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Schlagwort: Indie-Autor (Seite 2 von 2)

Das Leben ist ein Erdbeben: Pre-Release-Party am 23.11.12 im Kupferdächle Pforzheim

Am 24. November 2012 veröffentliche ich als Indie-Autor ohne Verlag meinen ersten Roman „Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen.“ Diese Serie berichtet von der Reise vom Text in meinem Rechner bis zum fertigen Buch in euren Händen.

Wir unterbrechen die Serie mal für eine kurze Ankündigung. Am 24.11. veröffentliche ich ja den Roman. Die offizielle Release Party an diesem Samstag ist noch nicht in ganz trockenen Tüchern, deshalb kann ich da gerade noch nichts drüber schreiben. Aber:

Am 23.11 ist Poetry Slam im Kupferdächle. Special Guest diesmal: Ich! Ich werde ein bisschen aus „Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen“ vorlesen und ein paar Exemplare dabeihaben und ein bisschen mit euch feiern. Sofern ihr da seid! Also:

23.11.12 ab 20 Uhr

Poetry Slam und „Das Leben ist ein Erdbeben“ Pre-Release

im Kupferdächle Pforzheim. Eintritt frei!

Indie-Autor werden Teil 4: Vertriebswege und die unterschiedlichen Print-on-demand-Dienstleister.

Am 24. November 2012 veröffentliche ich als Indie-Autor ohne Verlag meinen ersten Roman „Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen.“ Diese Serie berichtet von der Reise vom Text in meinem Rechner bis zum fertigen Buch in euren Händen.

Vertriebswege und die unterschiedlichen Print-on-demand-Dienstleister.

Bei dem klassischen Buchdruck und -vertrieb gibt es die sogenannte Auflage. Das zu erscheinende Buch wird wird in der Anzahl gedruckt, wie der Verlag die nachfrage einschätzt.  Bei einem Dan Brown oder einem Harry Potter Band kann die Erstauflage schonmal im Millionenbereich liegen, ist aber eher die Ausnahme. Bei einem Erstlingsroman eines unbekannten Autors, dessen Bücher unbeworben in den Bahnhofsbuchhandlungen liegen, kann die Erstauflage auch nur 1500 Exemplare beinhalten. Wird diese in einem gewissen Zeitrahmen verlauft, wird nachgedruckt. Wenn nicht, landen die Bücher irgendwann auf diesem Haufen, wo das Buch dann als „Mängelexemplar“ nur noch knapp die Hälfte kostet. Druckt man eine große Anzahl Bücher, ist das einzelne Exemplar günstiger, als bei einer kleinen Auflage. Aber es ist natürlich auch ein größeres Risiko, wenn man viele Bücher gedruckt hat, dass diese nicht verkauft werden. Bei dem Print-on-demand gibt es die klassische Auflage nicht mehr. Hier wird jedes Buch einzen gedruckt, sobald es bestellt wird. Die Nachteile sind die höheren Druckkosten – jedes Buch wird einzeln gedruckt – und die längere Lieferzeit, denn das Buch muss ja erstmal gedruckt werden, bevor es verschickt werden kann. Mittlerweile gibt es in Deutschland einige Anbieter, über die man sein Buch auf diese Art veröffentlichen kann. Es gibt die kleinen, die eher so dafür da sind, dass man seiner Familie einen Band mit den eigenen gedichten schenken kann. Und es gibt die großen, die zusätzliche Optionen anbieten, wie eine ISBN und eine Möglichkeit, das Buch ganz offiziell über den regulären Buchhandel verfügbar zu machen. Zu den größeren Print-on-demand-Dienstleistern gehören Books on Demand (BoD) aus Deutschland, Lulu aus den USA und die Amazon Tochterfirma CreateSpace. Es gibt noch andere, aber das sind die, mit denen ich mich näher auseinandergesetzt habe und von denen ich ein bisschen berichten möchte. Grundsätzlich leisten alle drei das Gleiche: Man baut sich online sein Buch zusammen und der Dienstleister kümmert sich darum, dass es bestellbar ist. Teilweise auch darum, dass es eine ISBN-Nummer gibt und dass es nicht nur im eigenen Onlinestore verfügbar ist, sondern auch bei Amazon oder im stationären Buchhandel, also bei dem netten Bücherladen bei dir um die Ecke. Aber es gibt eben doch ein paar Unterschiede, hier die für mich ausschlaggebenden:

