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Buch: Todesengel von Andreas Eschbach

Der erste Satz aus Todesengel:

Wir Menschen sind sensibler, als die meisten von uns ahnen.

Andreas Eschbach schreibt mit diesem Roman eine Geschichte über Selbstjustiz, menschliche Helden, die Liebe und das tägliche Unglück. Da ist also in Deutschland plötzlich dieser Engel, der immer zur richtigen Zeit auftaucht, wenn es jemanden mit Zivilcourage braucht. Wenn also ein alter Mann in der U-Bahn von Jugendlichen verprügelt wird. Oder wenn ein Punker in die Finger dreier Nazis kommt. Dann steht da plötzlich dieser Engel im weißen Licht und erschießt die Gewalttätigen. Und wie es dann weitergeht, das erzählt Eschbach anhand der Leben mehrerer verstrickter Personen.

Gute Story, man will wissen, wie es weitergeht, was passiert. Es werden Fragen aufgeworfen, mit denen man sich dann beschäftigen muss. Eine realistische Geschichte, abseits von Herr aller Dinge oder Der Letzte seiner Art. Und ein unglaublich schönes und passendes Cover! Soweit so gut.

Aber da sind auch ganz komische Dinge in diesem Roman. Beispielsweise die Eigenart, unwichtigen Figuren einen Vor-und Zunamen zu geben. Beispielsweise den Nazis, die in der Szene, in der sie eingeführt werden, auch gleich erschossen werden. Gepaart mit einem sehr schnellen Wechsel von Szenen und zu vielen roten Fäden führt das im ersten Drittel des Buches zu einer kompletten Verwirrung, was denn nun wichtig ist und was nicht. Und dann die plumpe Art, wichtige Sachen einzuführen! Damit entscheidende Dinge nicht einfach durch die Hand Gottes in einer Geschichte geschehen, werden diese ja unauffällig lange vorher eingeführt. Doch in diesem Roman gelingt Eschbach das nicht unauffällig. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass hier ein alter längst geschriebener Roman aus der Schublade genommen, überarbeitet und veröffentlicht wurde.

Nicht falsch verstehen, ich mochte das Buch, besonders die Geschichte. Aber da waren meiner Meinung nach echt große Patzer drin, das reicht bei weitem nicht an seine vorherigen Science-Fiction Romane ran. Ich freue mich hier auf den nächsten davon.

Todesengel von Andreas Eschbach erschien bei Bastei Lübbe.

Buch: Herr aller Dinge von Andreas Eschbach

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Das ist er also, der neue Eschbach. Ich hab‘ nicht alles, aber einige von Andreas Eschbach gelesen und war bis auf den letzten, Der Nobelpreis, immer begeistert. Vom Nobelpreis war ich dann so enttäuscht, dass ich erstmal keine weiteren Bücher mehr von Eschbach lesen wollte. Der Titel aber, Herr aller Dinge, hat mich dann so angesprochen, dass ich es nochmal probieren wollte.

Hiroshi und Charlotte lernen sich kennen, als sie Kinder sind. Die eine ist die Tochter des französischen Botschafters in Japan, der andere der Sohn eines Hausmädchens. Die eine Reich, der andere Arm, was sie als Kind nicht stört. Ihre Eltern dafür umso mehr. Eines Tages hat der kleine Hiroshi eine Idee, wie man jeden Menschen reich machen kann. Diese Idee und ihre verwirklichung begleitet ihn den Rest seines Lebens.

Knapp 700 Seiten lang lässt Andreas Eschbach uns in seine Welt eintauchen. Was als reelles Abbild der unseren beginnt, wird zu einer phantastischen Utopie. Ich mag dieses Buch sehr! Wie bei Der Letzte seiner Art und Eine Billion Dollar könnte ich mich ewig in der Welt verlieren, die Eschbach beschreibt.

Was bei einem Hardcover und 700 Seiten echt ein bisschen tricky ist, ist das Gewicht, das man immer mit sich rumschleppt. Und in der ersten Ausgabe muss irgendjemand beim Lektorieren / Setzen geschlampt haben, denn die Buchstabenfolge „cia“ ist im Buch immer groß geschrieben. Also wird aus der Hausfrau PatriCIA Steel, unter anderem. Ansonsten, sehr tolles Buch! Sehr lesenswert!

Herr aller Dinge von Andreas Eschbach erschien bei Bastei Lübbe.