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Suchergebnisse: „Doctorow“ (Seite 3 von 6)

Die Little Brother Leserunde

Ich habe das Little Brother Hörbuch vor rund 8 Jahren gemacht, weil ich 1. den Inhalt gut und wichtig fand und 2. weil es ging. Weil ich durch die Creative Commons Lizenz die Möglichkeit hatte.

Umso schöner, dass das Buch und sein Inhalt immer noch relevant ist. Vor kurzem hatte der Verein No Spy einen literarischen Realitätsabgleich damit gemacht, jetzt machen Elli, Maike und Lena eine Blogtour, lesen sich mit euch durch das Buch und stellen die bis heute relevanten Fragen. Ich freue mich und wünsche viel Spaß beim lesen.

Das AfD-Wählsorgetelefon: 07032 2899226

Vor ein paar Jahren noch habe ich gesagt, dass ich unglaublich unpolitisch bin. Wenn von einer politikverdrossenen Jugend geredet wurde, fühlte ich mich immer angesprochen. Geändert hat sich das mit Cory Doctorows „Little Brother„, Creative Commons-Lizenzen und meiner Beschäftigung mit dem Urheberrecht. Dann kam die Piratenpartei und hier in Stuttgart das Ding mit dem Bahnhof und irgendwie wurde Politik greifbar. Und in gewisser Weise interessant.

Was aber jetzt gerade nicht nur in Deutschland passiert, zwingt Herz und Kopf, politisch zu werden. Hier also mein Beitrag.

Ihr kennt jemanden, der die #AfD wählen will? Gebt ihnen die Nummer des Wählsorgetelefons: 07032 2899226 (Normale Festnetzkosten)

Der Text, der dann kommt, ist dieser:

Hallo beim Wählsorgetelefon! Schön, dass Sie angerufen haben. Sie fragen sich, ob Sie die AfD wählen sollten?
Die meisten Menschen wollen die AfD wählen, weil sie ein Problem mit der Flüchtlingspolitik der aktuellen Regierung haben. Die AfD will die deutschen Grenzen für Flüchtlinge schließen. Die AfD will aber noch mehr, unter anderem:
– Will sie die Abtreibungsgesetze verschärfen, denn wünschenswert sei eine deutsche Familie mit drei Kindern.
– Sie will Frauen auf ihre Rolle als Mutter reduzieren und Frauenquoten und Gleichstellungsbeauftragte abschaffen.
– Sie will Kunst und Kultur einschränken und
– Sie will die Energiewende aufhalten und stattdessen Kohlenraft und Atomenergie fördern.

Bitte entscheiden Sie nicht nur anhand der Flüchtlingsfrage, welche Partei Sie wählen. Glauben Sie mir, jede Partei versucht, die aktuelle Flüchtlingsproblematik in den Griff zu bekommen. Aber Sie werden darüber hinaus auch eine Partei finden, die Ihnen auch in anderen Punkten gefällt.

Gehen Sie wählen. Aber bitte wählen Sie nicht die AfD. Informieren Sie sich beispielsweise über den Wahl O Mat, was die AfD sonst noch will und was andere Parteien sagen.

Vielen Dank und einen schönen Tag noch.

Von der Ansprechhaltung habe ich mich von Sascha Lobo inspirieren lassen, die Infos kommen von Campact. Wahrscheinlich erreicht es eh nicht die richtigen Menschen. Aber ich wollte es zumindest nochmal auf diesem Weg probiert haben.

Ich bin gespannt auf Sonntag. Lächeln, Fabian.

Antworten auf die #blogfragen für Buchblogger

Stefan Mesch hat auch mal in Hildesheim studiert, ist Literaturkritiker, Schriftsteller, Übersetzer und Freund von Freunden. Und er erstellt gerne Fragebögen, wie diese #blogfragen für Buchblogger. Hier meine spontanen Antworten:

01 Das Lieblingsbuch meiner Mutter: Ich muss passen. Sie liest viel und gerne. Wie mein Vater auch. Sie liest gerne Biografien und Lebensgeschichten von Menschen. Aber ihr Lieblingsbuch? Ich weiß es nicht.

02 Das Lieblingsbuch meines Vaters: Und gleich nochmal. Ich weiß es nicht. Er liest gerne russische Literatur. Und viel Hermann Hesse. Aber sein absolutes Lieblingsbuch? Keine Ahnung.

03 Ich führe einen typischen Buchblog, weil… Tue ich das? Was ist denn ein typischer Buchblog? Ich würde sagen, das typisch buchbloggige ist, dass es um Bücher geht, die ich gelesen habe. Manchmal.