Books on Demand

BoD hat eine enorme Bandbreite an Dienstleistungen und ist auch komplett in Deutsch gehalten, kommt ja auch aus Deutschland. Aber BoD hat – zumindest für mich einen schwerwiegenden Nachteilen: Books on Demand beansprucht jegliche Rechte für sich. Im Autorenvertrag steht folgendes:

Der Autor räumt Bod für alle bekannten Nutzungsarten die räumlich und inhaltlich unbeschränkten Rechte zur Verwertung der Bod-Titel
für die Laufzeit des jeweiligen Buchvertrages ein.
Die Rechtseinräumung erstreckt sich auf die Verwertung der Nutzungsrechte sowohl durch Bod selbst als auch durch entgeltliche oder unentgeltliche (auch
teilweise) Vergabe von Rechten an Dritte und umfasst insbesondere die folgenden exklusiven Rechte:

Und dann folgt eine Liste von a) bis f). Alles drin. Hörbücher, digitale Versionen und Leseproben. BoD übernimmt quasi für alles das Copyright. Und möchte man da raus, heißt es:

Möchte der Autor einzelne oder alle Buchverträge vorzeitig beenden, so ist dies gegen Zahlung der jeweils im Buchvertrag geregelten Gebühr möglich (Vertragsaufhebung).

Man muss sich also freikaufen, wenn man das Buch woanders veröffentlichen möchte. Und mein Bestreben, das Buch unter Creative Commons kostenlos online zu stellen, würde auch nicht funktionieren. Wäre mir als Autor nicht erlaubt, weil es nicht über BoD läuft. Das ist mir zu sehr Käfig für zu wenig Freiheiten.

Lulu

Lulu ist eine amerikanische Seite. Ähnliche Services, aber ohne die krassen Vertragsbedingungen. Problem hier ist, Lulu druckt nur in Amerika. Die Versandkosten betragen rund sechs Euro pro Buch. Bei einem Buchpreis von 10 Euro zahlt der Käufer insgesamt doch wieder 16 Euro. Das wäre mir für ein Taschenbuch auch zu viel Geld. Es gibt aber bei Lulu eine Möglichkeit, die Bücher über amazon zu verkaufen, da könnten sie dann kostenlos versandt werden. Könnten. Habe ich noch nie bestätigt bekommen.

CreateSpace

Ich war grundsätzlich schon kurz davor, das Buch übern Lulu zu veröffentlichen, als ich mit meiner Nachnamensvetterin und Diplom-Übersetzerin Miriam Neidhardt in Kontakt kam. Miriam hat erst kürzlich ein Sachbuch veröffentlicht, Überleben als Übersetzer: Das Handbuch für freiberufliche Übersetzerinnen. Von ihr habe ich dann auch erfahren, dass die Amazon Tochter ihre Vertriebswege nun auch auf den europäischen Markt ausgeweitet hat. Und das hat dann den Ausschlag gegeben.

Ich werde mein Buch über CreateSpace veröffentlichen. Es wird versandkostenfrei bei Amazon bestellbar sein. Und direkt bei mir kaufbar. Und gleichzeitig auch kostenlos online verfügbar. Und vielleicht irgendwann als Hörbuch …

Ich denke, hauptsächlich werde ich das Buch auf Lesungen / Poetry Slams dabei haben und von Hand verkaufen. Und wenn wir Glück haben, gibt es das Buch irgendwann auch im Buchladen um die Ecke. Bis dahin, kauft bei Amazon oder kommt bei mir vorbei. Ich freue mich drauf.

Nächstes Mal geht um das Layout und die komplette Umschlaggestaltung.

 

Indie-Autor werden Teil 3: Das Cover und der Titel.

Am 24. November 2012 veröffentliche ich als Indie-Autor ohne Verlag meinen ersten Roman „Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen.“ Diese Serie berichtet von der Reise vom Text in meinem Rechner bis zum fertigen Buch in euren Händen.

Der Titel.

Das Werk wuchs anfangs namenlos. Eine Zeitlang nannte ich den Roman dann „Sex sells“, aber auch einfach nur deshalb, weil mir gar nichts einfiel und ich dem Kind ja einen Namen geben musste. Dann entdeckte ich in dem wunderbaren Buch „Was heißt hier Tingo“ von Adam Jacot de Boinod das Wort „mokita“. Das Wort stammt aus Kivila / Papua Neuguinea und bedeutet:

Die Wahrheit, die jeder kennt, aber keiner ausspricht.

