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Schlagwort: Hermes Baby (Seite 2 von 2)

Meine Hermes Baby!

Meine Hermes Baby von 1949

Meine Hermes Baby von 1949

Wenn man sich irgendwann mal ein wenig mit Schreibmaschinen auseinandersetzt, trifft man irgendwann auf die Hermes Baby. Die Hermes Baby ist eine Reiseschreibmaschine, die zu den bekanntesten Reiseschreibmaschinen seiner Zeit zählte. Unter anderem schrieben Max Frisch, Ernest Hemmingway und John Steinbeck auf Hermes Babys.

Wenn man das weiß und wenn man gerne auf Schreibmaschinen tippt, dann entwickelt man irgendwann auch den Wunsch, eine zu besitzen. Entweder legt man dann ein bisschen mehr Geld hin und kauft sich sofort eine. Oder man wartet und sucht und findet folgendes heraus:

Eine der Hermes Babys aus dem Jahr 1949 landet nach langer Zeit des Benutzens und nicht Benutzens auf dem Flohmarkt. Wir reden von Zeiten, in denen noch nicht die besten Sachen über ebay verkauft wurden. Von Zeiten, in denen man noch mit Deutscher Mark bezahlt hat. Ein damals junger Mann kaufte die Maschine und hatte eigentlich vor, sie irgendwann zu putzen und zu reparieren und wieder zu Nutzen. Umstände aber machen, dass dieser nie dazu kommt, sich die Maschine genauer anzusehen. Also überdauert die Maschine in ihrer schon ramponierten Hülle knapp zwei Jahrzehnte im Keller irgendwo in Deutschland. Dann irgendwann zieht der Mann samt Familie in die Nähe Stuttgarts. Beim Umzug findet er die Schreibmaschine wieder, die Motivation, diese aber wieder zum laufen zu bringen, blieb verloren. Also stellt er die Maschine bei ebay ein. Zur Abholung.

Und so bin ich also an meine Hermes Baby gekommen. Mittlerweile ist sie mehrmals auseinandergebaut, mit WD40 eingeölt und geputzt und ein neues Farbband eingesetzt und alles funktioniert soweit. Manchmal überspringt sie ein paar Zeilen und Briefe werden im Laufe des Blattes immer schräg. Aber das macht den Charme der Hermes Baby aus.

Meiner Hermes Baby.

Die Halbwertszeit von Glücksgefühlen durch den Kauf von materiellen Dingen.

Sie existiert nicht. Beziehungsweise: Sie tendiert extrem gegen null.

In dieser Welt gibt es nur zwei Tragödien. Die eine ist, nicht zu bekommen, was man möchte, und die andere ist, es zu bekommen.

(Oscar Wilde)

Die Sache ist doch die: Es gibt Sachen, die sind toll und: Die. Will. Man. Haben!

Sei es ein Handy, ein Auto, ein Kleidungsstück oder eine Wohnung. Und je unerreichbarer die Sache ist, desto größer ist der Wunsch. Ebenso die Anstrengung, die Sache zu bekommen.

Aber das wirklich Erschreckende passiert, wenn man die Sache dann doch irgendwann besitzt. Vor der Tür steht das großartigste Zweirad, welches man sich wünschen kann. Hinter mir liegt die tollste Schreibmaschine ever (dazu bald mehr).

Ich habe jeweils einen gehörigen Batzen Zeit und Energie in das Unternehmen gesteckt, an die Sachen heranzukommen. Und dafür, wie sehr ich sie haben wollte, verbringe ich nun ziemlich wenig Zeit mit ihnen.

Wisst ihr, was ich meine? Was kann man dagegen tun? Mehr Wertschätzung, ich weiß. Aber das nicht immer so leicht.

Schreibmaschinenfarbbänder: DIN 2103 = DIN 32755

Ein altes DIN 2103 aus Metall und ein neues DIN 32755 aus Plastik.

Ein altes DIN 2103 aus Metall und ein neues DIN 32755 aus Plastik.

Ein Dank an die deutsche Industrienorm. Seit 1918 wird alles mögliche genormt. Papierformate, Heizkessel und eben Schreibmaschinen. Deshalb passen heute produzierte Papiere und Farbbänder auch noch in Schreibmaschinen aus dem Jahre 1936. Gefährlich wird es nur dann, wenn eine alte DIN durch eine neue DIN ersetzt wird. Weil ich so lange im Netz danach gesucht habe:

Die DIN 2103 ist heute die DIN 32755!

Wenn ihr also eine Schreibmaschine habt und schon ewig auf der Suche nach neuen Farbbändern seid und unter 2103 kaum was findet, sucht nach DIN 32755, diese passen. Ich hoffe, ich kann eure Suche ein wenig abkürzen.