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Schlagwort: Argon Verlag (Seite 1 von 4)

Hörbuch: Mortal Engines 3 – Der Grüne Sturm von Philip Reeve, gelesen von Robert Frank

Zuerst war da nichts.

Der erste Satz aus „Der grüne Sturm

15 Jahre nach den Ereignissen in Jagd durchs Eis ist es ruhig geworden um Tom und Hester. Sie leben in einer niedergelassenen Stadt und haben eine Tochter, Wren, die sich natürlich im Gegensatz zu ihren Eltern nach dem Abenteuer sehnt. Als dann einer der verlorenen Jungs auftaucht (für mehr Kontext, lest die beiden vorhergehenden Bücher der Serie), geht es los.

Erstmal war ich enttäuscht, zwar in der Welt, aber nicht mehr mit Tom und Hester zu sein. Weil ich mich an die beiden gewöhnt hatte und weil ich eigentlich nicht über die Probleme eines heranwachsenden Menschen hören wollte. Dachte ich.

Aber Robert Frank liest, solange ich nicht auf Pause drücke, und ich bin wieder schnell in der Welt und der Geschichte. Wie im letzten Buch auch verhalten sich einige Figuren (besonders Hester) manchmal, wie ich es nich von ihnen erwarte, es aber die Geschichte nach vorne bringt. Schade, dass das nicht immer im Einklang ist.

Gleichzeitig, auch wie beim letzten Mal, schafft Reeve es auch dieses Mal, seine Welt wieder zu erweitern und zu verfeinern. Das ist ziemlich cool, wie er die Lücken in der Vergangenheit dazu nutzt, immer neue Erzählstränge herauszuarbeiten.

Besonders in diesem Buch wird deutlich, dass die großen Spannungen die zwischen Menschen sind, ganz unabhängig von ihrem Setting. Nur legt Philip Reeve eben noch eine wunderbar faszinierende Welt drauf. Und mit Robert Frank habe ich eine Stimme im Ohr. Ohne zu wissen, um was es im nächsten Band geht, ich freue mich drauf.

Mortal Engines – Der grüne Sturm von Philip Reeve, übersetzt von Gesine Schröder und Nadine Püschel, wurde gesprochen von Robert Frank und erschien bei Argon. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Hörbuch: Mortal Engines – Jagd durchs Eis von Philip Reeve, gesprochen von Robert Frank

Freya erwachte früh.

Der erste Satz aus Mortal Engines – Jagd durchs Eis

Achtung, Spoiler für Mortal Engines – Krieg der Städte!

Nachdem Tom und Hester im ersten Band der Mortal Engines die fahrende Stadt London aufgehalten haben, bevor sie unzählige unschuldige Menschen töten konnte, sind sie in ihrem Luftschiff als Abenteurer und Händler unterwegs. Bis sie den falschen Passagier mitnehmen und plötzlich das Ziel einer Rebellengruppe werden.

Im ersten Band hat Philip Reeve seine phantastische Welt der fahrenden Städte aufgebaut, jetzt beginnt er, sie langsam zu füllen. London und einige der mir lieb gewonnenen Figuren gibt es nicht mehr, dafür führt Reeve direkt neue ein und gibt seiner Welt mehr Perspektiven. Mehr Hintergrund. Mehr Aspekte.

Während ich im ersten Teil anfangs noch meine Probleme mit der Sprache, dem Weltenbau und auch mit dem Sprecher Robert Frank hatte, bin ich nun gleich drin. Reeve findet eine schönen Mittelweg zwischen Einführung neuer Figuren und Begebenheiten und Nutzung schon etablierter Elemente. So waren die Probleme, die Tom und Hester diesmal zu bewältigen haben, schon im ersten Band angelegt und kommen nicht einfach so aus dem Himmel. Und Robert Frank liefert mir die Geschichte so, dass ich stundenlang zuhören kann.

Jagd durchs Eis ist wie der erste Band keine anspruchsvolle Literatur, sie ist Unterhaltung im besten Sinn: Ich habe sehr viel Spaß in dieser Welt und verbringe gern mehr als 9 Stunden in ihr.

Einzig die Beziehung zwischen Tom und Hester und die Probleme, die sie verursacht (ich will nicht spoilern und bleibe vage), haben mich rausgebracht. Dieser Part und das Verhalten der Beiden fand ich gewollt. So, wie ich die Beiden bisher kennengelernt habe, hätten sie sich nicht so entschieden.