04 Ich bin anders als die Blogs, die ich gern lese, weil… Bin ich? Vielleicht insofern, dass ich extrem unfokussiert bin. Ich schreibe, was mich im Moment umtreibt. Oft natürlich das Sprechen und das Schreiben, aber auch sonst alles Mögliche. Die meisten Blogs, die ich lese, handeln oft von einem Thema.

05 Am Bloggen überrascht mich / beim Bloggen habe ich gelernt, dass… es mittlerweile Teil meines Alltags ist. Immer wieder lehren mich der Blog, das Internet und die direkten und indirekten Folgen für mich, dass selbst meine kleine Spielwiese hier die Leben anderer Menschen beeinflussen kann. Wenn ich sie dabei ein bisschen erfreuen, bereichern oder unterhalten kann, kann ich Gutes tun. Schön, nicht?

06 Helfen Amazon-Rezensionen? Wobei? Wie? Phew. Schwer. Wem helfen sie? Manchmal mir, um zu sehen, dass ich mit manchen Meinungen nicht allein dastehe.

07 Hilft Literaturkritik in Zeitungen und Magazinen? Wobei? Wie? Um Literatur noch einen gewissen Platz in der Welt außerhalb unserer digitalen Blase der Buchblogger zu geben? Eine Platz neben all den anderen Unterhaltungsmedien?

08 Helfen Blogs? Wobei? Wie? Wem? Allen? Um mehr Meinungen zu streuen? Vielleicht auch als Korrektiv der vierten Gewalt?

09 Wahr oder falsch: “Ich blogge vor allem, weil ich mich über Bücher austauschen will und im persönlichen Umfeld nicht genug Menschen habe, mit denen ich das könnte.” Falsch. Vor allem ist das hier meine Spielwiese. Bücher sind nur ein Teil davon.

10 Mein persönlicher Geschmack und meine Prinzipien beim Lesen und Bewerten: Puh. Ich lese, konsumiere im Allgemeinen, um unterhalten zu werden oder zu lernen. Die besten Bücher sind die, die beides schaffen. Also ein vollkommen subjektives Lesen und Bewerten.

11 Wer liest mich? Habe ich eine Zielgruppe? Keine Ahnung. Menschen per se. Meist denke ich, die Leute, die ich anziele sind etwa so alt und haben eine ähnliche Meinung, wie ich. Aber immer wieder werde ich darin eines besseren belehrt, beispielweise, wenn ich Mails oder Kommentare von Lesern bekomme und eben ganz anders sind, als das, was ich denke.

12 Habe ich Vorbilder? Beim bloggen? Weiß ich nicht. Es gibt Leute, deren Blogs ich gerne lese. Aber Vorbilder, eher nein.

13 Welche Ratschläge würde ich meinem früheren Lese-Ich geben? Kann man lernen, Bücher besser auszusuchen, zu entdecken und zu genießen? Wie? Ich würde tatsächlich gar nicht so viel anders machen. Vielleicht, dass ich für manche Klassiger, die „man gelesen haben muss“, manchmal noch zu jung war. Ich glaube, beim ersten Mal „Der alte Mann und das Meer“ habe ich nichts verstanden.

14 “Verlage brauchen mich für PR. Sie brauchen mich mehr, als ich sie brauche” …oder “Toll! Autoren und Presseabteilungen suchen Kontakt und bieten mir Bücher an. Was für ein Glück!” Was überwiegt? Letzteres.

15 Was soll sich tun in meinem Blog und in meinem Leser-/Schreiber-Leben in den nächsten fünf Jahren: Och, ein konstantes Lesen und Schreiben reicht mir schon.

Bonusfrage: Bei wieviel Prozent der Bücher, die ich gelesen habe, denke ich danach: Mist. Ich wünschte, ich hätte das nie gelesen…? Steigt oder fällt diese Prozentzahl, Jahr für Jahr. Und: Warum? Bei vielleicht zehn Prozent der Bücher. Und die Zahl bleibt eigentlich gleich. Meist sind das aber auch die Bücher, die ich eher kritisch beginne und sie eher lese, damit ich drüber reden kann.

Bonus: Empfehlungen!

Ein Buch, das fast niemand mag – aber das ich liebe: Ähm. Spontan, weiß ich nicht.

Ein Buch, das fast alle mögen – aber das mich wütend oder ratlos macht: Girl on the train. Oder The Circle.

Ein Buch, das ich bekannter gemacht habe: Das Gefängnis der Freiheit von Michael Ende. Hoffe ich zumindest.

Ein Buch, vor dem ich oft und gern warne: Spontan keine Ahnung.

