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Schlagwort: Michael Ende

Text: Momo, erwachsen

Momo ist erwachsen geworden. Aus dem kleinen Mädchen ist eine Frau mit großen schwarzen Augen und einer schwarzen lockigen Mähne geworden. Die Zeit vergeht und alles verändert sich. Die Grauen Herren sind nichts mehr weiter, als eine angestaubte Geschichte, an die Momo ab und an denkt.

Von Kassiopeia und Meister Hora hat sie seitdem nie wieder gehört. Gigi Girolamo ist nach Rom gegangen und ist dort der bekannteste Fremdenführer, den die Stadt je gesehen hat. Touristen machen seine Führungen mehrmals mit, weil er jedesmal etwas anderes erzählt. Der kleine dünne Nino und die dicke Liliana haben eine ganze Lokalkette und brauchen die grauen Herren gar nicht, um keine Zeit zu haben. Herr Fusi ist mittlerweile in Rente. Er schneidet nur noch sich selbst die Haare und ist immer noch nicht reich, aber auch nicht arm. Beppo Straßenkehrer, fegte noch jahrelang die Straßen der kleinen Stadt. Schritt, Atemzug, Besenstrich. Schritt, Atemzug, Besenstrich. Bis auf den Schritt irgendwann kein Atemzug mehr folgte. Die Kinder, Momos Freunde aus dem Amphitheater sind genauso wie sie erwachsen geworden. Momo lebt auch nicht mehr im Amphitheater, aber wenn sie an das Fenster ihrer kleinen Wohnung tritt, dann sieht sie das Gras zwischen den Steinen des Theaters wachsen.

Momo ist immer noch hilfsbereit. Sie hört immer noch gerne zu und löst dadurch die Probleme anderer. Sie hat ihre Fähigkeit sogar noch gesteigert. Sie ist weit über die Grenzen der Stadt bekannt. Von überall her rufen die Leute an, wenn sie Sorgen oder ein Problem haben. Momo geht ans Telefon und läd alle zu sich ein. Ohne zu fragen, was für ein Problem es ist. Jeder kann kommen. Direkt am nächsten Tag. Sie ist offen und hilfbereit zu jedem. Ohne Vorurteil. Und das spüren die Anrufer. Und allein dieses Gefühl reicht, um die Probleme und Sorgen zu lösen. Die Leute legen lächend auf. Erleichtert. Denn sie wissen, da ist jemand, der hört ihnen zu. Und sie brauchen gar nicht mehr zu Momo fahren. Niemand fährt jemals zu Momo.

Momo ist der einsamste Mensch der Welt.

Stöckchen: Bücher

Bei Yvo gefunden, ursprünglich (?) von Myriel. Los geht’s:

  • Gebunden oder Taschenbuch?

Beides. Aber da ich extrem viel unterwegs lese, mittlerweile eher Taschenbuch. Es geht mir eh mehr um die Worte, als um das drumrum.

  • Amazon oder Buchhandel?

Amazon oder ebay. Oder wenn, dann Flohmarkt/SecondHand/Antiquariat. Aber in einem aktuellen Buchladen war ich schon lang nicht mehr.

  • Lesezeichen oder Eselsohr?

Immer Lesezeichen. Immer ein Gutschein für einmal Lächeln. Davon hab ich genug in der Hosentasche. Und die bleiben nach dem Lesen, unabhängig davon, wem das Buch gehört, im Buch.

  • Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?

Am ehesten noch ungeordnet. Und teilweise geordnet nach gelesen / Autor / Verlag.

  • Behalten, wegwerfen oder verkaufen?

Behalten. Oder sie gefallen mir gar nicht, dann Bookcrossing.

  • Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?

??!? Gibt es Leute, die den Schutzumschlag wegschmeissen?

  • Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?

Wenns eigene sind, ohne. Wenns Fremde sind, mit.

  • Kurzgeschichte oder Roman?

Beides. Aber mehr Roman als Kurzgeschichte.

  • Aufhören wenn man müde ist oder wenn das Kapitel zu Ende ist?

So ein Mix aus beiden. Eher Kapitelweise, aber die Müdigkeit lässt nicht immer mit sich reden.

  • „Die Nacht war dunkel und stürmisch“ oder „Es war einmal“?

„Der Morgen danach fühlte sich an wie ein Arschloch.“

  • Kaufen oder leihen?

Kaufen. Gebraucht, oft. Dann: Reinkritzeln, lesen, lachen, weinen und erleben.

  • Neu oder gebraucht?

Gebraucht. Seltenst neu.

  • Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?

Sröbern / Empfehlung.

  • Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?

Offene Enden lassen den schalen Beigeschmack von „Der Autor wusste nicht, wie er die Geschichte hatte enden lassen wollen.“

  • Morgens, mittags oder nachts lesen?

Alles. Und zwischendrin auch.

  • Einzelband oder Serie?

So viele Buchserien kenne ich  nicht. Und da ist es meist so, dass es Bandweise schlechter wird.

  • Lieblingsserie?

Puh… keine Ahnung. Dafür müsste ich erst darüber nachdenken, welche Serien ich kenne. In die Erinnerung gebrannt hat sich aber Berts Katastrophen.

  • Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand gehört hat?

Michael Ende –Das Gefängnis der Freiheit

  • Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast?

Dafür musste ich jetzt erstmal in der Erinnerung kramen, würde aber John Niven – Coma nehmen.

  • Welches Buch liest du gegenwärtig?

Brady Udall – Der Bierdosenbaum

  • Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?

Das könnte wohl Dean Koontz – Der Geblendete

  • Lieblingsautoren?

Stephen King, Nick Hornby, TC Boyle und viele viele mehr!

Nehme sich das Stöckchen, wer will!