Der erste Satz aus Letztendlich sind wir dem Universum egal:

Ich werde wach.

A hat keinen Namen, deshalb nennt er sich A. A hat auch keinen Körper. Jeden Tag wacht er in einem anderen Körper auf. Seit 16 Jahren schon. Mal männlich, mal weiblich, egal welche Rasse. A hat sich an das Eintagsleben gewöhnt, bis er eines Tages Rhiannon kennenlernt und sich verliebt. Aber wie führt man eine Beziehung, wenn man jeden Tag den Körper wechselt?

Ich hatte eigentlich vorgehabt, den Roman in der Originalfassung zu lesen. Aber dann habe ich bei Spotify die offizielle Hörbuch-Ecke gefunden. Also habe ich mir mein erstes Hörbuch auf Spotify angehört, samt Werbung. Kann man machen, aber die Hörbücher sind ein weiterer Anreiz, sich bald mit einem Premium Account einzudecken. Zurück zum Buch:

Levithan ist ein Autor, den ich gerne lese, besonders nach dem Wörterbuch der Liebenden. Er schreibt angenehm und hat eine schöne Sicht auf die Dinge. Die grundsätzliche Idee ist ein unglaublich gutes Gedankenspiel, das von Levithan auch breit ausgespielt wird. Eine Seele ohne festen Körper hat keinerlei Vorurteile verschiedener Körper gegenüber, egal wie sie aussehen. Auch die Liebe hat dann kein Problem mehr mit dem Geschlecht des Gegenüber. Und natürlich will man wissen, ob A am Ende das Mädchen bekommt. Das macht das Buch natürlich auch spannend, aber gleichzeitig kommen sich diese beiden Sachen in die Quere. Denn Levithan lässt A immer wieder in Körpern aufwachen, die nichts mit dem eigentlichen Plot zu tun haben, sondern sowas wie Metaphern für eine liberale Lebens- und Liebensweise darstellen. Dabei schafft er aber auch immer mal wieder Längen, in denen ich dachte, okay, ich habe die Moral verstanden, aber jetzt will ich wissen, wie die Geschichte weitergeht. Das hält sich aber in Grenzen, grundsätzlich habe ich der Geschichte sehr gerne gelauscht, was nicht zuletzt am Sprecher Adam Nümm liegt. Ich hatte bisher noch bewusst etwas von ihm gehört und konnte mich Stunden mit dieser Stimme und seiner Spreche umgeben, das hat mir sehr gefallen. Umso schöner, dass Argon das Buch ungekürzt hat einsprechen lassen. Klar, wie oben gesagt, es hat ein paar Längen. Aber ich will selbst entscheiden können, was ich langweilig oder überflüssig finde.

Zwei Sachen noch:

  1. Der deutsche Titel unterscheidet sich zwar sehr vom Originalen („Every Day“, also: „Jeden Tag“ oder „Jeder Tag“), aber passt sehr gut zu der Geschichte. Als ich dann zu der Stelle kam, saß ich auch mit Gänsehaut da.
  2. Der Roman ist extrem offensichtlich so gebaut, dass einen Nachfolger geben muss. Das kann man gut ode schlecht finden, das gewählte Zwischenende finde ich sehr gut.

Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Levithan wurde übersetzt von Martina Tichy und gesprochen von Adam Nümm. Das Hörbuch erschien beim Argon Verlag.

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