Bis heute bin ich extrem fasziniert von dem Wort und seiner Bedeutung, sodass ich damals dem Roman diesen Namen gab. Und den trug er eine ganze Weile lang. Beim Erstellen dieser Seite wurde dieses Wort eben auch Name meiner Onlinepräsenz. Bei mokita ist das Risiko, es falsch zu schreiben, um einiges geringer als bei Fabian Neidhardt. Ein paar Jahre gab es also mokita, die Seite, und mokita, das Buch.

Bis ich vor kurzem bei der Covergestaltung für den Roman gemerkt habe, dass der Name nicht so gut zu dem Inhalt passt, wie ich es gerne hätte. Natürlich, es geht irgendwo schon um ein paar der Wahrheiten die jeder kennt, aber keiner ausspricht. Aber weder dieses Thema, noch das Wort mokita werden im Roman nochmal explizit aufgegriffen. Deshalb heißt der Roman jetzt „Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen.“ Und dieser Titel passt vollkommen. Warum? Dafür müsst ihr das Buch lesen. 🙂

Das Cover.

Ich schreibe und spreche. Das kann ich, das mache ich. Ich kann nicht designen. Hält mich (leider) nicht davon ab, hier an der Seite und an den Buchcovern am Design herumzuspielen. Meist aber eher, um dann Nikolai Reichelt – Designer und bester Freund – eine Idee zu geben, was ich mir so vorstelle.

Als ich entschieden habe, ich will das Buch selbst veröffentlichen, sagte er ohne zu zögern, er macht das Cover und das Layout. Das ist das Schöne am Indie-Autorensein: Man hat alles selbst in der Hand. Man kann seine Wünsche verwirklichen und kein Verlag versucht, seine Coverideen oder gar Covervorlagen auf das Werk anzuwenden. Und natürlich trägt man im Endeffekt die „Schuld“, wenn es nicht gut läuft 😉

Meine Wünsche für ein Cover waren: Es soll minimalistisch sein und es soll etwas mit dem Buch zu tun haben. Inspiration für mich war definitiv die Sparbuch-Reihe von Ullstein.

Auch wenn sich die Reihe nicht wirklich durchgesetzt hat und bei der Presse nicht sehr beliebt war, ich mag die Bücher sehr. Leider funktioniert das Design nur bei Büchern / Autoren, die bekannt genug sind.

Also gab es viele Brainstormsessions, in denen wir über mögliche Motive nachdachten. Dabei gabs natürlich auch klassische Mindmaps und während dieser Mindmaps eben auch oben beschriebene Erkenntnis, der Name mokita passt nicht.

Nachdem wir den neuen Namen hatten, kümmerten wir uns weiter um das Cover und waren von der Idee, sowas wie eine Mindmap auf das Cover zu machen.Dabei wollten wir weniger auf allgemeine Themen eingehen, sondern versuchen, mit einer Mindmap die Beziehungen innerhalb des Romanes darzustellen. Niko sagte mir, dann brauche ich von dir eine Auflistung aller Personen und Beziehungen zueinander. Zuerst versuchte ich das in einer am PC erstellten Mindmap, das wurde aber wieder unübersichtlich. Also erstellte ich eine Tabelle mit all den Namen aus dem Buch und mit den Parametern Liebe, Hass, Verwandt, Bekannt und Freund. Daraus entwickelte Nikolai die finale Grafik. Und daraus dann das Cover. Wir haben das dann beim Layouten noch einmal überarbeitet, aber dann nur noch in Feinheiten.

Die bisherigen Reaktionen auf das Cover sind größtenteils positiv. Eine schöne Anekdote: Ich zeigte das Cover einem Freund und er sah sich die Infografik an und fragte: Warum geht zu Lea nur ein Strich. Und ich denke und sage: Siehst du, das macht ein gutes Cover aus: Man macht sich Gedanken über das Buch und seinen Inhalt. man ist interessiert. Das ist doch perfekt!

Wie gefällt euch das Cover? Ich freue mich auf Resonanz!

Auf der Facebook-Fanseite gibt es nochmal einige Fotos mehr zu dem Weg von den Coverideen und den Inspirationen bis zum finalen Cover. Im nächsten Teil dieser Serie geht es um die Vertriebswege und die unterschiedlichen Print-on-demand-Dienstleister. Bis dahin, gutes lesen!

Indie-Autor werden Teil 2: Das Lektorat.

