Philipp Scheuer hat auf Medium 10 Ratschläge an sein jüngeres Ich verfasst. Nicht revolutionär, aber schön zu lesen. Und es erinnerte mich an einen Brief, den ich daraufhin hervorgeholt habe, aus einer Schublade voller Erinnerungen.

2006 oder 2007 war ich eine Woche lang mit Jugendlichen unterwegs und habe sie zu Teamern ausgebildet, sodass sie Jugendfreizeiten begleiten konnten. Tolle Woche, war eine schöne Zeit, in gewisser Weise ähnlich zu meinem Trip nach Polen dieses Jahr, nur eben lokaler. Viele der Aufgaben, die eigentlich für die Jugendlichen gedacht waren, haben wir Leiter mitgemacht. Unter anderem gab es dort die Aufgabe, seinem zukünftigen Ich einen Brief zu schreiben. Mit Wünschen und Vorstellungen und Zielen. Diese wurden eingesammelt und ein Jahr später an uns geschickt.

Ein Jahr später kam also mein Brief an, mein Name, den ich geschrieben hatte. Und am Rand:

Ist dieser Rand eine Einschränkung meiner Wirklichkeit? Wenn ja, brauche ich ihn? Wenn nicht, warum?

Damals freute ich mich über den Brief, aber hej, ein Jahr. Ich konnte noch ziemlich genau sagen, was drin stand. Also pinnte ich ihn an eine Pinnwand in meinem damaligen Zimmer und vergas ihn. Machte meine Ausbildung, zog um, wurde gefeuert, selbstständig und Student. Und kürzlich entdeckte ich diesen Brief an der Pinnwand, auf dem Dachboden meiner Eltern. Immer noch ungeöffnet. Ich weiß nicht mehr was ich dort vor acht oder neun Jahren geschrieben habe. Aber ich ahne es noch. Deshalb habe ich den Brief abgenommen und in diese Schublade voller Erinnerungen gesteckt.

Und damit das Ganze noch spannender wird, habe ich gerade noch einen Brief geschrieben. Ein Statusbericht der jetzigen Situation. Und die aktuellen Wünsche, Vorstellungen und Ziele. Und ihn dazugelegt.

Noch ein paar Jahre können sie dort liegen. Und dann mal sehen, was ich damals, mit knapp 18 Jahren und mit knapp 30 Jahren, an Wünschen und Vorstellungen und Ziele hatte.

 

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