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Film & Verlosung: Berlin Alexanderplatz, ab 16. Juli im Kino

In meinem Kopf ist Berlin Alexanderplatz einer der Romane, „die man gelesen haben sollte“, ich es aber nicht getan habe. Ich kenne die grobe Geschichte, die Themen und die Arbeitsweise von Döblin, habe das Manuskript oft genug im Literaturmuseum der Moderne gesehen. Aber gelesen habe ich es nicht. Und ich war extrem skeptisch, was eine „neue Interpretation des Stoffes“ anging. Auch der Trailer war mir zu mystisch, zu bunt, zu episch. Aber dann komme ich drei Stunden später aus der Pressevorführung, es ist wieder Stuttgart und früher Mittag und bin ziemlich überrascht, im positivsten Sinn.

Weil der Film alles einhält, was ich mir nicht vorstellen konnte. Burhan Qurbani erzählt ein schillerndes, neonfarbenes Epos voller Liebe und Leid. Über Francis, geflüchtet aus Guinea-Bissau, der eigentlich nur ein gutes Leben führen will, aber immer wieder neu scheitert, bis er daran zerbricht.

Klar sind drei Stunden ein Brett und an manchen Stellen hätte es für mich auch ein wenig kürzer sein können. Manchmal sind mir die Gefühle zu krass aufgedreht und Voice-Over Monologe zu pathetisch.

Aber all das sind Kleinigkeiten. Qurbani schafft es, die Themen des Romanes tatsächlich zu adaptieren, in unsere Zeit zu bringen. Manchmal erinnert er mich ganz positiv an die Serienverfilmung von American Gods und an Moulin Rouge und Romeo und Julia von Baz Luhrmann. Und die drei wichtigsten Figuren werden von Welket Bungué, Jella Haase und Albrecht Schuch großartig gespielt. Besonders Schuch hat mich extrem begeistert.

Berlin Alexanderplatz ist kein Film zum nebenbei gucken. Ein großartiges Werk, dass mich positiv und eindrücklich überrascht hat. Ab 16. Juli im Kino.

Gewinnspiel:

Ich darf 1×2 Tickets und Buchvorlage verlosen. Schreibt mir eine Mail (oder einen Kommentar) und sagt mir, welches euer „sollte man gelesen haben, habe ich aber nicht“-Buch ist.

Einsendeschluss ist Donnerstag, der 9. Juli, 12 Uhr. Der Zufall entscheidet, dann gehen die Tickets und das Buch direkt raus. Die Adressen werden für nichts anderes verwendet und direkt danach wieder gelöscht. Viel Erfolg!

Film: 303 von Hans Weingartner

Seit ich vor 15 Jahren Die fetten Jahre sind vorbei im Kino gesehen habe, haben die Filme von Hans Weingartner bei mir einen Stein im Brett. Ich liebe das immer mit einem Hoffnungsschimmer angereicherte, manchmal sogar fast utopische Hinterfragen von Konventionen und Strukturen.

Ich liebe diese Art, Geschichten zu erzählen, inklusive des Soundtracks und des Gefühls. Bei 303 ist das genauso.

Jule ist mit ihrem Wohnmobil auf dem Weg zu ihrem Freund in Barcelona, als sie Jan an einer Tanke aufliest und mitnimmt. Und ab diesem Moment ist klar, dass die beiden zusammenkommen werden. Aber es ist der Weg dorthin.

Ein Trip auf Landstraßen durch Europa, samt passendem Soundtrack und ewigen Gesprächen, in denen die beiden sich immer wieder neu aneinander annähern und mich als Zuschauer mitnehmen. Ich bin nicht immer einer Meinung, ich finde Jule und / oder Jan nicht immer sympathisch, aber ich kann sie als Menschen immer besser greifen.

Mala Emde und Anton Spieker habe ich vorher noch nie bewusst spielen sehen, sie machen ihre Rollen mehr als gut und gerade, weil ich sie nicht kenne, gelingt die Geschichte umso besser.