Am 24. November 2012 veröffentliche ich als Indie-Autor ohne Verlag meinen ersten Roman „Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen.“ Diese Serie berichtet von der Reise vom Text in meinem Rechner bis zum fertigen Buch in euren Händen.

In genau zwei Monaten will ich das Buch veröffentlichen. Guter Zeitpunkt für den zweiten Teil der Serie.

Das Lektorat.

Ich weiß, es gibt Dienste und ganze Verlage, die genau das anbieten, ein professionelles Lektorat. Aber mit der Entscheidung, das Buch selbst zu veröffentlichen, habe ich für mich auch entschieden, alles selbst zu machen. Nein, das ist falsch. Aber eben alles mit Freunden machen und nicht auf Dienstleister zurückzugreifen. Das wirklich Schöne war, als ich mich also entschieden hatte und diese Entscheidung kund getan habe, bekam ich von allen Seiten Zuspruch. Und so stand plötzlich auch Christian Wöhrl auf dem Plan. Ich habe ihn damals über das Little Brother Hörbuch kennengelernt, er hatte die Übersetzung angefertigt, die ich dann gesprochen habe. Seitdem haben wir regen Kontakt. Und als ich ihn schreibe und von meinem Entschluss berichte, sagt er mir, er sei Redakteur und Layouter und wenn er dürfte, würde er gern nochmal über den sehen.

Links das Manuskript, rechts die kommentierte Fassung. Oft hatte ich auch gedruckte Fassungen vorliegen und jeder Leser hatte eine andere Farbe genutzt, um seine Anmerkungen zu notieren.

Dabei ist er nicht der erste, der den Text auf grammatikalische und sonstige Fehler liest. Viele Menschen haben das Manuskript in den verschiedenen Stadien gelesen, ab 2009 gab es ja ganz offiziell die Betaleser-Aktion. Was gibt es besseres, als Fremde, die gnadenlos kritisieren? Nach all diesen Verbesserungen ist Christian also der Letzte, der das Buch durchgesehen hat, bevor es nun veröffentlicht wird. Dafür ihm und allen anderen Menschen, die es gelesen und mir geholfen haben, Danke!
Und ich zitiere aus dem Danke-Teil des Buches:

Wenn dir, werter Leser, noch Fehler auffallen, schreibe mir. In der nächsten Version werden sie dann verbessert sein und du kannst dich zu jenen zählen, welcher dieser Dank gehört.

Bald geht es weiter mit dem nächsten Teil, dann geht es um das Cover und den Titel. Und nebenbei: Für alle Netzweraffinen gibt es eine Facebook Seite zu „Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen“. Dort gibt es neben diesen Berichten noch kleinere Updates und demnächst auch mehr Bilder zur Entstehung.

Aber keine Angst, alle wichtigen Sachen gibt es auch und immer zuerst hier zu sehen 😉

Das Leben ist ein Erdbeben. Indie-Autor werden Teil 1: Die Entscheidung.

Am 24. November 2012 veröffentliche ich als Indie-Autor ohne Verlag meinen ersten Roman „Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen.“ Diese Serie berichtet von der Reise vom Text in meinem Rechner bis zum fertigen Buch in euren Händen.

Der Auftakt.

Romanschreiben ist in Deutschland Volkssport

Marcel Reich-Ranicki

Ich muss oft an dieses Zitat denken, denn zumindest auf mich trifft es zu. Ich beschloss mit 16, einen Roman zu schreiben. Tat ich dann auch. Zumindest zum Teil. Mit 18 dann beendete ich zum ersten Mal einen Roman mit dem Arbeitstitel
Mokita”. Kurz zum Inhalt: Es geht um Pornos, Leben & Tod:

Will liebt das Schreiben und hasst Kinder. Will steht auf der Straße. Will braucht Geld. Seine schwester nimmt ihn auf, wenn er im Gegenzug auf ihre Kinder aufpasst. Sein bester Freund besorgt ihm einen Job als Pornogeschichtenschreiber. Zwischen dem Hüten der Kinder und dem Erfahrungen sammeln für seine Geschichten kommt da natürlich auch noch die Liebe ins Spiel und nichts passt zusammen.

Also, ich dachte damals, er sei beendet. Mittlerweile weiß ich, dass man das erstmal Rohfassung nennt. Das ist sechs Jahre her und der Roman heißt jetzt „Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen“. Ich behaupte jetzt, dass es bei künstlerischen Projekten niemals ein “fertig” gibt. Aber ich bin der Überzeugung, dass „Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen“ mittlerweile in einem veröffentlichungswürdigem Zustand ist. In den letzten sechs Jahren habe ich mich aber auch viel mit Verlagen und Manuskripteinreichungen und Verlegern beschäftigt. Die Lage ist die: In Deutschland gibt es mehr als 7000 Verlage.

