Auf der Kaunerberg-Tour hatte ich – besonders im Zug / Auto auch mal wieder viel Zeit zu lesen, also habe ich das getan. Und die Bücher will ich euch nicht vorenthalten.

Bei Filmen regt man sich ja gerne und oft darüber auf, dass die deutschen Titel sehr am Original vorbeirauschen und damit schon viel kaputt machen. Bei Büchern ist das oft nicht besser. Und bei denen hat es der deutsche Verlag voll versaut. Aus dem extrem passenden „Small World“ wird im deutschen „Der normale Wahnsinn“, was irgendwie nichts mit dem Buch zu tun hat.

Hinzu kommt, dass manche Hauptwendungen auf die Rückseite des Buches gedruckt worden sind und somit einiges an Spannung kaputt machen! Ergo: Auf keinen Fall den Klappentext lesen!

Der Originaltitel ist deswegen so passend, weil Beaumont mit genau der Idee des Kleine-Welt-Phänomens spielt. Im Grunde geht es in dem Buch um einen kleinen Lebensabschnitt dreier Ehepaare und vieler Nebencharaktere, die sich alle – über ein paar Ecken – kennen und deren Lebenswege sich nicht nur überschneiden, sondern manchmal auch schmerzhaft kollidieren.

Das Buch ist aus zweierlei Gründen etwas kompliziert:

  1. Es sind 18 Menschen, die große und kleine Rollen in der Geschichte einnehmen. 18 Lebensgeschichten sind anfangs sehr unübersichtlich, erschwert wird die Sache dann auch dadurch, dass tatsächlich alle 18 Personen zu Wort kommen, denn
  2. Die Erzählperspektive wechselt immer zu der Person, die im jeweiligen Moment im Rampenlicht steht. Oft sind die Ehepaare, manchmal aber auch der Penner, der einen von ihnen um Geld bittet. der der Polizist, welcher gerade einen Strafzettel an das Kindermädchen verteilt.

Aber: Ist man einmal mit dem Stil und den Personen vertraut, kann man das Buch nicht mehr weglegen. Man fühlt mit, man schmunzelt, und man ist überrascht, wie oft und unbewusst die Menschen aneinandegeraten.

„Die Welt ist ein Dorf.“ Wissen wir. Aber Matt Beaumont nimmt diese Tatsache nochmal auf und zeigt uns in sehr unterhaltsamer Weise wie wenige Wege durch das Dort namens „Welt“ führen und wie oft man sich über den Weg läuft.

„Der normale Wahnsinn“ ist mein zweites Buch von Matt Beaumont. Sitzengelassen war der erste Roman, den ich von ihm gelesen hatte. Schon dieser hat gefallen. Ich hatte direkt nach der lektüre einen Gruß nach London geschickt und auch prompt eine Antwort bekommen, was den Autor menschlicher, näher und auch um einiges sympathischer macht. Also habe ich mit mit Vorfreude an dieses Buch gemacht. Und ich wurde nicht enttäuscht.

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