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Hörbuch: Bad Monkeys von Matt Ruff

Es ist ein Zimmer, wie es sich ein einfallsloser Stückeschreiber, während er auf ein weißes Blatt starrt: Weiße Wände. Weiße Decke. Weißer Fußboden.

Der Anfang von Bad Monkeys.

Weil eine gute Freundin vor Jahren Fool on the Hill erwähnt hat, steht der Roman schon ewig ungelesen hier. Aber ich hörte und liebte Lovecraft Country. Weil ich also die Gelegenheit hatte, habe ich mir Bad Monkeys angehört.

Eine wirre Geschichte um Jane Charlotte, die in einer Psychiatrie ihre Lebensgeschichte erzählt. Schon immer auf der Hut, schon immer etwas anders, wird Jane irgendwann von einer Geheimorganisation mit der Lizenz zum Töten ausgestattet. Oder nicht?

Jasmin Tabatabai, Heikko Deutschmann und Oliver Brod lesen die verschiedenen Perspektiven im Roman, das hilft, einigermaßen den Überblick zu behalten. Weil Ruff schon eine sowieso versponnene Geschichte geschrieben hat und mir beim Rüberziehen irgendein Fehler unterlaufen ist, sodass ich Teile des Buches im Shuffle höre, was es noch konfuser macht.

Trotzdem bin ich voll dabei und begeistert von Ruffs Ideen und Szenen. Alles ein bisschen drüber, alles nicht ganz einordnenbar, aber auf jeden Fall gute Unterhaltung und großer Spaß.

Vielleicht sollte ich doch endlich mal sein Debüt lesen.

Bad Monkeys von Matt Ruff, gesprochen von Jasmin Tabatabai, Heikko Deutschmann und Oliver Brod, wurde übersetzt von Giovanni Bandini, Ditte Bandini und erschien beim Hörverlag.

Hörspiel: Moby-Dick oder der Wal von Herman Melville

Moby-Dick gehörte zu den Büchern, die ich immer mal gelesen haben wollte, die mich aber auch immer abgeschreckt haben, weil Seitenanzahl, weil Sprache, weil Thema. Wenn sich jetzt der öffentlich-rechtliche Rundfunk daran setzt, daraus zwar ein langes, aber kurzweiliges Hörspiel zu produzieren, mit der heutigen Zielgruppe im Kopf, dann funktioniert das für mich ziemlich gut. Beim Tyll war das schon so.

Bei Moby-Dick hat der BR eine rund neunstündige Produktion angelegt, auf Basis der Neuübersetzung von Matthias Jendis, mit Sprechern wie Rufus Beck, Felix von Manteuffel, Manfred Zapatka, Ulrich Matthes, Bernhard Schütz, Thomas Holtzmann, Stefan Wilkening. Ist wohl dem Stoff geschuldet, aber es sind auffällig wenig (in meiner Erinnerung sogar gar keine) Frauen darunter.

Neun Stunden also, beginnend bei der Wortkunde, mit Gesängen und sehr vielen Ausschweifungen zu verschiedenen Themen, die alle irgendwie etwas mit dem Walfang zu tun haben, arbeitet sich das Stück durch die Psyche von Ahab und das Meer bis zum Wal vor.

Es ist anstrengend und lehrreich und unterhaltsam. Und irgendwann ist auch mal gut und ich bin froh, durch zu sein.

Moby Dick ist in jeder Hinsicht ein massiver Stoff. Ich bin mir sicher, dass ich es nie geschafft hätte, das Buch komplett zu lesen. Ein Glück gibts diese Hörspielfassung. Sie ist immer noch anstrengend, macht den Wal aber um einiges zugänglicher.

Moby-Dick oder Der Wal von Herman Melville wurde vom BR als Hörspiel produziert und erschien beim Hörverlag.