Roman: Unter Null von Bret Easton Ellis

Der erste Satz aus Unter Null:

Auf den freeways in Los Angeles werden die Leute auch immer rücksichtsloser.

Das also ist das Debüt des Mannes, der mit American Psycho so bekannt geworden ist. Die Legende besagt, Ellis hat Unter Null auf Speed und als Hausarbeit für seinen Creative Writing-Kurs geschrieben, so im Rausch, dass er sich nicht mehr wirklich daran erinnern kann, es geschrieben zu haben. In etwa so liest sich der Roman auch.

Clay fliegt über Weihnachten nach Hause nach L.A. und verbringt dort einige Tage mit alten Freunden. Tage voller Alkohol, Drogen und exzessiven Parties. Und irgendwann geht er wieder. Das ist die Story. Aber es geht auch nicht um die Story, sondern um das Gefühl, die Atmosphäre, die Szene. Ein distanziertes, fast taubes Gefühl, nihilistisch, zerstörend und verstörend. Und definitiv nicht meine Szene.

Eine Zeitlang war ich fasziniert von dem, was Ellis beschreibt. Aber irgendwann kommt der Punkt, dass die Szenen austauschbar sind und weder Story, noch Atmosphäre weiterbringen. Erst gegen Ende beginnt Ellis, die Szene nochmal krasser zu beschreiben, das Gefühl zu verstärken, sodass ich nach der letzten Seite erstmal dasaß und dieses Gefühl wieder abschütteln musste. Vielleicht ist das die Idee des Romans. Mir eine Lebenswirklichkeit zu zeigen, mit der ich absolut nichts zu tun habe und mich unglaublich froh zu machen, dass dem so ist. Tatsächlich hätte das Unter Null dafür aber auch nur halb so dick sein müssen.

Unter Null von Bret Eaton Ellis wurde übersetzt von Sabine Hedinger und erscheint mittlerweile bei KiWi.

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