Ein schlechtes Buch, das ich gut fand: Wer definiert denn hier, was schlecht ist?

Ein gutes Buch, das ich schlecht fand: Und hier, was gut ist?

Ein Geheimtipp, der bisher in Blogs noch kaum besprochen wurde: Hier nicht denke ich an kein bestimmtes Buch, aber auffallend schade finde ich, dass Bücher, die bei ihrer Erscheinung durch Netz rutschen (Haha), danach kaum nochj die Chance haben, nochmal besprochen zu werden. Meinem Empfinden nach werden zu wenig „alte“ Bücher in Blogs rezensiert.

Ein Buch, das viel zu oft überall besprochen wurde: The Circle von Dave Eggers.

Ein gutes Buch von/über jemandem/n, der ganz anders ist als ich selbst: So ziemlich jedes Buch mit einem rauchenden oder trinkenden Protagonisten. Also nicht, dass die alle gut wären. Aber ich mag ein paar dieser Gestalten, obwohl das überhaupt nicht mein Ding zu sein ist.

Ein gutes Buch von/über jemandem/n, der ganz anders denkt als ich selbst: Spontan keine Ahnung.

Ein Buch, von dessen Gestaltung/Cover/Design sich Verlage eine Scheibe abschneiden könnten: Kein Buch, aber ein Designer, der öfter mal eingesetzt werden könnte: Levente Szabó. Er illustriert Klassiker neu, auf eine sehr tolle Weise.

Ein anderes Produkt, von dessen Gestaltung/Cover/Design sich Verlage eine Scheibe abschneiden könnten: Erinnert ihr euch an das Design aller Sachen auf der Insel in der Serie „Lost“? Stellt euch einen Buchladen vor, wie sie heute so sind, und mittendrin ein Buch, welches so minimalistisch gestaltet ist.

Das netteste Presseteam / die schönste Erfahrung mit einem Verlag: Vor fünf Jahren hatte ich mal die Freude, mit den Leuten vom Argon Verlag zu arbeiten, das war wirklich wunderbar.  Und bis heute sind die Leute supernett, wenn ich sie treffe. Tatsächlich hatte ich aber bisher mit keinem Presseteam von Verlagen schlechte Erfahrungen gemacht. Immer auf Augenhöhe.

Autor*innen, die tolle Inhalte auf Facebook und Twitter posten: Neil Gaiman, Cory Doctorow, Andreas Eschbach.

mein erfolgreichster Text/Beitrag: Der richtige Zeitpunkt, um mit dem Helfen aufzuhören.

ein Text/Beitrag von mir, der wenig Beachtung fand, aber mehr Beachtung verdient: Da kann ich nicht nur einen nennen. Mit vielen älteren Artikeln geht es mir so, dass ich immer wieder an sie denken muss und immer noch der Meinung bin, dass sie wichtig sind und ich meine Einstellung zu dieser Sache damals nicht geändert habe, aber das leider kaum aufgenommen wurde.

eine Frage, die diesem Fragebogen fehlt: Zweifelst du an deinem Tun? Und wann sind die Momente, an denen du mit dem bloggen aufhören willst?

Danke, Stefan. Wer will, darf sie natürlich ebenso beantworten. Viel Spaß!

 

Roman: The Circle von Dave Eggers

Der erste Satz aus The Circle:

My got, Mae thought. It’s heaven.

Und schon sind wir mittendrin. Mae ist Ende 20 und hat einen Job bei dem Circle bekommen, DER Firma überhaupt. Wie eine Fusion von Facebook und Google und Amazon, die eine Firma, über die all deine Internetaktivitäten laufen. Die Firma mit den tollsten Büros und der besten Atmosphäre, eine Firma, bei der jeder arbeiten will. Alles ist offen und hell und transparent. Und es ist doch ganz klar, wenn alle alles wissen, braucht keiner Angst vor irgendwas haben und alle sind für alle da. Und je mehr Kameras wir haben, desto sicherer werden die Straßen. Und wenn wir unseren Kindern Chips einsetzen, dann wissen wir immer, wo sie sind und dann kann nichts passieren …

Das Bestechende und Faszinierende an dem Roman ist seine Nähe zur Realität. Ganz viele Sachen, die Eggers beschreibt, sind heute schon in Benutzung. Und dann dreht er langsam die Schreibe immer weiter in eine konsequente Richtung. Und da setzt das Problem an. Während ich anfangs fasziniert bin und mich angesichts der Technik, die ich auch benutze ertappt fühle, dann aber irgendwann den Kopf schüttele und sage, nein, das geht mir zu weit, sagt Mae zu allem Ja. Und dann wird die Geschichte für mich unglaubwürdig und das Buch verliert seinen Reiz.

