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Hörbuch: Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau, gelesen von Stefanie Stappenbeck und Andreas Fröhlich.

Der erste Satz von Das Lächeln der Frauen:

Letztes Jahr im November hat ein Buch mein Leben gerettet.

Da ist dieser französische Lektor, der unter einem englischen Pseudonym ein zu erfolgreiches Buch geschrieben hat. Und dann ist da diese Restaurantbesitzerin, die sich in den englischen „Schriftsteller“ verliebt, aber den Lektor ganz schlimm findet. Nicolas Barreau beschreibt in Das Lächeln der Frauen zwei Seiten einer angehenden Liebesgeschichte und einer wunderbaren Verwechslungsstory. Und die beiden Seiten werden wunderbar von Andreas Fröhlich und Stefanie Stappenbeck erzählt. Wobei ich an Andreas entweder mehr gewöhnt bin oder was auch immer, seine Leistung gefällt mir besser als die von Stefanie. Die Story ist vorhersehbar und dennoch spannend, es macht wirklich Spaß, zuzuhören. Das war mein erstes Buch von Nicolas Barreau. Wahrscheinlich nicht das letzte.

Das Lächeln der Frauenvon Nicolas Barreau erschien bei Piper und wurde übersetzt von Sophie Scherrer. Das Hörbuch erschien bei Osterwoldaudio und wurde gelesen von Stefanie Stappenbeck und Andreas Fröhlich.

Buch: The Walking Dead von Robert Kirkman

Ich habe noch keinen Comic aus Robert Kirkmans Reihe „The Walking Dead“ gelesen. Aber ich habe die beiden existierenden Staffeln der dazugehörigen Serie gesehen. Deshalb kenne ich das Universum ein bisschen. Aber nicht vollständig. Und jetzt da also der erste Roman aus dem Universum da – The Walking Dead Nein, es ist weder ein Roman zur Serie (wie es auf dem Cover steht), noch ein Roman zum Comic. Es erzählt nicht die gleiche Geschichte nochmal, sondern eine andere Geschichte aus dem selben Universum. Ähnlich wie es beim Expanded Universe vom Star Wars der Fall ist, wird in diesem Roman die Vorgeschichte eines Charakters erzählt. In diesem Fall die des Governor. Dieser kommt in den Comics und in der Serie vor, aber dort erst ab der noch nicht ausgestrahlten dritten Staffel. Ich kenne ihn also noch nicht. Aber – und das ist das Coole daran – der Roman mach dennoch Spaß. Es ist eine sehr visuell geschriebene Geschichte, eine blutige, actionreiche Story, die sich gut runterlesen lässt. Ich habe keine tiefphilosophischen Abhandlungen erwartet und bin nicht enttäuscht worden. Robert Kirkman hat sich für den Roman Hilfe von Jay Bonansinga geholt, der normalerweise mit Thrillern aufwartet. Diese Combo funktioniert. Und es ist offensichtlich, dass der Roman als Auftakt für eine ganze Reihe von Romanen gedacht ist, die Story endet offen. Umso unpassender, dass der deutsche Titel nur The Walking Dead ist. Wie soll denn dann der nächste heißen? Und der Untertitel als auch der Klappentext führen mehr von dem Roman weg, als zu ihm hin. Das deutsche Marketing gefällt mir also gar nicht. Aber die Geschichte ist dennoch spannend zu lesen. Und für Kenner der Serie und des gesamten Universums wahrscheinlich umso mehr. Aber eben auch für Neulinge wie mich.

The Walking Dead von Robert Kirkman und Jay Bonansinga erschien bei Heyne und wurde übersetzt von Wally Anker.

Buch: Jennifer Egan – Im Bann

Nachdem A visit from the goon squad so gut war und ich im Laden Im Bann von Jennifer Egan liegen sah, war grundsätzlich egal, was auf der Rückseite stand, es wurde direkt mitgenommen.

Die Story ist, nach vielen Jahren treffen sich zwei Cousins wieder, der eine Reich und will diese Burg, die er gekauft hat, zu einem Hotel ausbauen. Der Andere weiß nicht so genau, warum er helfen soll und was er tun soll. Und dann ist da noch diese Rahmenhandlung mit dem Insassen eines Gefängnisses, der genau diese Geschichte über die Cousins und die Burg innerhalb des Schreibkurses schreibt.

Wie auch bei A visit from the goon squad nutzt Egan keine Anführungszeichen, um wörtliche Rede zu kennzeichnen. Und sie wechselt zwischen verschiedenen Ebenen nahtlos. Ich brauchte diesmal eine Weile, um in die Geschichte reinzukommen. Vielleicht auch, weil im Klappentext der Fokus auf ein paar andere Sachen gelegt wird, als ich ihn in diesem Buch gesehen habe. Aber wenn man dann drin ist und sich auf die Geschichte einlässt, dann ist sie toll. Und das Ende wirft nochmal viel Licht auf das Buch. Am Ende dachte ich, ach komm, jetzt könnte es noch eine Weile weiter gehen.

Im Bann ist ganz anders als A visit from the goon squad und meiner Meinung nach kommt es auch nicht ganz an ihn heran, aber es ist dennoch gut lesbar und macht viel Spaß.

Im Bann (The Keep) von Jennifer Egan wurde übersetzt von Gabriele Haefs und erschien im Aufbau Verlag. 

Buch: Ready Player One von Ernest Cline

Da gab’s diesen Wettbewerb zum Start dieses Buches. Und irgendwann stand dann plötzlich diese PacMan-Tasse auf meinem Tisch. Und dann musste ich mir auch das Buch besorgen. Getan.

