Text: Handwelten

Wenn ich die Hand über die Augen lege, sehe ich sie. Ihre fließenden Gewänder, die mit ihren Körpern verbunden zu sein scheinen. Ihre leuchtenden Spuren, die sie hinterlassen. Wie sie über den Boden schweben, ohne Probleme durch Wände gleiten. Wie das wohl ist, den Boden nicht zu berühren? Ich betrachte sie gerne. Doch immer wenn ich sie beobachten möchte, verschwinden sie aus meinem Blickfeld. Vor kurzem habe ich einen Weg gefunden, sie beobachten zu können. Ich stelle mich vor einen Spiegel und lege die Hand über die Augen. Dann sehe ich sie hinter mir, wie sie die Welt erkunden. Und eines dieser Wesen hat mich entdeckt, wie ich es beobachtet habe. Die Gestalt fing an, richtig zu leuchten und hat mir bedeutet, ihr zu folgen. Dann hat es mir seine stille aber leuchtende Welt gezeigt. Ich träumte ich wäre wie sie.

Die Realität erwischt mich wie ein Hammer. Besser gesagt, wie die Stoßstange eines Autos. Einen Moment fliege ich durch die Luft, wie diese Wesen. Dann pralle ich auf und alles wird schwarz. Ich spüre wie mein Geist sich vom Körper löst. Und kurz bevor mein Gedächtnis ganz zurückbleibt, realisiere ich, dass mein Traum in Erfüllung geht und ich lächle. Dann wird es hell und alle meine Erinnerungen verblassen.

Und jetzt?

Wenn ich die Hand über die Augen lege, dann sehe ich sie. Ihre Kleider aus Stoff, der ihre Körper verdeckt. Die Schatten, die sie hinter sich herziehen. Wie sie über den Boden schreiten und den Boden berühren. Wie das wohl ist, bei jedem Schritt zu spüren, über was man gerade läuft? Ich beobachte sie gerne. Doch immer wenn ich sie beobachten möchte, erschrecken sie und verschwinden. Doch vor kurzem habe ich einen Weg gefunden, sie betrachten zu können. Ich schwebe hinter die Dinger, die sie Spiegel nennen, und lege die Hand über die Augen. Dann kann ich sie durch den Spiegel sehen, wie sie die Welt beherrschen. Und eines dieser Wesen hat mich entdeckt, wie ich es beobachtet habe. Die Augen fingen an, richtig zu leuchten, und es hat mir bedeutet, ihr zu folgen. Dann hat es mir seine laute und schattenreiche Welt gezeigt.

Ich träumte ich wäre wie sie.

Veröffentlicht 2009 in der Ci-Jou Anthologie “Erfüllte Träume”

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