Lea Korte

Lea Korte

Wie bei der Rezension versprochen, das Interview mit Lea Korte, ihres Zeichens Autorin der historischen Romane „Die Nonne mit dem Schwert“ und „Die Maurin„:

Es ist ein sonniger Nachmittag in Deutschland und aufgrund der weiten Entfernung konnten wir uns leider nicht persönlich treffen. Ich wollte aber nicht einfach nur eine Sammlung von Fragen verschicken, also haben wir etwas Neues probiert:

Ein Interview im Facebook-Chat! Es ist textbasiert und somit leicht zu kopieren, aber viel flexibler als eine Ansammlung von Fragen in einer Mail.

Das hat leider nicht ganz so geklappt, wie wir das wollten, deshalb sind wir auf die Facebookmail umgestiegen. Und das hat auch super geklappt. Hier also das Interview:

Die Maurin bei Amazon

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Schönen Nachmittag, Lea! Schön dass du wir die Zeit gefunden haben, ein bisschen miteinander zu „reden“.
Hallo Fabian, ich freue mich auch!

Wenn ich gerade bei mir aus dem Fenster schaue, scheint da die Sonne, das ist jetzt nicht so gut weil ich mir gedacht habe, hätte ich so schlechtes Wetter wie die letzten Tage, wär‘ das ein besserer Einstieg, aber nun gut, über gutes Wetter will ich nicht meckern. Wo bist du gerade genau und wie ist das Wetter bei dir?
Ich bin in Spanien – und beneide dich um Eure Sonne! 😉 Hier hat sich der Himmel über Mittag nämlich zugezogen.

🙂 Davor hattest du wahrscheinlich insgesamt in deinem Leben viel mehr Sonne! Du lebst seit deinem Studium in Spanien, mittlerweile mit deinem französischem Mann und deinen beiden Kindern. Also der Reihe nach: Warum bist du nach Spanien ausgewandert?
Nun, mit 12 war ich mit meinen Eltern zum ersten Mal am spanischen Mittelmeer und habe damals ganz naiv beschlossen, dass ich später dort leben will – und das „Später“ sollte nicht erst im Rentenalter sein. Ich liebe den Platz hier, den „großen“ Himmel, der durch das Meer noch viel größer ist, bin meersüchtig – und funktioniere einfach mit Sonne besser.

Könntest du dir vorstellen, nochmal zurückzukommen?
Und zurückkommen – nein, das kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Für ein paar Tage oder, wie jetzt, für die Lesereise, auch mal für ein paar Wochen, das ist kein Problem. Aber ich habe in Spanien schon Wurzeln gezogen.

Sprechen deine Kinder alle drei Sprachen?
Und ja, meine Kinder sprechen alle drei Sprachen, und Katalanisch/Valenciano außerdem. Und da ich sehe, wie das bei meinen Kindern funktionert, frage ich mich seither, wieso das im Schulsystem nicht genutzt wird: Würde man den Unterricht konsequent in 1 – 2 Fremdsprachen machen plus 3 Stunden Muttersprache pro Woche, hätten wir später lauter dreisprachige Menschen. Das würde die Verständigung doch ziemlich erleichtern, oder? 😉

Ja, auf jeden Fall! Naja, so können sich deine Kids aber einer besonderen Stellung gewiss sein, weil eben nicht jedes Kind von Anfang so viele Sprachen lernt!
Der Grund für unser Interview – wir wollen uns ja nicht nur über das Wetter und die Familie unterhalten – ist ja dein neuester Roman. “Die Maurin“, die Geschichte des Kampfes der Mauren (Muslimen) gegen die Kastilier (Christen) im Spanien am Ende des 15. Jahrhunderts, aus der Sicht der Maurin Zahra. Habe ich das gut in einem Satz zusammengefasst?
Ja und nein. 😉 Zum einen geht der Kampf eher von Christen aus – und zum anderen hat Zahra auch eine ganz eigene Geschichte in dem Roman. Ich finde, Alexandra Plath hat es bei Amazon sehr gut auf den Punkt gebracht:

„Ende des 15. Jahrhunderts befindet sich Andalusien im Umbruch. Die Reconquista, die Rückeroberung des maurischen Spaniens für die christliche Krone, geht in ihre letzte Phase und es kommt zu erbitterten Kämpfen zwischen Mauren und Kastiliern. Vor diesem Hintergrund spielt Lea Kortes Roman über die junge Frau Zahra as-Sulamis, die aufgrund ihrer Familiensituation zwischen die maurisch-kastilischen Fronten gerät.“

Der Text geht dann übrigens auch noch weiter 😉

Naja, es war ein spontaner „Ein Satz Versuch“, aber ich denke die Geschichte, die du auf 663 Seiten erzählst – ich habe gerade nachgeschaut – kann man auch nicht mal kurz auf die Schnelle in einen Satz packen.
Es ist dein zweiter historischer Roman, er ist ganz frisch auf dem Markt, wie sind bis jetzt die Reaktionen, die du bekommst?
Die Leserreaktionen auf „Die Maurin“ sind bisher durchweg sehr positiv, was mich riesig freut. Bei einigen Online-Leserunden hatte ich ja den direkten Kontakt zu den Lesern, und auch die Rezensionen auf den Bücherwebseiten, Blogs und bei amazon sind bisher alle erfreulich gut.
Meine Lieblingsrezension ist derzeit wohl die von Rita del’Agnese bei der histo-couch. Auf dieser Webseite wurde ich mit der „Maurin“ auch zum „Historikus“ des Monats März gewählt, was mich riesig gefreut hat und ich als besondere Ehre empfunden habe. Auch anderen Webseiten ist „Die Maurin“ schon positiv aufgefallen: Bei „historische-romane.de“ war ich im Februar Autor des Monats, bei lovelybooks ist die Maurin gerade auf Platz 4 der Frühlingsbücher 2010 gelandet und war damit der am besten platzierte historische Roman.

Gratulation! 🙂 Aber sag mal, wie lange hast du an dem Buch gearbeitet? Hattest du irgendwann einen Moment, in dem du keine Lust mehr auf das ganze Projekt hattest? Und wie ist es jetzt im Nachhinein? Bist du immer noch voll auf der „Die Maurin“-Schiene oder arbeitest du schon an etwas neuem?
„Die Maurin“ – das waren drei Jahre Recherche und Schreiben. Und Lust, hinzuschmeißen? Nein! In jedem Buch gibt es Phasen, wo man hängen bleibt und nicht weiter weiß, weil man seinen Figuren Dinge „zugemutet“ hat, die diesen nicht passen, aber das sind Konflikte, die man lösen muss und danach geht es dann auch weiter. Bei der Maurin habe ich einmal an die 100 Seiten in den Müll geworfen 😉
Das Thema an sich hat mich beim Schreiben immer mehr gepackt, weswegen ich auch im nächsten historischen Roman das Dreieck Christen-Muslime-Juden weiter verfolgen will, was anhand der spanischen Geschichte sehr leicht möglich ist. Denn nach der Reconquista wird es ja erst richtig spannend! Derzeit sitze ich an den entsprechenden Recherchen.

Hört sich so an, als möchtest du erstmal nichts weiter über das neue Projekt verraten 😉
Ich habe in einem Interview gelesen, dass du deine Romane auf Deutsch verfasst, weil es eben die Sprache ist, die du „von Kindesbeinen auf“ gelernt hast. Gibt es denn Pläne für eine Übersetzung von „Die Maurin“ ins Spanische, wenn die Geschichte schon dort spielt? Und reizt es dich trotz aller Hindernisse nicht, einmal eine Geschichte direkt auf spanisch zu schreiben?
Ich selbst würde ohne Not nie in einer anderen Sprache schreiben wollen, so gut ich sie auch beherrschen mag. Es ist nämlich ein Ding, eine Fremdsprache perfekt zu sprechen, und noch einmal ein ganz anderes, diese Sprache auch „benutzen“ zu können, wie man es als Autor können muss. In dem von dir erwähnten Interview hatte ich erzählt, dass eine türkische Autorin einmal auf der Frankfurter Buchmesse gesagt hat, eine Sprache muss Kinderschuhe haben – und das sehe ich nicht anders. Während der Kindheit entwickeln wir einen intuitiven, sehr gefühlsmäßigen Bezug zu unserer Muttersprache, den wir in dem Maße kaum noch für eine andere Sprache entwickeln können. Dadurch, dass meine Kinder mehrsprachig aufwachsen, erlebe ich zwar deren „Kinderschuhe“, aber trotzdem würde ich noch lange nicht sagen, dass ich mir diese „Schuhe“ anziehen kann.
Übersetzungen in eine andere Sprache sind übrigens immer Verlagssache, aber natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn gerade „Die Maurin“ übersetzt werden würde, vor allem ins Spanische, so dass auch unsere Freunde einmal ein Buch von mir lesen könnten. 😉