Gelesen. Begeistert sein! Ready Player One von Ernest Cline ist ein toller Roman.

Es ist 2044. Die Welt ist… ziemlich schlecht dran. Viele Menschen leben in sogenannten Stacks, in Ansammlungen gestapelter Wohnwagen. Wade ist ein Jugendlicher und lebt bei seiner Tante im 20. Wohnwagen so eines Stapels. Leben meint in diesem Zusammenhang, körperlich existieren, denn wie viele andere verbringt Wade sein Leben in der OASIS, sowas wie einer perfektionerten Version von Second Life. Samt Brille und Handschuhe verbringen die Menschen dort das Leben, welches sie in Wirklichkeit nicht haben. Sie gehen dort zur Schule, verlieben sich, können zaubern und so weiter. Sofern man das Geld dazu hat.

Die Geschichte des Romans ist eine Schnitzeljagd. Der Schöpfer von OASIS ist gestorben und hinterlässt all sein Vermögen der Person, welche die Schnitzeljagd als Erster schafft. Und dazu muss man sich ziemlich gut in den 80ern auskennen, denn der Schöpfer von OASIS war fanatischer Fan der 80er.

Das Buch ist voll, berstend voll mit Anspielungen an die 80er und die Jahrzehnte danach. Voller Beschreibungen der alten und ersten Arcadespiele, voller Zitate aus Filmen, Büchern und Musik der letzten vier Jahrzehnte. ich glaube, man muss spätestens in den 80ern geboren sein, um die vielen kleinen Hinweise zu sehen und zu verstehen. Besser noch ein bisschen früher. Dann ist das Buch der Oberhammer. Denn Ernest Cline schafft es mit seiner Begeisterung selbst  jemanden wie mich, der die 80er in modischer, automobiltechnischer, musikalischer und cineastischer Hinsicht eher als Rückschritt sieht, vollkommen einzunehmen und zu begeistern.

Ernest Cline übrigens war der Drehbuchautor des Films Fanboys. Cooler Film. Ansehbar. Und Ernest Cline ist auch so ein ziemlicher Freak. Fährt einen DeLorean! Echt jetzt! Und jetzt kommt einer der Hämmer um das Buch herum, das es einfach nochmal besser macht: In den Staaten ist kürzlich die Taschenbuchversion des Romanes veröffentlich worden (mit einem extrem schönen Cover). Und zusätzlich zu dieses Ausgabe hat Cline verkündet, dass in seinem Roman um diese Schnitzeljagd auch eine Schnitzeljagd versteckt ist! Sehr ähnlich zu seinem Buch. Und zu gewinnen gibt es nicht sein Vermögen, aber einen DeLorean. Leider ist die Teilnahme nur mit dem englischen Buch und als Bewohner der Staaten möglich. Schade, schade, schade. Dennoch, extrem gute Aktion.

Ich habe dieses Buch in wenigen Tagen verschlungen. Und mich sehr gefreut, am Ende zu lesen, dass der Film schon in Planung ist. Ich dachte nur während des Lesens, das ist das Schöne am Schreiben. Ich erwähne einen Song und die ihn kennen, hören ihn, in ihrem Kopf! Bei einer Verfilmung werden für all die Anspielungen extrem viel Lizenzgebühren fliessen…

Ready Player One von Ernest Cline erschien bei Penhaligon und wurde übersetzt von Hannes Riffel und Sara Riffel

Buch: Fische füttern von Fabio Genovesi

Das Coverdesign und der Name haben mich nach Fische füttern greifen lassen. Hat sich gelohnt. Da sind diese drei Menschen, zwischen 15 und 30 Jahre alt. Der eine ist der junge Radchampion, den keiner leiden kann, Mirko. Der Zweite ist der erfolglose Sänger mit nur einer Hand, Fiorenzo. Und die letzte ist nach ihrem Auslandsstudium nach Hause zurückgekehrt und bereut es mehr, als alles andere, Tiziana. Diese drei Treffen in diesem Dorf in der Toskana aufeinander und verstricken sich.

Fabio Genovese (Ich habe nichts Gegenteiliges gefunden, das hier müsste sein Debütroman sein.) lässt diese Geschichte kapitelweise wechselnd von einem dieser Drei erzählen, nicht nur mit ihrer jeweiligen Sichtweise auf die Dinge und Gefühlen zu den Dingen (und Personen), sondern auch in der jeweiligen Sprache. Deshalb erinnert das Buch stellenweise von der Spreche und dem Erlebten an Tschick, dann wieder an Bücher, die eher von Birbæk geschrieben sein könnten.

Dazu kommt eben diese Geschichte italienischer Art, witzig, nachdenklich und heftig. Ich habe mich extrem schnell durch dieses Buch gelesen und bin gespannt auf das Nächste. Dabei habe ich mit den augenscheinlichen „Themen“ nicht wirklich was am Hut: Radsport, Angeln, Jugendbüro. Braucht man aber auch nicht. Weil diese ganzen kleinen roten Fäden auf der Beziehungsebene dafür umso bekannter sind.

Da aber Fabio Genovese selbst Trainer für Radsport und begeisteter Angler ist, weiß ich nicht, ob da jetzt ein komplett anderes Buch folgen kann. Das werden wir sehen und uns solange mit Fische füttern unterhalten.

Fische füttern von Fabio Genovese ist übersetzt von Rita Seuß und Walter Kögler und erschien bei Lübbe.