Ein Besuch im ehemaligen Hörspielstudio des SWR Stuttgart.

Sieht man von außen drauf, ist der SWR in Stuttgart ein riesiger Gebäudekomplex in der Nähe der Mineralbäder. Erst vor ein paar Jahren wurde das neue Gebäude fertig gestellt. Seitdem herrscht im Inneren des alten Gebäudes rege Baustellenstimmung. Überall wird irgendwas gemacht.

Für die Veranstaltungstipps bei SWR3 bin ich regelmäßig in den oberen Etagen unterwegs und kenne dort auch die kleine Aufnahmekabine, in der ich als Sprecher das Mischpult selbst bedienen kann und danach meine Aufnahme bearbeite. Heute bin ich zum ersten Mal in die Ebenen unter Tage gekommen, in dem die alten großen Studios liegen.

Felicitas Ott ist Schauspielerin und Regisseurin für den SWR und ich hatte im Rahmen des Sprechkunststudiums bei ihr Unterricht und heute durfte ich für ein Feature bei SWR2 Tandem sprechen.

Je tiefer man geht, und für Studio 2 muss man in die unterste Ebene, desto verlassener wirken die Gänge und man hat das Gefühl, bei jedem Schritt in der Zeit zurückzugehen. An den Wänden hängen alte Schwarzweißaufnahmen von Sprechern und wenn man nach links in den dunklen Gang sieht, bemerkt man alte Türen, die dort aufgereiht stehen, wahrscheinlich aus dem gesamten Gebäude zusammengesammelt. Auf den großen roten Schildern steht nicht „On Air“, sondern „Aufnahme“ und sie werden noch von Lampen und nicht von LEDs beleuchtet. Dann öffnet sich die Tür und man steht in Studio 2.

Tatsächlich besteht Studio 2 aus zwei Aufnahmeräumen, die jeweils mit einem riesigen Fenster mit der Regie verbunden sind. Die Räume gehen über zwei Stockwerke und sind riesig. Raum 1 ist fast leer, man könnte dort eine Band, vielleicht sogar ein kleines Orchester hinstellen und aufnehmen. Und Raum 2 ist das ehemalige Hörspielstudio. Gefüllt mit den Dingen, die man früher für ein Hörspiel gebraucht hat. Die Tür zum Studio hat mehrere Schlösser, eine Vorhängekette und einen Riegel, die alle ins nichts führen. Neben der Tür steh eine Box, die aus Fenstern und Türen verschiedener Art besteht, mit Fensterklappen und Rolladen. Unter einem Teppich liegt die Kiesgrube, in der man im Kreis laufen kann. Mehrere alte Telefone stehen herum, selbst eine Telefonzelle, die so alt ist, dass ich sie nicht mehr aus dem Alltag kenne. Nicht die gelben sondern, sondern die gelben Eckigen, samt altem Telefon. Eine Treppe führt nach oben zu einem Fenster und einem Balkon. Es ist alles da, was man an Geräuschutensilien braucht. Nur der Hörspielboden, eine Reihe von Planken, über die man einerseits laufen konnte, die andererseits einzelne mit unterschiedlichem Untergrund gefüllte Fächer abgedeckt haben, wurde vor ein paar Jahren entfernt, sagt mir Felicitas. Ich bin begeistert von dem Raum und sie stimmt mir zu. Und heute macht man alles mit dem Computer, sagt sie dann und sie braucht gar nichts weiter sagen. Wir wissen beide, wie schade das ist.

Dann setze ich mich an den Tisch und sie geht in die Regie. Ich bin allein in diesem riesigen Raum vor dem großen Fenster und bemerke als erstes die Stille. Nicht die Stille, die man von zuhause kennt, in der es trotz aller Stille immer kleine Geräusche gibt: Das Brummen des Kühlschranks, Verkehrsgeräusche, die durch das Fenster kommen, das Zwitschern der Vögel. Es ist vollkommen still. Geräuschlos. Bis der Lautsprecher knackst, hörst du mich?

Nach der Aufnahme bedanke ich mich und sehe mir nochmal den Raum an. Danach geht es durch den Flur zurück ins Treppenhaus aus dem Gebäude in die Gegenwart und in die Sonne. Eine schöne Zeitreise war das.

Die Sendung „Nicht in diesem Alter – Junge Ägypter und ihr Umgang mit dem außerehelichen Sex-Verbot“ läuft voraussichtlich am 03.06.2015 um 10:05 Uhr in SWR2

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