Lesung: Tad Williams am 19.10.17 in der Stadtbibliothek Stuttgart

Stuttgart liest die Tage nicht nur ein Buch, sondern feiert auch die Dragon Days, ein Crossmedia-Fantastikfestival, organisiert von Tobias Wengert. Seit 2012 zieht der Mann ziemlich geilen Scheiß nach Stuttgart, unter anderem regelmäßig Tad Williams.  Neben all seinen Fantasyromanen hat er die Otherworld-Reihe geschrieben, die mich vor vielen Jahren sehr lange gefesselt hat. Nun ist sein neuester Fantasyroman draußen, Die Hexenholzkrone. Ich habe den Roman noch nicht gelesen, kenne auch nicht die anderen der Osten Ard Reihe. Aber nachdem er bereits zum dritten Mal in Stuttgart war und er mittlerweile 60 ist, musste ich ihn endlich mal sehen.

Der Max-Bense-Saal im Untergeschoss der Bibliothek ist gut gefüllt und in fast allen Händen oder Taschen liegen dicke Bücher. Und weil das hier die Dragon Days sind, ist das auch keine normale Lesung. Zuerst wird der Gewinner des Kurzgeschichtenwettbewerbs verkündet und seine Geschichte wird von Barbara Stoll vorgetragen, tatsächlich ganz schöne Geschichte. Erst dann springt Tad Williams auf die Bühne.

Er springt tatsächlich. Wenn man nicht wüsste, dass er 60 ist, könnte man ihn auf 12 schätzen. Während seiner Lesung gestikuliert er, lümmelt in seinem Sessel, wenn er zuhört, und wenn er Antworten gibt und Anekdoten erzählt, springt er auf der Bühne herum. Er hat offensichtlich Spaß, er weiß, wir man Menschen unterhält und begeistert. Björn Springorum ist der Moderator, Fragensteller und Spielpartner auf der Bühne. Ich musste auf die nüchterne, manchmal leicht entrückte Art von Björn erstmal klarkommen, aber sehr schnell war klar, dass Björn – selbst Fantasyautor – nicht nur zum Fragen stellen daneben sitzt, sondern sie sich auf Augenhöhe unterhalten. Und das sind die schönsten Interviews.

Tad erzählt und kommentiert, macht Witze und liest vor. Klar ist er geübt in all dem, aber trotzdem ist es keine Routine, die er abspult. Es macht extrem viel Spaß, auch wenn man die Welten, von denen er redet, nicht kennt. Die Lesung ist relativ kurz und das ist vollkommen in Ordnung. Es geht mir mehr darum, ihn zu erleben. Und das ist ein großartiges Erlebnis. Die deutsche Lesung von Barbara Stoll ist auch gut, aber nicht ganz so großartig, wie ich es mir erwünscht hätte. Und ja, ich bin traurig, den „Stammsprecher“ Andreas Fröhlich nicht zu erleben.

Mitten in der Veranstaltung kommt er musikalische Überraschungsgast. Sebastian Barwinek ist Folksänger und hat unter anderem ein paar Songtexte, die Tad Williams in seine Bücher geschrieben hat – jedes große Fantasywerk braucht eigene Songs, die die Helden singen – vertont. Zwei trägt er vor. Und tatsächlich funktioniert das extrem gut. Zieht uns noch viel weiter in diese andere Welt.

Ich bin ja dafür, dass es zu den Büchern ab jetzt immer einen Soundtrack gibt.

Ich war frech an diesem Abend. Schnappte mit den letzten Stuhl in der ersten Reihe, stelle die erste Publikumsfrage, stellte mich ganz nach vorne, was das Signieren anging. Ich musste manchmal an TC Boyle denken, dessen Lesungen ähnlich viel Spaß machen. Boyle ist zehn Jahre älter. Hoffentlich ist Williams mindestens genauso lange fit und kommt immer wieder vorbei. Ich freue mich sehr drauf.

Danke an Klett-Cotta für die Möglichkeit. Und wer es nachgucken will, Lovelybooks hat einen Livestream aufgezeichnet. Leider mit verschobenem Ton, aber es lohn sich dennoch! Jetzt gefixed!

 

 

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