Wie man ein fremdes Haus betritt

Viktor ist vielleicht Anfang 50, seine dunkle Haut gezeichnet von Sonne und Arbeit und Leben, er kommt aus Mazedonien, in seinen Haaren und dem Bart leuchten die grauen Strähnen und wenn er grinst, strahlen nicht nur seine Zähne, sondern das ganze schmale Gesicht.

Er sitzt mit den Frauen vor dem Haus, auf weißen Plastikstühlen, er zieht an seiner Zigarette und unterhält sich in einer Sprache, die ich nicht verstehe. Aber als wir mit den Möbeln an ihm vorbeikommen, begrüßt er uns und springt auf, um zu helfen. Nimmt mir ein Bettteil aus der Hand und geht voran, durch den Garten zur offenen Balkontür und obwohl das Haus noch zum Großteil Baustelle ist, noch keine Böden verlegt sind und die Stromkabel aus den unverputzten Wände gucken und wir die Möbel nur zwischenlagern, zieht er vor der Tür seine Schlappen aus, geht Barfuß hinein. Du kannst deine Schuhe ruhig anlassen, sagen wir, es ist dreckig und der Boden voller Späne und Nägel. Aber Viktor, die Kippe immer noch im Mund, schüttelt den Kopf.

Wenn man ein fremdes Haus betritt, zieht man die Schuhe aus. Auch wenn es noch eine Baustelle ist. 

Wir bedanken uns, er strahlt sein Grinsen und verschwindet wieder um die Ecke, er muss sich umziehen, damit er in die Moschee gehen kann.

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