Weingartner spielt das klassische Boy meets Girl-Ding durch, nur dass er den Höhepunkt sehr clever immer wieder hinauszögert. Beim Sex heißt das Edging und was dort klappt, geht auch hier.

Es ist ein Film von Hans Weingartner und endet mit dem passenden Happy End, wobei ich mir gewünscht hätte, dass er diesmal eine halbe Szene früher rausgegangen wäre.

Ansonsten, 145 Minuten gutes Gefühl, Gänsehaut und Lächeln.

303 von Hans Weingartner ist nun erhältlich, unter anderem bei Amazon Prime Video.

Film & Verlosung: Der verlorene Sohn – Boy Erased

Die Geschichte von Jared, schwuler Sohn eines Baptistenpredigers, der von seinem Vater in ein religiöses Ex-Gay-Programm geschickt wird, eine sogenannte Reparativtherapie.

Knapp zwei Stunden sehen wir Jared dabei zu, wie er voller Scham und von Schuldgefühlen zerfressen tatsächlich versucht, seinem Vater, aber auch Gott gerecht zu werden. Weil der Glaube Teil seines Lebens ist. Seine sexuelle Orientierung aber genauso.

Die Hälfte der Zeit sitze ich mit vor Wut und Fassungslosigkeit verkrampften Magen im Kino. Ich kann es nicht fassen, wie Menschen im Namen Gottes erniedrigt, beschämt und gebrochen werden.

Der verlorene Sohn ist kein Film, den man sich mal eben zu Unterhaltung ansieht. Es ist ein wirklich krasser, aufwühlender Film – großartig dargestellt von unter anderem Nicole Kidman, Russell Crowe, Joel Edgerton und Lucas Hedges – der zwar auch ein paar fröhliche Momente hat, einen berührenden Soundtrack und vor allem ein hoffnungsvolles Ende.

Aber der Unterton bleibt ernst bis zum Schluss, er schafft es, mir klarzumachen, dass es bis heute leider nicht selbstverständlich ist, jeden lieben zu lassen, wen er will. Und was das für Menschen bedeutet.

DER VERLORENE SOHN läuft ab 21. Februar im Kino.

Der Film basiert auf der Autobiographie Boy Erased von Garrard Conley, letztes Jahr erschienen beim Secession Verlag. Conley hat diese Therapie selbst erlebt und mit seinem Buch Aufmerksamkeit darauf gelenkt. Schade, dass der Verleih dem Film im Deutschen einen anderen Titel gegeben hat, sodass nicht gleich klar wird, dass es noch ein Buch zum Film gibt. Und andersherum.

Umso schöner, dass ich beides verlosen darf!

Gewinnspiel:

Ich darf zwei Pakete verlosen, jeweils mit zwei Freikarten für den Film und dem dazugehörigen Buch.

Schreibt mir eine Mail (oder einen Kommentar) mit eurer Adresse und sagt mir, was war der letzte Film, der euch wirklich aufgewühlt hat?

Einsendeschluss ist Sonntag, der 17. Februar. Der Zufall entscheidet, dann gehen die Pakete direkt raus. Die Adressen werden für nichts anderes verwendet und direkt danach wieder gelöscht. Viel Erfolg!

Der verlorene Sohn läuft ab 21. Februar im Kino. Boy Erased von Garrard Conley wurde übersetzt von André Hansen und erschien beim Secession Verlag. Die Gewinne und das Rezensionsexemplar wurden mir zur Verfügung gestellt.

Film: Das Spiel, ‚Gerald’s Game‘, nach einem Roman von Stephen King

Um das Liebesleben und die Beziehung wieder in Fahrt zu bringen, wollen Jessie und Gerald das Wochenende alleine auf ihrer Hütte verbringen. Dann erleidet Gerald einen Herzinfarkt, während Jessie ans Bett gekettet ist.

