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Hörbuch: Chaos Walking von Patrick Ness, gesprochen von David Nathan

Das Erste, das du herausfindest, wenn dein Hund sprechen lernt, ist, dass Hunde nicht viel zu sagen haben.

Der erste Satz aus Chaos Walking

Patrick Ness hat den großartigen Roman zu Sieben Minuten nach Mitternacht geschrieben. David Nathan spricht seit Jahren alle Geschichten von Stephen King. Das reicht, um in Chaos Walking reinzuhören. Ich muss fairerweise sagen, dass ich mir auch den Trailer zur Verfilmung angesehen habe, die bald veröffentlicht werden soll.

Todd lebt auf einem Planeten, auf dem sich Siedler eine neue Welt aufbauen wollten. Leider hat ein Virus aber alle Frauen getötet und die Gedanken der Männer (und der Tiere) für alle hörbar gemacht. Todd wird bald 13 und damit zum Mann, als eine Kapsel vom Himmel fällt und Todd zum ersten Mal einem Mädchen gegenüber steht. Und dann geht die Flucht los.

Ich brauchte eine Weile, bis ich mit diesem Konzept der hörbaren Gedanken (Lärm) warm geworden bin. Mich hat nie losgelassen, warum das nur Männer trifft (und was das für Nicht-Cis-Menschen bedeutet), aber ich verstehe, dass Ness das für seine Geschichte braucht. Und es wird auch noch wichtig.

Einerseits ist Chaos Walking eine dystopische Reise, wie wir sie in den vergangenen Jahren (The Hunger Games, Maze Runner) immer wieder gesehen haben. Und ähnlich wie zumindest bei den Hunger Games passt der Film die Protagonist:innen so an, dass sie ein größeres Publikum ansprechen. Im Buch ist Todd, knapp 13, im Film wird er von Tom Holland gespielt, der 24 ist und vielleicht gerade so als noch 16 durchgeht. Aber niemals jünger. Dass David Nathan nun das Hörbuch spricht, macht Todd einerseits zwar auch älter, aber Nathan bekommt es schon gut hin, diese kindliche Naivität zu übertragen. Die Geschichte soweit macht Spaß, ich höre ihr gern zu. Ich kann sowieso gut mit solchen dystopischen Geschichten. Was Ness‘ Konzept der hörbaren Gedanken dann aber dann doch ziemlich faszinierend macht:

  1. Sprechende Tiere. Wir haben uns alle schonmal überlegt, was ein Hund oder eine Katze denken. Manchee ist der Hund von Todd, den er eigentlich nie haben wollte, der uns aber durch seine Art und als stellvertretender Sprecher seiner Spezies extrem schnell sehr ans Herz wächst. Und auch, was andere Tiere denken, ist in manchen Fällen witzig, in anderen sehr berührend.
  2. Nicht nur wir Leser:innen (oder Hörer:innen) hören den Lärm, sondern auch die anderen Figuren im Buch. Was Patrick Ness eine einzigartige Möglichkeit gibt: Die Leute um Todd reagieren auf die Geschichte. Mehr als einmal erzählt Todd uns etwas, so wie wir es aus anderen Ich-Erzählungen kennen. Aber jemand im Buch reagiert darauf. Das ist ein erfrischender Effekt, der mich jedes Mal neu fasziniert. Und es ist ein schönes Beispiel, wie manche Dinge nicht in allen Medien funktionieren. Während Buch und Hörbuch diesen Effekt sehr schön illustrieren, wird er beim Film nicht umsetzbar sein. Aber der Trailer lässt erahnen, dass der Lärm dafür auf seine eigene Art cool geworden ist.
  3. Der Lärm verstärkt die Angst der Männer den Frauen gegenüber. Achtung, Spoiler. Natürlich gibt es in der Gemeinde von Todd ein böses Geheimnis, das er nicht erfahren darf. Eines, das mit Unterdrückung zu tun hat. Im Laufe des Buches wird diese Mechanik „Lärm“ zu einer eindrücklichen Metapher unserer Realität, was Gleichberechtigung, Religion und toxische Männlichkeit angeht. Deshalb war ich irgendwann auch wieder okay mit dieser unerklärlichen Sache, die nur Männer betrifft.

Dieses Buch endet voll im Cliffhänger. Und bisher gibt es kein weiteres Hörbuch und auch keine weitere Bücher von Chaos Walking. Zumindest nicht in der Neuauflage. Nach ein wenig mehr googeln kommt raus, diese Trilogie ist vor mehr als zehn Jahren schon auf Deutsch herausgekommen, damals noch bei Ravensburger, unter dem Titel „New World“, aber schon mit diesem Hörbuch. Nun hoffe ich, dass der Film gut und so erfolgreich wird, dass auch die restlichen Teile von David Nathan eingesprochen werden.

Chaos Walking von Patrick Ness wurde übersetzt von Petra Koob-Pawis und eingesprochen von David Nathan und erschien bei DAV. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Verlosung: Sieben Minuten nach Mitternacht, ab 19. Oktober für zuhause.

Als Sieben Minuten nach Mitternacht ins Kino kam, war ich ziemlich positiv überrascht von dieser Geschichte über Conor, den Jungen, der irgendwie mit der Krebserkrankung seiner Mutter klarzukommen versucht.

Guter Film, gutes Buch auch, aber darüber rede ich ein ander Mal. Aber nicht nur der Geschichte wegen, Sieben Minuten nach Mitternacht ist ein gut gespielter und gut gemachter Film, eine würdige Interpretation des Romanes. Nun gibts den Film für zuhause, ab 19. Oktober als DVD, Blu-ray und digital. Studiocanal hat mir ein Rezensionsexemplar der DVD zur Verfügung gestellt.

