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Comic: Hellboy, Kompendium 1

Ich bin comictechnisch mit Lustigen Taschenbüchern aufgewachsen und kannte Superhelden nur aus Filmen. So auch Hellboy, den ich tatsächlich ganz gut fand. Jetzt also die Comics. Über das Wesen aus der Hölle, das heraufbeschworen wurde und „auf der guten Seite“ kämpft.

Ich kenne aus den Filmen zumindest Teile der Geschichte, was mir den Einstieg leichter macht. Ich muss mich erstmal an den Zeichenstil gewöhnen, aber ich mag den Sarkasmus von Hellboy und die düster-witzigen Geschichten, die sich selbst nicht immer ganz ernst nehmen.

Weil es das K0mpendium ist (erste von vier), kann ich mich knapp 500 Seiten in die Welt vertiefen, in der ich mich immer wohler fühle. Mehr noch, ich mag die Anmerkungen und Entstehungsgeschichten, die Mignola in diesem Band erzählt, samt aller Anspielungen und Mythen, die er verarbeitet. Wie schön, zu lesen, aus welchem Umständen und Zufällen welche Geschichten entstehen. Kaum Autorïnnen machen das, schade eigentlich, weil ich glaube, dass Menschen mehr über das Geschichten erzählen lernen könnten.

Mike Mignola vermischt in Hellboy Popkultur, Mythologie und eine ganze Bandbreite an Emotionen. Klar, oft ist es nur übertriebene Gewalt und actionreiche Unterhaltung. Aber vielleicht brauchen wir manchmal einen Jungen aus der Hölle, um zu verstehen, wie wir uns selbst verhalten und wie wir uns ändern können. Und jetzt freue ich mich auf die restlichen Kompendien

Hellboy, Kompendium 1 von Mike Mignola und John Byrne, Mark Chiarello, Dasve Stewart, Matthew Hollingsworth und James Sinclair, wurde übersetzt von Gunther Nickel und Michael Groenewald und erschien bei Cross Cult. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Roman: Wer fürchtet den Tod von Nnedi Okorafor

Mein Leben brach auseinander, als ich sechzehn war.

der erste Satz aus Wer fürchtet den Tod

Ich habe von Nnedi Okorafor noch nie etwas gehört, kenne keines ihrer Bücher, aber die Cover ihrer deutschen Ausgaben (erschienen bei Cross Cult, illustriert von Greg Ruth) sind großartig, besonders nebeneinander. Dies ist ihr erster Roman, also fing ich damit an.

Eine nicht allzu ferne Zukunft, ein Paralleluniversum, ein postapokalyptisches Afrika mit Computerresten und Magie. Die hellhäutigen Nuru unterdrücken die dunkelhäutigen Okeke. Onyesonwu ist ein Mischlingskind, überall Außenseiterin und durch Gewalt entstanden. Aber die Magie ist stark in ihr und sie lernt, damit umzugehen. Eines Tages wird sie ihren Vater, einen mächtigen Zauberer, töten.

Nnedi Okorafor verbindet afrikanische Tradition mit Fantasy und Endzeitszenario, gibt mir so viel Bekanntes, dass ich einsteigen kann und flutet mich dann mit so viel Neuem, dass ich bis zum Ende fasziniert bleibe.

Manchmal machen es mir die Schreibart und auch der Inhalt schwer, dranzubleiben, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es ist nicht nur Fantasy, sondern afrikanische, weibliche Weltsicht, die in mir aufgeht und dass ist mir vollkommen neu.

Besonders im deutschsprachigen Raum ist Okorafor ungerechtfertigterweise noch kaum bekannt, HBO hat die Verfilmungsrechte. Der Stoff soll unter der Führung von „Game of Thrones“-Schöpfer George R. R. Martin als Serie umgesetzt werden. Bis dahin lese ich das nächste Buch von ihr.

Wer fürchtet den Tod von Nnedi Okorafor wurde übersetzt von Claudia Kern und erschien bei Cross Cult. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Ich habe das Buch auch bei Tor Online und im Podcast von literaturcafe.de erwähnt.

Comic: Chew von John Layman und Rob Guillory

Chew ist die Geschichte von Chu. Tony Chu ist Polizist und Cibopath. Das heißt, wenn er etwas isst, dann schmeckt er, was alles mit der Frucht, dem Fleisch passiert ist, bevor er reinbeisst. Als Polizist eine tolle Eigenschaft, denn durch einen herzhaften Biss in die Leiche erfährt man mehr, als man erfragen könnte. Dazu kommt, dass Chew in einer Version unserer Welt spielt, in der Hünchen verboten ist und nur noch illegal zu bekommen. Chew ist so ziemlich genauso skurril, wie sich diese Inhaltsangabe liest. Volume I dieser Comicserie umfasst die Geschichten 1 bis 5 und gibt einen ganz guten Eindruck über die Welt und macht Lust auf mehr. ich werde mir auf jeden Fall die anderen Folgen holen. Ich habe die englische Fassung hier, keine Ahnung, wie die deutsche Übersetzung ist.

Chew von John Layman und Rob Guillory erscheint bei Image Comics. Die deutsche Ausgabe erscheint bei Cross Cult und wurde übersetzt von Marc-Oliver Frisch.