Kann dein Mann deine Romane lesen? Oder kannst du ihm nur erzählen, was du schreibst?
Das ist ein häufiges Thema bei uns, denn nein, mein Mann kann meine Romane nicht lesen, weil er kein Deutsch spricht und sich auch – als echter Franzose – hartnäckig weigert es zu lernen. 😉 Wenn ich mit den Kindern Deutsch spreche, versteht er inzwischen zwar einiges, aber eben bei weitem nicht genug, um einen Roman auf Deutsch lesen zu können.
Wenn ich ihm das im Spaß vorhalte, meint er immer, er wisse auch so, was in meinen Büchern steht: zum einen ist er bei den Recherchenreisen natürlich mit dabei, und zum anderen – und das ist sein stärkstes Argument – sagt er: er kenne mich, also wisse er auch, was ich schreibe.
Bei „Die Nonne mit dem Schwert“ hat er mir übrigens sehr geholfen: Dort sind ja einige Szenen auf hoher See, mitsamt Unwettern und dem Raffen von Segeln im Sturm. Da mein Mann einen großen Teil seines Lebens auf den Weltmeeren verbracht hat und ein leidenschaftlicher Segler ist, habe ich ihn dann mit all meinen Fragen löchern können. Ich werde nie vergessen, wie er mir mit einem Bettlaken und zwei Besenstielen vorgemacht hat, wie man ein Raffsegel im Sturm einholt. 😉 Und auch dass man Neulinge in der Besatzung auf einem Schiff gern mit dem Trinken von Meerwasser reinlegt, weiß ich von ihm.

Die Nonne mit dem Schwert bei Amazon

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🙂 Er hilft dir also fleißig bei deiner Arbeit! Sehr gut!
Der gerade von dir erwähnte Roman „Die Nonne mit dem Schwert“ war dein erster Historischer Roman unter deinem Namen. Ich weiß aber, dass du mindestens sieben Romane veröffentlicht hast! Welches Genre waren denn die vorherigen Romane? Könntest du dir vorstellen nach den historischen Romanen nochmals das Genre zu wechseln?
Die erste Romane waren sogenannte Frauenromane, wobei der letzte eigentlich eher ein Entwicklungsroman war. Und ein Genrewechsel kann ich mir nicht vorstellen, aber sehr wohl, parallel zu den historischen Romanen auch andere Bücher zu schreiben. Frauenromane wären es aber sicher nicht. Eher im Bereich des Spannungsromans.

Nun, dann können wir also gespannt sein, was wir von dir noch alles zu lesen bekommen. Nächsten Monat haben wir aber erstmal die Chance, etwas von dir vorgelesen zu bekommen, oder?
Ja, im Mai mache ich eine längere Lesereise in Deutschland. Acht Bundesländer sind dabei, es sind an die zwanzig Lesetermine – und ich freue mich sehr! Die Termine sind übrigens auf meinem Blog einsehbar. Wenn man so weit weg von den deutschsprachigen Ländern wohnt wie ich, fehlt einem schon ein bisschen der Austausch mit Lesern. Immerhin gibt es jetzt facebook. Sehr viele Leser haben mich schon dort angesprochen, und ich finde das toll!

Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten hat ja unser Interview über Facebook ganz gut geklappt.

Dir, Lea, vielen Dank für die Zeit und die Offenheit, dir wünsche alles Gute für die Zukunft und will jetzt nochmal auf das Gewinnspiel hinweisen: Hier bei mokita gibt’s ja noch eine signierte Ausgabe von die Maurin zu gewinnen!
Ich danke dir auch für das kurzweilige Interview!

Ihr seht, Lea ist ein sehr aufgeschlossener Mensch, wenn ihr also noch mehr Fragen habt, sprecht sie gerne auf Facebook an, sie freut sich. Und nebenbei, macht bei dem Gewinnspiel mit!

Spread the smile – faby

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