Ist schon eine ganze Weile her, dass ich eine DVD eingelegt habe. Ich weiß nichtmal, wann ich das letzte Mal das DVD-Laufwerk meines Rechners benutzt habe. Und ich habe echt vergessen, wie das damals war, wie lange ich mir Trailer und Vorspanne und animierte Menüs ansehen muss, bevor ich den Film ansehen kann. Streaming hat in der Hinsicht sehr viel einfacher gemacht.

Was aber aber in noch keinem Streamingdienst vorhanden ist, sind die Audiokommentare. Ich weiß nicht, warum, weil es ja genauso einfach einzubinden wäre, wie die unterschiedlichen Sprachen. Aber solande das nicht so ist, machen Bonusfeatures und eben diese Kommentare DVD und Blu-ray für mich bis heute so essentiell. In diesem Fall gibt es gleich zwei Audiokommentare, einmal von Patrick Ness, dem Autor des Buches und des Drehbuches und von Regisseur J.A. Bayona. Ich denke, sie haben nicht einen Kommentar zusammen aufgenommen, weil Bayona spanisch und Ness englisch sprechen, beide jeweils deutsch untertitelt. Während Ness mehr auf die Entstehungsgeschichte eingeht und Anekdoten vom Dreh erzählt, ist Bayona mehr der Professor, der die Metaebene erklärt und erläutert. Im besten Fall schaut man sich den Film also dreimal an. Lohnt sich!

Sieben Minuten nach Mitternacht gibts ab 19. Oktober als DVD, Blu-ray und digital.

Verlosung:

Studiocanal hat mir eine DVD, eine Blu-ray, das Hörbuch zum Film (gesprochen von Maria Furtwängler) sowie drei Filmplakate zur Verfügung gestellt. Es gibt also drei Pakete.

Schreibt mir eine Mail (oder einen Kommentar) mit eurer Adresse und sagt mir, was ihr am liebsten hättet (ohne Garantie) und: Kauft ihr noch DVDs oder Blu-ray? Und warum?

Der Zufall entscheidet. Einsendeschluss ist Donnerstag, 19. Oktober, 12 Uhr. Dann gehen die Pakete direkt raus. Die Adressen werden für nichts anderes verwendet und direkt danach wieder gelöscht. Viel Erfolg!

Film & Verlosung: Sieben Minuten nach Mitternacht

Conors Mutter wird bald an Krebs sterben und er kommt überhaupt nicht drauf klar. Er flüchtet sich in seine Zeichnungen und seine Fantasie und sieht sich eines Nachts, sieben Minuten nach Mitternacht, einem Baummonster gegenüber, dass ihm weder etwas Böses will, noch ihm helfen will, sondern ihm Geschichten erzählt, über böse Hexen und gute Könige.

Ich will gar nicht zu tief in die Geschichte einsteigen, es geht um die Beziehung von Sohn und Mutter, um Verlust und natürlich um Liebe.

Ich habe den Roman zum Film noch nicht gelesen, aber in der Vergangenheit hat sich diese Reihenfolge als die bessere herausgestellt. Klar, meine Fantasie wird beschnitten, mir wird vorgegeben, wie Figuren aussehen und wie sie sprechen (Ford Prefect ist meiner Fantasie immer Mos Def). Aber auf der anderen Seite denke ich im Film nicht die ganze Zeit, hey, aber im Buch war das anders. Und da kaum etwas meine eigene Fantasy schlagen kann, kann ich gut auf die Interpretation anderer aufbauen.

Also bin ich ganz unvoreingenommen in den Film und kam fasziniert wieder raus. Sieben Minuten nach Mitternacht ist manchmal düster und ergreifend und dann wieder lustig und leicht, es ist kein Märchen, sondern ein Fantasydrama, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich für Kinder geeignet ist.

Patrick Ness hat den Roman zum Film geschrieben. Wikipedia erzählt den Hintergrund:

Das Buch ist von einer Idee von Siobhan Dowd inspiriert, deren unerwarteter Tod verhinderte, dass sie die Geschichte selbst aufschreiben konnte. Dowd starb 2007 nach drei Jahren Krankheit mit 47 Jahren an Brustkrebs.

Siobhan Dowd wird mehrmals genannt und ich hatte mich im Kino noch gefragt, was dieses ‚inspiriert von‘ bedeutet. Mit diesem Wissen hebt sich die Geschichte auf eine ganz neue Ebene und wenn ich das Buch in den Händen habe, werde ich es auch lesen wollen.

Wie in den Geschichten, die das Monster dem Jungen erzählt, so ist auch der Film selbst nicht in gut und böse aufgeteilt. Und es gibt kein Happy End. Er ist trotz all seiner fantastischen Elemente voller realistischer Gefühle und geht damit ungleich näher, als jedes ‚vielleicht leben sie noch heute‘.

Sieben Minuten nach Mitternacht läuft ab 4. Mai im Kino.

Verlosung:

Studiocanal hat mir zweimal zwei Freikarten fürs Kino plus Roman zur Verfügung gestellt.

Schreibt mir eine Mail (oder einen Kommentar) mit eurer Adresse und sagt mir, welches Märchen beschäftigt euch bis heute?

Der Zufall entscheidet dann. Einsendeschluss ist Donnerstag, 27. April, 12 Uhr. Dann gehen die Pakete direkt raus. Die Adressen werden für nichts anderes verwendet und direkt danach wieder gelöscht. Viel Erfolg!