Schlagwort: Graphic Novel (Seite 1 von 1)

Comic: Hellboy, Kompendium 1

Ich bin comictechnisch mit Lustigen Taschenbüchern aufgewachsen und kannte Superhelden nur aus Filmen. So auch Hellboy, den ich tatsächlich ganz gut fand. Jetzt also die Comics. Über das Wesen aus der Hölle, das heraufbeschworen wurde und „auf der guten Seite“ kämpft.

Ich kenne aus den Filmen zumindest Teile der Geschichte, was mir den Einstieg leichter macht. Ich muss mich erstmal an den Zeichenstil gewöhnen, aber ich mag den Sarkasmus von Hellboy und die düster-witzigen Geschichten, die sich selbst nicht immer ganz ernst nehmen.

Weil es das K0mpendium ist (erste von vier), kann ich mich knapp 500 Seiten in die Welt vertiefen, in der ich mich immer wohler fühle. Mehr noch, ich mag die Anmerkungen und Entstehungsgeschichten, die Mignola in diesem Band erzählt, samt aller Anspielungen und Mythen, die er verarbeitet. Wie schön, zu lesen, aus welchem Umständen und Zufällen welche Geschichten entstehen. Kaum Autorïnnen machen das, schade eigentlich, weil ich glaube, dass Menschen mehr über das Geschichten erzählen lernen könnten.

Mike Mignola vermischt in Hellboy Popkultur, Mythologie und eine ganze Bandbreite an Emotionen. Klar, oft ist es nur übertriebene Gewalt und actionreiche Unterhaltung. Aber vielleicht brauchen wir manchmal einen Jungen aus der Hölle, um zu verstehen, wie wir uns selbst verhalten und wie wir uns ändern können. Und jetzt freue ich mich auf die restlichen Kompendien

Hellboy, Kompendium 1 von Mike Mignola und John Byrne, Mark Chiarello, Dasve Stewart, Matthew Hollingsworth und James Sinclair, wurde übersetzt von Gunther Nickel und Michael Groenewald und erschien bei Cross Cult. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Comics: Gung Ho 2 bis 4 von Benjamin von Eckartsberg und Thomas von Kummant

Es gibt eben Momente, da sollte man rauchen, nicht?

DER ERSTE SATZ AUS GUNG HO 2 – Ohne Rücksicht auf Verluste

Band 1 hatte mich angefixt, also habe ich die derzeit verfügbaren drei anderen Bände an einem Abend durchgelesen.

Benjamin von Eckartsberg und Thomas von Kummant halten das jugendliche, sorgenfreie, fast schon Verantwortungslose der Gang in diesen Teilen bei, gleichzeitig aber vertiefen sie die ernsten Themen und zeigen, dass jeder Mensch seine oder ihre Art von Narben hat und Gründe für das Verhalten.

Im Schnitt gibt es in jedem Band eine Stelle, die mir zu extrem, zu flapsig oder zu tief unter der Gürtellinie ist, und immer mal wieder ist mir die Geschichte zu nah an dem, was ich in Postapokalypse schon oft gesehen habe, aber immer wieder überrascht mich die Geschichte und ich will wissen, wie es weitergeht. 2021 kommt der letzt Band raus, ich bin sehr gespannt darauf.

Gung Ho Benjamin von Eckartsberg und Thomas von Kummant erschien bei Cross Cult. Der Verlag hat mir Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt.

Comic: Gung Ho 1 – Schwarze Schafe

Sag Mal, Salim, gibt’s bei euch auch Nägel für die Abschüsse bei Weibern?

Der erste Satz aus Gung Ho 1 – Schwarze Schafe

Benjamin von Eckartsberg und Thomas von Kummant legen Band 1 von Gung Ho vor, ein großformatiger, Hardcovercomic mit ziemlich geilen Zeichnungen und einer nicht ganz originellen, aber ganz coolen Story.

In dieser postapokalytischen Welt gibt es Gefahren, Gefahrenzonen und gesicherte Städte, die sehr strengen Regeln folgen. Und wenn Jugendliche und Regeln zusammenkommen, dann gibts Chaos.

Zack und Archer sind Brüder, die in diese kleine Sicherheitszone gebracht werden, weil sie Ärger gemacht haben. Aber sie sind Jugendliche und werden auch hier Ärger machen.

Gung Ho mischt (Zombie)Postapokalypse mit Breakfast Club, der Ton ist flapsig und kratzt, ach was, taucht immer wieder unter die Gürtellinie und die Zeichnungen sind ziemlich geil. Gerade, weil das Buch so großformatig ist.

Manche Elemente – in der Story, aber auch bei den Zeichnungen – sind mir zu plump, dafür gibt es andere, die es ziemlich gut schaffen, dieses Gefühl von Aufwachsen in einer gefährlichen Umgebung zu zeigen.

Ich mag die Geschichte, die sich aber leider in diesem Band anfühlt, wie die erste Folge einer neuen Serie. Und danach ist das Buch vorbei. Gerade, wo ich angefixt bin. Gung Ho ist auf 5 Bände angelegt, der letzte erscheint wohl 2021. Solange muss ich mich mindestens auf das Ende gedulden.

Gung Ho 1 – Schwarze Schafe von Benjamin von Eckartsberg und Thomas von Kummant erschien bei Cross Cult. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Graphic Novel: My Father Never Cut His Hair von Peter Phobia

This is the story of my father Rudy.

Der erste Satz aus My Father never cut his hair

Titel und Cover haben direkt etwas bei mir ausgelöst. Ich wollte mehr über diese Geschichte und diese Welt erfahren.

Offiziell ist das Buch eine Graphic Novel, aber die passendere Bezeichnung ist Bilderbuch für Erwachsene. Als ob Peter Phobia mit mir am Tisch sitzen würde und von seinem Vater erzählt. Oder zumindest von dem, was er über seinen Vater weiß. Den Inhalt eines Schuhkartons, den er uns mit diesem Buch präsentiert.

Peter hat ein Faible für violett und rosa, das sich auch in diesem Buch zeigt. Die Bilder, als auch die Sprache sind – vielleicht, weil wir von vornherein um die Tragik der Geschichte wissen – melancholisch nüchtern und weil es eine wahre Geschichte ist, berührt sie mich. Gerade seine Bilder und seine Sprache machen diese Geschichte, die leider wohl viel zu oft geschieht, individuell und schön.

Das Buch selbst ist wunderschön gemacht, die Schrift auf dem Cover erhaben, das Papier ein wenig fester, wertig. Es macht Spaß, darin zu blättern und die Geschichte zu erfahren. Nur bei Bildern und Texten über eine Doppelseite kommt das Buch an seine Grenzen, hier sind Druck und Bindung leider nicht so sauber, wie der Rest.

Ein kleines Manko einer sonst sehr schönen Erfahrung: Für eine kurze Weile in die Welt von Peter Phobia eintauchen und sich von ihm berühren lassen.

My father never cut his hair von Peter Phobia erschien bei Luftschacht. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.