Ich bin nicht der erste, der das sagt, aber auch mich erinnert das Buch sehr an Cory Doctorows „Little Brother“ und seinen Nachfolger „Homeland„. Und vielleicht habe ich mich zu sehr mit „Little Brother“ auseinandergesetzt, aber spätestens ab der Hälfte von The Circle las ich das Buch, ohne in der geschichte zu sein. Ich konnte mich einfach nicht mehr auf diese Realität einlassen. Und das wurde bis zum Ende nicht besser.

Die Idee von The Circle ist bestechend, aber die Konsequenz, die Eggers zieht, kann ich nicht glauben, deshalb würde ich „Little Brother“ immer vorziehen.

The Circle von Dave Eggers erschien bei Penguin Books. Die deutsche Fassung erschien bei KiWi und wurde übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann.

5 Dinge, die Verlage besser machen könnten.

Bücher, Film, Musik oder Spiele, jede Art der Unterhaltungsindustrie hat in den letzten Jahren, fast Jahrzehnten und besonders durch die Digitalisierung und das Internet tiefgreifende Veränderungen erfahren. Ist nichts Neues. Was aber leider ebenso nicht neu ist, ist die Beobachtung, dass die Industrien offensichtlich nicht voneinander lernen  können. Die Fehler, die der Musikindustrie unterlaufen sind, hat die Filmindustrie fast genauso gemacht.

Und speziell in der Buchbranche beobachte ich genau das gleiche Phänomen. Natürlich gibt es wunderbare Vorreiter und innovative Sachen, aber besonders die großen und alteingessenen Verlage haben offensichtlich ein Problem, mit diesem Internet und der Möglichkeit der Digitalisierung umzugehen. Ich habe keinen Verlag und auch in nächster Zeit nicht vor, einen zu gründen. Aber wenn …

Hier sind meine fünf Dinge, die Verlage heutzutage besser machen könnten. Die Ideen sind nicht neu und werden in anderen Industrien verwendet, aber in der Buchindustrie ist noch kaum was davon angekommen.

1. Freemium-Bücher.

Freemium ist ein Kofferwort, zusammengesetzt aus Free (englisch für „kostenlos“) und Premium und kommt aus dem Software und Spielebereich. Das heißt, das Programm oder das Spiel selbst ist erstmal gratis benutzbar, aber besondere Zusatzfunktionen kosten dann Geld.

Wie kritisch manche Freemium-Entwicklung sein mögen, der Grundgedanke könnte in der Buchbranche ganz gut funktionieren: Ein Buch erscheint und wird komplett kostenlos online gestellt. Jeder kann das Buch lesen. Wer es aber bequem auf seinem eReader oder als gedrucktes Buch haben will, zahlt dafür. Ebenso für die Hörbuchversion und „weitere Inhalte“ (siehe 3.).

Bevor jetzt jemand schreit, dass man dann ja weniger verkauft, hier ist der Hintergrundgedanke. Wir brauchen uns doch nichts vormachen, wenn heutzutage jemand etwas kostenlos haben will, sei es einen Film, Musik oder eben auch ein Buch, dann bekommt er es auch. Vielleicht muss er ein bisschen suchen und über die Legalität brauchen wir nicht reden, aber er wird es bekommen. Wieso nicht hier eingreifen? Selbst von Anfang an eine kostenlose Version des Buches veröffentlichen, die direkt auf die „Premium-Versionen“ verweist.

Es gibt ein paar Autoren, die das so handhaben, unter anderem Paolo Coelho und Cory Doctorow. Aber in der breiten Masse ist das noch nicht angekommen. Dabei geht es heutzutage am ehesten darum, aus der Masse an Veröffentlichungen rauszustehen. 2013 wurden in Deutschland mehr als 96.000 Bücher veröffentlicht. Ich glaube, eine kostenlose Version eines Titels verschafft mehr Werbung und Bekanntheit, als viele andere Maßnahmen. Dann sollte man aber auch die Werbung nutzen und

2. Alle Formate gleichzeitig anbieten.

Das System „Erst Hardcover und rund ein Jahr später das günstigere Taschenbuch“ kommt aus einer Zeit, in der die Menschen sich auch noch mehrere Stunden am Stück auf etwas konzentrieren konnten.

