Der erste Satz aus Der Hals der Giraffe:

„Setzen“, sagte Inge Lohmark, und die Klasse setzte sich.

Stuttgart liest ein Buch und ich lese mit. Ein Buch über eine Lehrerin in einer Schule, die in vier Jahren schließt, weil es in der Gegend nicht genügend Kinder gibt. Ein spannendes Thema, ein toller Titel und sehr schön gelayoutet.

Also her damit. Die ersten Seiten spannend und ich will weiterlesen über diese Lehrerin und was ihr passiert in dieser Schule. Aber nach kurzer Zeit setzt dann Ernüchterung ein, denn es passiert eigentlich gar nichts. Der Roman beschreibt drei Tage aus dem Leben von Inge Lohmark, etwa über ein halbes Jahr verteilt und diese sind eher ein Stillleben, als eine Geschichte. Und der nüchterne, zackige und immer wieder zynische Ton, der anfangs noch fasziniert hat, zieht sich durch, verliert aber schnell an Reiz.

Wäre Inge Lohmark eine Person an einem Tisch mit mir, die mir diese Geschichte erzählt, irgendwann wäre ich gegangen, weil es mich nicht interessiert.

Was wirklich Schade ist, den sowohl dem Cover, dem Satz und den Illustrationen im Buch sieht man an, mit wieviel Liebe sie gemacht sind, Judith Schalansky hat das Glück, selbst Buchgestalterin zu sein und ihre Bücher selber machen zu können und zu dürfen. Es ist ein unglaublich schönes Buch und die ersten Seiten der Geschichte machen mich begeistert. Nur dann setzte Ernüchterung ein und am Ende war ich enttäuscht. So sehr, dass es einen Schatten auf das ganze Buch wirft.

Die allgemeine Rezeption scheint eine andere zu sein, und das ist das Schöne an Meinungen, dass jeder eine Andere hat. Mein Buch war es nicht.

Der Hals der Giraffe von Judith Schalansky erschien bei Suhrkamp.

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