Zumindest die größeren unter ihnen behaupten, mehrere tausend
unverlangte Manuskripte pro Jahr zu erhalten. Der größte Teil des
Programmes besteht aber aus Übersetzungen und etablierten deutschen Autoren.

Ehrlich gesagt, so richtig hab’ ich das mit den Verlagen gar nicht
probiert. Ich habe den Roman zwar per Mail an ein paar Verlage geschickt, aber das eher halbherzig. Ich will meinen ersten Roman nämlich selbst verlegen. Und der erste und wichtigste Grund dafür ist: Weil ich es kann!

Heutzutage gibt es alle Möglichkeiten, seine Werke selbst zu veröffentlichen. Und dabei Kontrolle über alles zu haben. In dieser Serie werde ich regelmäßig berichten, welche Stolpersteine es auf dem Weg vom fertigen Text in meinem Rechner zum fertigen Buch in euren Händen gibt.

Der Plan.

Das Wichtigste war, für mich zu entscheiden, den Roman selbst zu verlegen. Es
ist ein gutes Gefühl, die Entscheidung und die Verantwortung zu
übernehmen. Der Plan ist:
Es wird erstens eine kostenlose Creative Commons PDF Version geben.
Zweitens wird es eine erschwingliche Printausgabe geben. Über alles Andere denke ich gerade noch nach.

Warum verschenkst du das Buch online und wieso Creative Commons?

Meine ersten Erfahrungen mit Creative Commons (auf deutsch: kreatives Allgemeingut) habe ich 2009 bei meinem Little Brother Hörbuch gemacht. Der kanadische Autor Cory Doctorow veröffentlicht seine Bücher gleichzeitig als Printausgabe im regulären Verkauf und als kostenlose digitale Version online. Und er erlaubt, durch die Creative Commons, die kostenlose Version weiterzuverarbeiten. Dies ermöglichte zwei Jahre vor der deutschen kommerziellen Version eine digitale Übersetzung von Christian Wöhrl und auf Basis dieser mein Hörbuch. Ebenfalls kostenlos.
Fragt man Doctorow, ob er denn keine Angst vor Verlusten durch das kostenlose Veröffentlichen seiner Werke Verluste hat, antwortet er, ganz im Gegenteil. Er ist noch viel zu unbekannt, als das Leute seine Bücher raubkopieren würden. Und wenn jemand das wollte, dann würde er sich auch nicht durch Gesetze davon abhalten lassen. Dann kann er auch gleich die Bücher selbst kostenlos online stellen. Das wirklich Interessante daran ist: Doctorows Bücher sind dennoch in den Bestsellerlisten zu finden. Denn genug Leute kaufen trotz der kostenlosen Möglichkeit seine Bücher. Im Grunde sind diese nur gutes Marketing für ihn, wenn die Leute seine Bücher dann weiter verteilen und ihn dadurch bekannter machen.
Ich mag die Idee, Kunst auf diese Art weitergeben zu können und jedem die Möglichkeit zu lassen, sie zu remixen, sie weiterzuverarbeiten. In der Musik sind Samples, Cover und Neuinterpretationen schon lange zu finden. Diese Möglichkeit würde ich gerne auch für Literatur haben. Deshalb will ich meinen ersten Roman auch unter Creative Commons stellen und kostenlos verfügbar machen. Aber gleichzeitig für jeden, der will, auch noch eine gut gemachte Printausgabe bereit stellen.

Warum suchst du dir keinen Verlag?

Diese Frage beantwortet sich im Grunde durch den Wunsch nach Creative Commons. Ich glaube, derzeit würde ich keinen Verlag finden, der eine kostenlose Digitale Version als Marketingmöglichkeit und Kulturunterstützung sieht. Noch haben die Verlage Angst davor, durch so eine Version weniger gedruckte Bücher zu verkaufen. ABER: Ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen! Vielleicht findet sich ja ein Verlag, der gemeinsam mit mir auf die Reise geht.

Los geht’s:

Ich dachte, mit dem Schreiben des Romans hätte ich den größten Teil der Arbeit hinter mir. Falsch gedacht. Im nächsten Teil geht es um das Lektorat.