„… verstehe.“, sagte Frank erneut.

der erste Satz aus Die Fuck-it Liste

Seit Coma vor zehn Jahren bin ich erstmal interessiert, wenn John Niven was Neues rausbringt. Nicht alles funktioniert für mich, aber erstmal guck ich rein. Oder, in diesem Fall, höre ich rein.

Rentner Frank hat Krebs im Endstadium und sowieso nichts mehr zu verlieren. Also nimmt er sich seine Liste von 5 Menschen vor, die es seiner Meinung nach verdient haben, zu sterben. Und beginnt damit, sie umzubringen.

Ich muss mich ein bisschen an die Stimme von Stefan Lehnen gewöhnen, aber dann habe ich sieben Stunden im besten Sinne nicht nur Spaß. John Niven erzählt seinen Rachefeldzug in einer nahen alternativen Zukunft, in der Trump seine zweite Amtszeit erhält und danach seine Tochter übernimmt. Ein sehr republikanisches Amerika, voller Waffen, Zynismus und Gewalt.

Das spannende an John Niven ist seine Balance zwischen all dieser expliziten Gewalt und dem Herz, das er in eine Geschichte bringt. Er laviert sich durch eine Welt, die gar nicht so weit von unserer entfernt ist und hat packt fast nebenbei erstaunlich politische Satire, Gesellschaftskritik und Emotion in diese Amateur-Serienkiller-Story. Tatsächlich überrascht mich das, nachdem Alte Freunde echt nicht so gut war.

Die Fuck-it Liste ist im besten Sinne voller Gewalt, Kritik und Emotion und viel mehr, als ich erwartet habe.

Die Fuck-it Liste von John Niven wurde gesprochen von Stefan Lehnen, übersetzt von Stephan Glietsch und erschien beim Ronin Hörverlag. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.