Coriolanus ließ den Kohl in den Topf mit kochendem Wasser gleiten und schwor sich, ihn eines Tages für immer vom Speiseplan zu verbannen.

Der erste Satz aus DAS LIED VON VOGEL UND SCHLANGE

Ich mochte die Panem-Trilogie, besonders die Filme. Jetzt also ein Prequel, in dem wir lernen, wie Präsident Snow wird, was er ist, wenn Katniss auf ihn trifft. Und das auch noch gelesen von Uve Teschner. Klar höre ich mir das an. Knapp 17 Stunden zurück nach Panem, knapp 65 Jahre vorher.

Coriolanus ist ein junger Mann und muss auf seine eigene Art zusehen, dass er überlebt. Als Student der Akademie wird er Mentor für die Hungerspiele und bekommt ausgerechnet das Mädchen aus Distrikt 12 zugeteilt. Und Lucy macht es ihm auf unterschiedliche Arten richtig schwer.

Ich liebe es, Uve zuzuhören. Mache ich regelmäßig und stundenlang. Und Suzanne Collins kann schreiben. Sie erzählt die düstere und krasse Welt und einen Jungen, mit dem ich Mitgefühl habe und mit dem ich zittere, ob er sein Ziel erreicht. Und dann sind da all die schönen Verweise auf die Trilogie, die Suzanne Collins wirklich schön einwebt, von der Musik über die Spotttölpel bis zu Panem generell. Das macht Spaß und ist spannend. Aber.

Ähnlich wie bei Anakin und seiner „Verwandlung“ zu Darth Vader habe ich die ganze Zeit gedacht, „wie soll aus diesem emphatischen Jungen bitte dieser Präsident werden?“ Auch beim zweiten Mal hören bin ich da nicht drübergekommen. Was Coriolanus in diesem Buch passiert, kann überall hinführen, aber eigentlich nicht zu dem Präsidenten, der er später ist. Das ist mein größtes Problem mit dieser Geschichte. Was die Geschichte nicht schlechter macht, aber immer in meinem Kopf hängt. Und jetzt bin ich auf mehreren Ebenen sehr gespannt, wie die Verfilmung wird.

Die Tribute von Panem: Das Lied von Vogel und Schlange von Suzanne Collins, übersetzt von Sylke Hachmeister und Peter Klöss und gesprochen von Uve Teschner, erschien bei Oetinger Audio.