Menü Schließen

Schlagwort: Lauren Beukes

Roman: Broken Monsters von Lauren Beukes

Der erste Satz aus Broken Monsters:

Die Leiche.

Das ist also der neue Roman von Lauren Beukes. Kennen und lieben gelernt habe ich die Schriftstellerin aus Johannesburg durch ihren zweiten Roman „Zoo City„. Im gewissen Sinne auch ein Krimiroman, der aber einerseits durch seinen Spielort Johannesburg, andererseits durch das Erweitern unserer Realität durch ein wenig „Magie“ punktet. Ähnlich wie bei Filmen von Neill Blomkamp hatte Zoo City eine eigene Atmosphäre, die eindeutig nicht USA ist.

Broken Monsters dagegen spielt in den Staaten, in Detroit, dieser verfallenen Stadt, die gefühlt ihren Tiefpunkt durchschritten hat und derzeit wieder gut wiederbelebt wird. Und in diese Stadt also setzt Beukes ihre Protagonisten. Da ist die Polizistin mit der Tochter in der Pubertät. Da ist der Obdachlose, der in verlassenen Häusern nach Wertvollem sucht. Da ist der Journalist, auf der Suche nach der nächsten Story. Da ist der Typ, der diese eine Stimme hört, dieses Wesen in sich trägt. Und natürlich ist da die erste Leiche, halb Mensch, halb Tier.

Keine Frage, Beukes kann erzählen. Sie verwebt die Geschichten und man will gar nicht aufhören, bis zum Ende bleibt man dran. Und ja, es ist ein spannender Kriminalroman. Aber im Gegensatz zu ihrem früheren Werk hat es für mich zwei Schwachpunkte. Einerseits spielt es in dem nicht ganz so faszinierenden Detroit, dem ich im Gegensatz zu Johannesburg nicht ganz so viel Faszination entgegenbringen kann. Und andererseits kommt die Beukessche Magie erst ehr spät zum Einsatz. Und deshalb ist es „nur“ ein relativ normaler Thriller. Wie gesagt, nicht schlecht, aber im Gegensatz zu Zoo City ein wenig enttäuschend.

Broken Monsters von Lauren Beukes wurde übersetzt von Alexandra Hinrichsen und erschien bei rowohlt. Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Buch: Zoo City von Lauen Beukes

Der erste Satz aus Zoo City:

In Zoo City, it’s impolite to ask.

Zoo City ist ein Viertel im Johannesburg der Alternativwelt, in der dieses Buch spielt. In dieser Welt bekommt jeder, der ein Kapitalverbrechen wie Mord begeht, von Mutter Natur ein Tier an seine Seite gestellt. Als wäre ein Teil der Seele ausgelagert, kann der Mensch dann nicht mehr ohne das Tier. Und jeder Außenstehende weiß sofort: Das ist ein Verbrecher. Zinzi December ist eine der „Getierten“ und hat ein Faultier an ihrer Seite. Neben all den negativen Sachen bringt jedes Tier seinem Besitzer auch eine Fähigkeit mit, in Zinzis Fall kann sie verlorenene Dinge sehr leicht wieder aufspüren. Als sie aber große Geldsorgen hat, lässt sie sich darauf ein, dass sie eine vermisste Person sucht. Und hier setzt Zoo City an.

Das Buch erzählt eine Episode aus Zinzis Leben im Slum von Johannesburg, welches sich wahrscheinlich nicht so sehr vom echten Johannesburg unterscheidet. Gewalt, Drogen und Morde sind an der Tagesordnung. Und in dieser Welt eben auch Tiere. Manchmal erinnert das Konzept der Seelen in de n Tieren ein wenig an „Der goldene Kompass“, nur ist die Welt hier härter und realer. Faszinierend, wie das Konzept der Getierten innerhalb des Buches aufgeht und Lauren Beukes mit diesem Gedankenspiel viele Ecken der Gesellschaft auslotet. Bisher gibt es den Roma nur auf englisch und ich musste einige Absätze mehrmals lesen, bin aber grundsätzlich ganz gut durch das Buch durchgekommen. ich bi gespannt auf die anderen Romane dieser Schriftstellerin aus Johannesburg.

Zoo City von Lauren Beukes erschien bei Angry Robot