen Coming-of-Age-Roman geschrieben hat, ist vollkommen an mir vorbeigegangen.

Als Hannes nach einem Mottorradunfall ins Koma fällt, beschließt sein bester Freund, das Leben von Hannes weiterzuführen. Damit er weitermachen kann, wenn er wieder aufwacht. Falls er wieder aufwacht.

Jetzt gibts den Film dazu und das Ganze sieht nach einer Sache aus, die ich mögen könnte. Noch konnte ich ihn nicht sehen, aber Studiocanal und dtv haben mir ein paar Dinge zur Verfügung gestellt, die ich an euch verlosen darf. Es gibt zweimal ein Paket mit Buch, Hörbuch und Filmplakat.

 Schreibt mir eine Mail (Kommentare lass‘ ich nicht gelten) mit eurer Adresse und sagt mir, welche Geschichte über Freundschaften euch so richtig berührt hat.