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Led Zeppelin, The Walking Dead & Co. – 5 Beispiele, warum wir über das Urheberrecht reden müssen.

Erst hört es sich so einfach an: Du machst ein Buch, einen Song, einen Film, ein Bauwerk, irgendeine Art von Kunst, also gehört es dir. Du hast das Urheberrecht und keiner darf es als seines ausgeben oder verkaufen, ohne dich daran zu beteiligen. Das Recht der Kopie, das Copyright liegt bei dir.  Und dann ist es eben überhaupt nicht einfach.

Kunst entsteht nicht aus sich heraus. Kunst ist inspiriert, vom Leben, vom Ereignissen, von schon existierender Kunst. Aber wann ist etwas inspiriert, wann ist es geklaut? Was passiert, wenn der Schöpfer stirbt, wem gehört es?

Die jeweiligen, in jedem Land nochmal unterschiedliche Gesetze werden zwar immer wieder verändert, sie kommen aber mit der schnellen Entwicklung unseres Verständnisses von Kreativität und Kultur nicht hinterher. Die heute gültigen Gesetze können nicht abdecken, was an Kreativität im digitalen Umfeld produziert wird. Fast jedes GIF verletzt das Copyright.

Hier sind 5 weitere Beispiele, die zeigen, warum wir dringend über das Copyright reden müssen:

  1.  „Stairway to heaven“ von Led Zeppelin
    David Pachali von iRights.info hat mich darauf aufmerksam gemacht, also zitiere ich ihn:

    Vergangene Woche hat der Prozess im Plagiatsstreit um Led Zeppelins „Stairway to Heaven“ begonnen. Falls die Band den Streit verliert und die Schutzschwelle gesenkt werde, würden damit am Ende die drei großen Majorlabels und Musikverlage gestärkt, meint der Kommunikationswissenschaftler Aram Sinnreich. Diese hätten dann ein neues Instrument, um gegen musikalisches Schaffen außerhalb ihrer Kataloge vorzugehen.

    Wenn ihr könnt, lest euch durch den englischen Artikel, der ziemlich genau aufzeigt, wieso Led Zeppelin eigentlich nicht verlieren kann und warum Led Zeppelin auch nicht verlieren darf.

  2. „The Walking Dead“
    Ich zitiere René von Nerdcore:

    Bigtime-Bullshit-Alarm von AMC, dem Sender mit den Walking Deads und den Breaking Bads und den Preachers. Die drohen der Fan-Website The Spoiling Dead mit dem Anwalt, weil die spoilern und über zukünftige Handlungsverläufe spekulieren. Genauer: AMC schickte denen einen Cease and Desist-Letter (sowas wie eine Unterlassungsaufforderung) und droht mit Klage, falls die Website ihre Spekulationen über das Opfer von Negan und seiner stacheldrahtbehafteten Lucille-Baseballschlägerin online postet und damit Recht behält, was gegen das Urheberrecht von AMC verstoßen solle.

    AMC versucht also, das Urheberrecht als Knebel einzusetzen, damit keiner verrät, was in der Serie passieren könnte. Was, nebenbei, schon in den Comics erzählt worden ist.

  3. Film Remixes von Scorsese und Kubrik
    Leandro Copperfield hat Filme von Martin Scorsese und Stanley Kubrick zu einem Kurzfilm zusammengeschnitten. Scorsese hat das gesehen und er mags und würde gern mehr sehen.
    Channel Criswell hat einen Video Essay über Filme von Stanley Kubrick gemacht und wird dafür verklagt.
  4. Kraftwerk vs. Pelham
    17 Jahre lang haben Kraftwerk und Moses Pelham einen Rechtsstreit über 2 Sekunden aus einem Kraftwerksong geführt, die Pelham gesampelt hat. Nun hat Pelham größtenteils Recht bekommen.
  5. Madonna vs. Salsoul Orchestra
    Madonna hatte 1990 für ihren Song Vogue ein 0,23 langes Stück aus einem Song der Band Salsoul Orchestra gesampelt. Sie wurde dafür verklagt und hat diesen Rechtsstreit kürzlich gewonnen.

Alle Beispiele sind aus den letzten paar Wochen. Wir sollten darüber reden, wir sollten genug Menschen über die Probleme informieren.

Michel Reimon hat über dieses Thema einen Roman geschrieben, der quasi nebenbei das Copyright erklärt. Damit dieses Thema noch mehr Menschen erreicht, will ich daraus ein Hörbuch machen. Dafür brauche ich aber eure Hilfe.

 

 

Buch: The Walking Dead von Robert Kirkman

Ich habe noch keinen Comic aus Robert Kirkmans Reihe „The Walking Dead“ gelesen. Aber ich habe die beiden existierenden Staffeln der dazugehörigen Serie gesehen. Deshalb kenne ich das Universum ein bisschen. Aber nicht vollständig. Und jetzt da also der erste Roman aus dem Universum da – The Walking Dead Nein, es ist weder ein Roman zur Serie (wie es auf dem Cover steht), noch ein Roman zum Comic. Es erzählt nicht die gleiche Geschichte nochmal, sondern eine andere Geschichte aus dem selben Universum. Ähnlich wie es beim Expanded Universe vom Star Wars der Fall ist, wird in diesem Roman die Vorgeschichte eines Charakters erzählt. In diesem Fall die des Governor. Dieser kommt in den Comics und in der Serie vor, aber dort erst ab der noch nicht ausgestrahlten dritten Staffel. Ich kenne ihn also noch nicht. Aber – und das ist das Coole daran – der Roman mach dennoch Spaß. Es ist eine sehr visuell geschriebene Geschichte, eine blutige, actionreiche Story, die sich gut runterlesen lässt. Ich habe keine tiefphilosophischen Abhandlungen erwartet und bin nicht enttäuscht worden. Robert Kirkman hat sich für den Roman Hilfe von Jay Bonansinga geholt, der normalerweise mit Thrillern aufwartet. Diese Combo funktioniert. Und es ist offensichtlich, dass der Roman als Auftakt für eine ganze Reihe von Romanen gedacht ist, die Story endet offen. Umso unpassender, dass der deutsche Titel nur The Walking Dead ist. Wie soll denn dann der nächste heißen? Und der Untertitel als auch der Klappentext führen mehr von dem Roman weg, als zu ihm hin. Das deutsche Marketing gefällt mir also gar nicht. Aber die Geschichte ist dennoch spannend zu lesen. Und für Kenner der Serie und des gesamten Universums wahrscheinlich umso mehr. Aber eben auch für Neulinge wie mich.

The Walking Dead von Robert Kirkman und Jay Bonansinga erschien bei Heyne und wurde übersetzt von Wally Anker.