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Was übrig bleibt: „Als wir oben ankamen, öffnete Moritz die Tür und ging rein. Ich zog sie hinter mir zu und brachte…“

“Als wir oben ankamen, öffnete Moritz die Tür und ging rein. Ich zog sie hinter mir zu und brachte damit alle Geräusche von draußen zum Verstummen. An der Decke summte ein Riesenventilator leise vor sich hin, sonst war nichts zu hören. Am Ventilator hingen unterhalb der Flügel fünf Lampen, die gemeinsam einen Kreis bildeten. Lampen, was sag ich da. Sonnen waren das. Fünf kleine Sonnen, die so sehr um die Wette strahlten, dass ich nur ihre Umrisse sah. Das konnte was werden.”

Haiwaii von Cihan Acar
Originalpost auf „was übrig bleibt“, eine Sammlung unterstrichener Sätze, gefundener Worte & liegengebliebener Gedanken aus Büchern, die wir lesen und lieben.

Erzählungen: Die große Stille/Geteilt durch Null von Ted Chiang

Vor vier Jahren habe ich zum ersten Mal von Ted Chiang gehört, damals kam der Teaser für den Film Arrival heraus, der auf einer seiner Geschichten basiert. Daraufhin habe ich seine bis dahin herausgegebene englische Kurzgeschichtensammlung gelesen und war begeistert, auch wenn ich mich mit dem komplexen Englisch immer mal wieder schwer tat. Seitdem kam ein neuer Erzählband heraus, Exhalation. Da einige von Chiangs Geschichten im Original nur in Magazinen herausgekommen sind und Golkonda schon damals die Geschichten anders aufgeteilt hat, war es ziemlich schwer, einen Überblick über die Geschichten zu bekommen, besonders auf deutsch.

Also hat der Golkonda Verlag, statt noch ein neues Büchlein mit ein paar Geschichten herauszugeben, alle (wie in „Gesamtwerk“) Geschichten von Ted Chiang in zwei neue Bände gepackt, Die große Stille und Geteilt durch Null.

Zwei dicke, schlicht und sehr schön gestaltete Bücher voller sehr sehr guter Geschichten. Damit sind wir dem englischsprachigen Publikum etwas voraus: Alle Texte von Ted Chiang aus einem Guss zu bekommen. Wie ich es schon damals sagte: Black Mirror in geschriebener Form. Texte, die meine Wahrnehmung geändert haben. Immer noch ändern.

Die große Stille und Geteilt durch Null von Ted Chiang erschienen bei Golkonda und wurden übersetzt von molosovsky, Jacob Schmidt und Katrin Will. Der Verlag hat mir Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt.

Roman: High Fidelity von Nick Hornby

My desert-island, all-time, top five most memorable split-ups, in chronological order: 1. Alison Ashworth 2. Penny Hardwick 3. Jackie Allen 4. Charlie Nicholson 5. Sarah Kendrew.

Der erste Satz aus High Fidelity

Kurz nachdem der Film mit John Cusack rauskam, habe ich High Fidelity zum ersten Mal gelesen und fand es schon damals grandios, wie auch den Film. Ich mochte Rob und sein Leben als Besitzer eines Plattenladens, wollte nie mit ihm tauschen, aber gern mit ihm befreundet sein. Jetzt, knapp 20 Jahre später, habe ich mir nicht nur die Serie (mit Zoë Kravitz in der Hauptrolle, ich schrieb kurz drüber) angesehen, sondern diesmal das Buch im Original gelesen.

Klar gibt es ein paar Dinge, die sich in den 25 Jahren seit der Veröffentlichung geändert haben (und die die Serie sehr sauber ausgebügelt hat), Dinge, die wohl auch Nick Hornby heute anders schreiben würde. Dennoch bleibt High Fidelity ein großartiges, witziges Buch mit einer schönen Geschichte, mit viel Musik und einigen Momenten, die mich berühren. Manchmal trügen Erinnerungen und wenn man Bücher, Filme, Serien oder Spiele nach langer Zeit wieder konsumiert, ist man enttäuscht. Hier überhaupt nicht, das macht mich sehr froh.

High Fidelity von Nick Hornby erschien (unter anderem) bei Penguin.

Abschicken: Folge 3 – Streaming-Setups

Corona zwingt uns, viele Dinge, die wir eigentlich auf Bühnen oder in Seminarräumen machen würden, online zu machen. Ich habe Jasmin Schreiber, Mareike Fallwickl, Nora Hespers, Fabian Navarro und Wolfgang Tischer gefragt, wie das bei ihnen so aussieht und funktioniert und was sie für Tipps haben. Noras Projekte sind unter anderem „Die Anachronistin“ und „Was denkst du denn„. Mareikes aktueller Roman ist „Das Licht ist hier viel heller„, Fabians Textwerkstatt auf Twitch heißt Stream&Drang, er verwendet Streamlabs OBS und das Elgato Wave 3. Kürzlich erschienen ist „poesie.exe„, unter anderem mit Texten vom Eloquentron 3000. Jasmin ist auf Twitter als @LaVievagabonde unterwegs, ist Roman ist „Marianengraben“ und zusammen mit Lorenz Adlung macht sie „Bugtales.FM“ mit einem AKG Lyra. Wolfgang Tischer nutzt OBS, das Streamdeck von Elgato und das Rodecaster Pro. Immer wieder bin ich bei ihm im Podcast von Literaturcafe.de zu hören. Wenn ihr Kommentare, Anmerkungen oder Fragen habt, eine Sprachnachricht an 0049 177 6024702. Einfach abschicken.