Geschichten aus der Nachbarschaft: Die Reste der Modelleisenbahn

Mein Nachbar findet beim Entrümpeln Teile seiner Modelleisenbahn, die er schon vor Jahren verkauft hat. Eine ganze Kiste voll. Also stellt er sie als Kleinanzeige online, die Leute sollen ihm bieten, was sie dafür geben wollen.

Jemand meldet sich und sagt, für 15 Euro nimmt er die ganze Kiste. Mein Nachbar antwortet, für 15 Euro lohnt es sich gar nicht, dann kann er das Zeug auch einfach wegschmeißen. Der Andere sagt daraufhin, dass er gerne mehr anbieten möchte, aber leider nicht kann. Schreibt immer in knappen Sätzen, nicht mehr als notwendig. Mein Nachbar vermutet einen Händler, der das Zeug danach teuer verkaufen will und sagt, dass er dann leider nichts tun kann und es dann lieber nicht hergibt.

Der andere druckst eine Weile herum und rückt dann heraus: Er ist erst 12 und leider hat er nicht mehr Taschengeld zusammengespart, deshalb kann er nicht mehr zahlen. Einen Tag später kommt er mit seinem Vater und nimmt die ganze Kiste mit, natürlich geschenkt.

Nächstes Mal den Leuten einfach direkt sagen, dass du 12 bist und nicht mehr Taschengeld hast. Viele erinnern sich noch gut daran, wie es war, 12 zu sein.

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2 Gedanken zu „Geschichten aus der Nachbarschaft: Die Reste der Modelleisenbahn“

  1. Schön, einmal mehr. Und wir altgedienten Internethasen denken natürlich immer erst mal das Schlimmste und sagen uns, nichts leichter, als das Profil eines Zwölfjährigen zu faken.

    In diesem Sinne ist dein Blog ja auch ein steter Appell für den Vertrauensvorschuss-trotz-allem. Wahrscheinlich ist es hier auch deshalb immer ein bisschen wärmer als anderswo. Merci.

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