Ich verstehe, dass Reeve diese Entwicklung braucht, um im Buch weiterzukommen. Aber das hätte auch anders laufen können. Konsequenter.

Trotzdem und immer noch: Philip Reeve und Robert Frank servieren mir eine tolle Welt und eine unterhaltsame Geschichte und natürlich will ich jetzt wissen, wie es im nächsten Teil weiter geht.

Mortal Engines – Jagd durchs Eis von Philip Reeve, übersetzt von Gesine Schröder und Nadine Püschel, wurde gesprochen von Robert Frank und erschien bei Argon. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Hörbuch: Mortal Engines – Krieg der Städte von Philip Reeve, gesprochen von Robert Frank

Es war ein dunkler, böiger Nachmittag im Frühling, und im ausgetrockneten Bett der Nordsee eröffnete London die Jagd auf eine kleine Schürferstadt.

Der erste Satz aus Mortal Engines – Krieg der Städte

In einer dystopischen Zukunft bewegen sich die Städte und Ortschaften auf riesigen Ketten und Rädern durch die zerstörte Natur, auf der Suche nach kleineren Städten, die sie sich einverleiben können.

In dieser Welt kommt Tom einer Verschwörung auf die Spur, die seine Heimatstadt London samt seiner Helden in einem ganz anderem Licht zeigt.

Ich sah den Trailer zum dazugehörigen Film, mochte das Setting und diese gezeigte Welt sehr und erfuhr, dass es eine ganze Buchreihe gibt, samt Hörbüchern.

Mortal Engines ist einfach, manchmal sogar plump geschrieben. Besonders der Anfang hat es mir schwer getan. Auch, weil ich mich erst an die Spreche von Robert Frank gewöhnen musste. Frank hat anfangs einen stakkatoartigen, distanzierten Duktus drauf. Vielleicht hatte auch er es noch mit dem Text schwer. Im Laufe des Buches wird er immer flüssiger und zeigt auch sein Talent, Figuren eine eigene Stimme und eigenen Charakter zu geben.

Nachdem ich mich an die Sprache von Reeve gewöhnt hatte, nachdem die Welt und das Setting eingeführt waren und die Geschichte an Fahrt aufnahm, war ich drin. Über neun Stunden folge ich Tom und seiner Gefährtin Esther durch diese steampunkige Welt, treffe Heldinnen und skurrile Gestalten, täusche mich in Menschen und sehe ihnen zu, wie sie über sich hinauswachsen. Und als es vorbei ist, weiß ich, dass es im nächsten Band weitergeht.

Die Sprache ist einfach und manche Momente sind ein wenig plump, aber Reeve hat eine phantastische Welt geschaffen und ich reise gern mit seinen Bewohnern.

Mortal Engines – Krieg der Städte von Philip Reeve, übersetzt von Gesine Schröder und Nadine Püschel, wurde gesprochen von Robert Frank und erschien bei Argon. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Hörbuch: Die Wurzel alles Guten von Miika Nousiainen, gelesen von Christoph Maria Herbst

Der erste Satz aus „Die Wurzel alles Guten„:

Eine Axt haben und schneller sein, das ist bei einer Schlägerei die halbe Miete.

Pekkas Leben geht den Bach runter. Seine Frau hat sich von ihm getrennt und lässt ihn seine Kinder nicht sehen und seine Zahnschmerzen sind so extrem, dass er zu einem neuen Zahnarzt geht. Der sich als Esko rausstellt, ein Bruder von einer anderen Mutter. Ein verbitterter Zahnarzt, der es die restlichen 60 Jahre auch ohne Familie ausgehalten hat. Aber Pekka hat nichts mehr zu verlieren und überzeugt Esko, ihren Vater zu suchen. Was folgt, ist eine Reise um die Welt und zu sich selbst, gespickt mit Zahnarztmetaphern, erzählt aus den wechselnden Perspektiven der beiden Brüder.

Christoph Maria Herbst macht seine Sache gut, bekommt die Balance zwischen den ernsten und den komischen Tönen ganz gut hin. Leider auch nicht mehr, aber das liegt nicht an ihm, sondern am Text. Dieser ist an vielen Stellen extrem plump.