Vor etwa 15 Jahren hatte ich Stephen King für mich entdeckt und schon durch einige Romane gelesen, als ich Das Spiel in der englischen Ausgabe bekam. Ich fing auch an zu lesen, kam auch an den Punkt, an dem Gerald stirbt (übrigens stirbt er im Roman nochmal ein bisschen anders und tatsächlich in einer bestechenderen Version), aber mit 15 war mein English nicht sicher genug, um durch den Roman zu kommen. Und es gibt auch immer viel anderes zu lesen. Seit kurzem ist der Film verfügbar.

Ein Kammerspiel, der Großteil des Films spielt im Schlafzimmer, in dem Jessie am Bett hängt und, ja auch mit realen Bedrohungen wie einem eindringenden Wolfshund und Wassermangel, aber viel schlimmer noch, mit ihren Ängsten und ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Gerald stirbt zwar am Anfang des Films, aber er ist dank Jessies Fantasie bis zum Ende dabei.

Ein wirklich beängstigender Psychothriller, der am Ende auch in Richtungen geht, die ich nicht erwartet hätte und ihn auch sehr aktuell macht. Man braucht starke Nerven, weil mindestens eine Szene extrem explizit wird, so sehr, dass mir schlecht geworden ist. Ein Film, der mich beeindruckt hat und mir Lust macht, jetzt doch noch den Roman zu lesen.

Das Spiel, nach einem Roman von Stephen King, mit Carla Gugino und Bruce Greenwood ist auf Netflix verfügbar. Dort gibt es auch einen deutschen Trailer, den ich leider nicht einbinden kann.

Film & Verlosung: Paddington 2

Als 2014 Paddington gesehen habe, war ich sehr überrascht, weil ich nicht gedacht hätte, dass mich ein Film über einen Bären in London so unterhalten könnte. Ich habe ihn unter anderem gesehen, weil David Heyman ihn produziert hat, er hat ein gutes Händchen für Stoffe, so hat er sich damals die Filmrechte für Harry Potter gesichert und alle acht Filme produziert. Und dann eben auch Paddington.

Damals habe ich mir vorgenommen, danach endlich die Bücher zu lesen, was ich bis heute nicht geschafft habe. Dafür steht der neue Film an!

Mittlerweile lebt Paddington also in London und will seiner Bärentante Lucy zum 100. Geburtstag ein altes Pop-Up-Buch aus einem Antiquariat kaufen. Doch kurz bevor er das Geld dafür zusammen hat, wird genau dieses Buch gestohlen und Paddington wird verdächtigt. Was natürlich niemand auf sich sitzen lässt.

Ich musste im Film öfter mal den Erwachsenen in mir abschalten, der dachte, Aber das geht doch nicht. Weil es eben doch ein Kinderfilm ist.

Aber wenn man sich darauf einlässt, dann wird man knapp zwei Stunden extrem gut unterhalten. Kein Aufguss des ersten Films, sondern ein warmer, freundlicher und überraschend actionreicher Film, der nicht nur Slapsticknummern hat, sondern auch immer wieder intelligenten Humor zeigt. Wie es eben gute Kinderfilme können müssen: Man lacht oft dann, wenn Kinder lachen, und schmunzelt an vielen weiteren Stellen, die man als Kind noch übersieht.

Ein schöner Film, der Lust auf einen weiteren macht. Ein Glück ist dieser schon angekündigt. Bis dahin, erstmal diesen sehen.

Paddington 2 läuft ab dem 23. November im Kino.

Verlosung: 

Studiocanal hat mir ein Paket zur Verfügung gestellt, zu gewinnen gibt es zwei Freikarten, das Stickeralbum und das Bilderbuch zum Film.

Schreibt mir eine Mail (oder einen Kommentar) mit eurer Adresse und sagt mir, welchen Kinderfilm hättet ihr gern schon als Kind gesehen?

Der Zufall entscheidet dann. Einsendeschluss ist Dienstag, der 21. November, 12 Uhr. Dann geht das Paket direkt raus und ihr könnt zum Filmstart am 23. im Kino sitzen. Die Adressen werden für nichts anderes verwendet und direkt danach wieder gelöscht. Viel Erfolg!