Roman: Verschwörung von David Lagercrantz, nach Stieg Larsson

Der erste Satz aus Verschwörung:

Diese Geschichte beginnt mit einem Traum, der für sich genommen nicht weiter bemerkenswert ist.

Es war abzusehen, dass es irgendwann einen neuen Band in der Millenium-Reihe gibt, läuft doch seit damals ein Rechtsstreit wegen des Erbes von Stieg Larsson. Larsson hatte damals eine Reihe von zehn Romanen geplant, neben den drei vollendeten Manuskripten gibt es anscheinend einen fast vollendeten vierten Band und mindestens die Exposés für Band fünf und sechs. Diese liegen aber auf einem Laptop im Besitz von Larssons ehemaliger Lebensgefährtin und diese rückt sie nicht raus, solange die Erbschaftsfrage nicht geklärt ist.

Ich hatte eigentlich gedacht, irgendwann legt sich der Streit bei und wir bekommen das vierte Buch von Larsson. Stattdessen aber kam es zu keiner Einigung und Larssons Familie beauftragte David Lagercrantz mit dem Schreiben des vierten Bandes.

Wahrscheinlich wäre nichts an die Erinnerung des Gefühls rangekommen, das Larsson damals mit seinen Büchern bei mir ausgelöst hat. Aber Lagercrantz ist ziemlich weit weg davon. Ja, es ist ein ganz guter Thriller, ein spannender Roman, den man gut runterlesen kann. Aber er fühlt sich nicht nach einer echten Geschichte von Lisbeth und Mikael an. Die Geschichte hätte auch ganz eigenständig funktioniert. Wahrscheinlich hat sie das ursprünglich auch. Die Geschichte liest sich, als ob Mikael und Lisbeth später eingebaut worden sind, und dass noch nichtmal sauber, nicht so zwiespältig, wie die Beiden in der Trilogie sind. Sondern viel gemäßigter, angepasster, ohne ihre Ecken und Kanten. Dadurch wird das Ganze zu einer ziemlich teuer verkauften Fan-Fiction, die man lesen kann, die aber nicht wirklich was mit Lisbeth und Mikael zu tun hat.

Spoiler-Alarm!

Bemerkenswert ist, dass das Buch keine Spuren in der Figurenkonstellation der alten Trilogie hinterlässt. Es stirbt keiner der bekannten Figuren. Jeder, der stirbt, wurde erst in diesem Buch eingeführt. Falls es irgendwann zu einer Einigung kommt, kann man alles noch von Larsson selbst existierende einfach hinterherschieben, ohne große Veränderungen vornehmen zu müssen.

Verschwörung von David Lagercrantz, wurde übersetzt von Ursel Allenstein und erschien bei Heyne. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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2 Gedanken zu „Roman: Verschwörung von David Lagercrantz, nach Stieg Larsson“

  1. Zufälle gibts. Habe das Buch gestern Nacht (eigentlich heute) ausgelesen und wollte einen Artikel in meinem Blog verfassen. Jetzt habe ich ihn hier schon fertig gefunden 😉

    Ich hatte lange überlegt, ob ich mir das Buch überhaupt zu Gemüte führe. Schließlich hat die Neugier gesiegt. Das erste Drittel fand ich ein bisschen zäh, danach wollte ich unbedingt wissen, wie es ausgeht.

    *** Achtung Spoiler ***

    Wobei ich die ganze Zeit Angst hatte, dass es mit so einem Cliffhanger wie Band 2 endet und ich endlos auf eine Fortsetzung warten müsste.

    Ich würde nicht sagen, dass Lagercrantz so weit weg von den ersten Teilen ist. Auf jeden Fall ein spannendes Buch, wenn ich auch sagen muss – noch ein SPOILER – dass mir die Comic-Figuren-Geschichte arg konstruiert erschien. Mal abgesehen davon, dass geniale Hacker ganz sicher nicht so dämlich wären, sich Namen zu geben, aus denen man ihre Beziehung untereinander ableiten kann.

    Dass Band 4 nicht auf Larrsons Material basiert, wurde mir erst nach dem Lesen bewusst. Finde ich sehr, sehr schade. Der Verlag konnte wohl nicht widerstehen, so bald wie möglich eine Fortsetzung zu verkaufen.

    1. Meine Rezension hält dich ja nicht ab, deine auch bei dir zu veröffentlichen 😉
      Es wird auch definitiv noch mindestens zwei weitere Bände von Lagercrantz geben. Mal sehen, wie die werden.

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