Ich kann kein finnisch, deshalb kann das zum Teil der Übersetzung geschuldet sein, aber auch inhaltlich gibt es Momente die rein handwerklich zu offensichtlich und eben plump sind. Zu oft erklärt Nousiainen Dinge, statt sie durch seinen Text und die Dialoge zu zeigen.

Deshalb ist es ein nettes Hörvergnügen, das Herbst mir bereitet, ein Hörbuch, dass man sehr gerne hören kann, aber leider nicht mehr.

Die Wurzel alles Guten von Miika Nousinainen wurde übersetzt von Elina Kritzkat, gesprochen von Christoph Maria Herbst und erschien beim Argon Verlag. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur verfügung gestellt.

Hörbuch: Armada von Ernest Cline, gelesen von Gerrit Schmidt-Foß

Neues auf die Ohren: Armada von Ernest Cline, gelesen von Gerrit Schmidt-Foß. #argon #amlistening #hoerbuch

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Der erste Satz aus Armada:

Ich starrte gerade aus dem Fenster des Klassenraums und träumte von Abenteuern, als ich die fliegende Untertasse entdeckte.

Zack Lightman ist der 0815-Nerd, der ohne Vater aufwuchs und sehr gern sein Lieblingscomputerspiel „Armada“ zockt, bis er bemerkt, dass „Armada“ zwar auch ein gutes Spiel ist, bei dem man hilft, die Erde vor den Angriffen der Außerirdischen zu schützen, aber in erster Linie dazu dient, Computerspieler zu trainieren und die besten Spieler herauszusuchen.

Sowohl in seinem Film „Fanboys“, als auch im ersten Roman „Ready Player One“ arbeitet Ernest Cline mit extrem vielen Popkulturreferenzen. Einerseits finde ich das gut. Wie oft frage ich mich bei Zombiefilmen/-serien/-romanen, wieso es in der jeweiligen Realität noch nie einen anderen Zombieroman/-film/-serie gibt, noch nichtmal das Wort „Zombie“ existiert. Bei Cline wissen die Leute in seinen Geschichten, was wir wissen. Wenn wir es wissen. Und das ist der feine Grat zwischen „die Anspielung habe ich gerade verstanden“ und „da gehts um irgendwas, was ich nicht kenne“. Hier packt mir Cline zu viel rein, zu viele Anspielungen, zu viele Selbstverständlichkeiten, von denen ich irgendwann auch denke, dass sie die eigene Geschichte mehr verdecken, als sie zu bereichern.

Die eigene Geschichte ist gut, lehnt an reale Ereignisse an (der Bradley Trainer oder America’s Army) und ich habe großen Spaß sie zu hören und will wissen, wie es weiter und ausgeht. Sie unterhält sehr, ich höre mir die 12 Stunden in drei Tagen an, wie eine Serie, die man durchguckt, nur dass ich nebenher unterwegs sein kann. Aber leider ist mir an vielen Stellen zu plump erzählt. Viele Andeutungen sind zu offensichtlich, viele Momente nicht gut genug in der Geschichte verwebt, sodass mir viele Wendungen in der Geschichte klar sind, bevor sie passieren, weil es eben doch nicht nur Andeutungen sind. Das fand ich in Ready Player One konsistenter. Trotzdem, ich habs mir sehr gern angehört. Natürlich auch wegen Gerrit Schmidt-Foß.

Ich kenne ihn schon lange als Synchronsprecher- vor allem von Leonardo DiCaprio und Jim „Sheldon Cooper“ Parsons – aber habe ihn nie als Hörbuchsprecher gehört. Anfangs fällt es mir schwer, seine Stimme als die eines Jugendlichen anzunehmen, aber nach der Eingewöhnungszeit war ich voll drin. 12 Stunden sehr gut unterhalten gewesen.

Kein Nachhall, kein tagelanges Grübeln über die Moral. Aber Unterhaltung. In diesem Fall reichte es vollkommen. Gerne wieder.

Armada von Ernest Cline wurde gesprochen Gerrit Schmidt-Foß und übersetzt von Sara Riffel. Das Buch erschien bei Fischer-Tor, das Hörbuch bei Argon. Argon hat mir ein Exemplar zur Verfügung gestellt.

PS: Schön: Fischer-Tor hat sich auch die Rechte für Ready Player One geholt, sodass die Bücher beim selben Verlag und mit einem einheitlichen Design kommen. Nicht so schön: Ich mag die Cover überhaupt nicht. Sorry.