Heute verteilt sich die Aufmerksamkeit viel mehr. Es gibt viel zu viele Sachen, die einen ablenken, was sich in den Verkaufszahlen niederschlägt. Konnte man früher sagen, dass sich ein Taschenbuch etwa doppelt so oft verkauft hat, wie das Hardcover im Vorjahr, so hat sich das heute umgedreht. Es werden nur noch etwa halb so viele Taschenbücher wie Hardcover verkauft. Ich kenne keine offiziellen Daten darüber, aber ich denke, das hat viel mit oben genannter Aufmerksamkeit zu tun. Ein Buch bekommt, wenn es Glück hat, bei seiner Veröffentlichung als Hardcover noch eine Bühne und es wird darüber gesprochen und dadurch verkauft es sich. Das Taschenbuch aber geht heutzutage einfach in der Masse unter. Und die Leute, denen das Hardcover zu teuer ist und auf das Taschenbuch warten, haben bis dahin etwas anderes gefunden.

Warum also nicht das System der Musikindustrie aufnehmen und für jeden alles anbieten? Es gibt gleichzeitig eine kostenlose digitale Version (siehe 1.), die günstige Version für eReader, das Taschenbuch, das Hardcover, und je nach Titel und Aufmerksamkeit das Hörbuch, die Live-DVD der Lesung und vielleicht sogar die auf 400 Stück limitierte handgedruckte Version, samt Signatur und dazu noch die

3. Premium-Inhalte.

Ein Buch ist mehr als ein Text. Ein Buch ist ein Kosmos, samt einer Entstehungsgeschichte und vielen Hintergrundinfos. Die Filmindustrie hat sich genau diese Sachen zunutze gemacht und verkauft nicht nur Filme, sondern auch alles was passiert, bis es zum Film kommt. Das könnten auch in der Literatur die Premium – Inhalte sein. Geschichten und Bilder zum Entstehungsprozess, Interviews mit dem Autoren und Autorenkommentare, das Pendant zu den Audiokommentaren bei Filmen. Aber auch gelöschte Szenen, Merchandise, Lesereisen und so weiter.

Dabei geht es gar nicht direkt darum, mehr zu verkaufen. Sondern darum, einen Leser länger und tiefer an ein Buch zu binden. Ihm so viel zu geben, dass er nicht direkt nach dem Lesen ein Buch zuklappt und ein anderes öffnet, sondern noch eine Weile in der Welt lebt und auch andere dort reinziehen kann. Und damit kommen wir auch zum nächsten Punkt,

4. Fanfiction befürworten.

Fanfiction sind Geschichten, die Menschen schreiben, die aber in einer schon existierenden Welt spielen. Wenn ich also beispielsweise die Geschichte von Harry Potters Eule erzählen würde, wäre das Fanfiction. Fanfiction ist ein riesiger Bereich, aber ein Thema, von dem ich in Deutschland das Gefühl habe, dass es viel zu wenig von den Verlagen und Autoren aufgegriffen wird. Leider geht es bisher meistens eher um die Frage, ob durch Fanfiction ein Urheberrecht gebrochen wird. Dabei ist diese Art von Geschichten erstmal ein riesiger Beweis, wie tief jemand in einer Geschichte ist. Warum diesen Umstand nicht nutzen? Warum nicht auf den Webseiten zu den Büchern zu Fanfiction aufrufen? Vielleicht sogar Anthologien mit den besten Geschichten rausbringen. Damit das aber auch geht, sollten Verlage

5. Creative Commons – Lizenzen nutzen.

Die kostenlose Version sollte nicht nur kostenlos sein, sondern als kreatives Allgemeingut gelten. Kunst inspiriert zu neuer Kunst. Und mittlerweile ist irgendwie alles ein Remix schon existierender Sachen. Besonders auffällig ist das in der Musik. IN der Literatur ist das ebenso, es wird nur nicht so geduldet. Dabei trägt eine Beschäftigung eines Menschen mit einem Buch nur zu dessen Bekanntheit bei. Mein erster Roman ist nicht nur kostenlos verfügbar, sondern unter einer CC-Lizenz. Und deshalb gibt es eine Hörbuchversion! Weil sich jemand anderes, einfach, weil er Lust darauf hatte, mit meinem Werk so sehr auseinandergesetzt hat. Was kann denn einem Buch besseres passieren?

Das sind meine Tipps für einen Verlag in heutiger Zeit. Vieles davon ist nur angerissen und ich höre schon die ganzen Aber. Gleichzeitig hoffe ich, dass sich trotzdem ein paar darüber Gedanken machen und ich freue mich auf eine Diskussion.

Achja. Der Bonus-Track:

6. Wenn ich einen Verlag hätte, 

würde ich all das genannte versuchen. Und ich würde ihn „immernah“ nennen. Mit dem Untertitel „greifbare Bücher“.