So schreiben, wie wir Sprechen. Überflüssige Buchstaben im Deutschen.

Ich erinnere mich an ein Erlebnis, ich war, keine Ahnung, vielleicht 13 Jahre alt. Und samt all meiner Geschwister und meiner Mutter auf Mutter-Kind-Kur in an der Nordsee. Dort waren auch zwei Mädchen aus Bayern mit tiefstem Dialekt. Meine Familie hatte schon immer durch weitläufige Wurzeln keinen echten Dialekt, sondern einigermaßen gutes Standarddeutsch. Ich verstehe also kaum etwas von dem, was die beiden erzählen und ich sage, sagt mal, könnt ihr nicht Hochdeutsch sprechen? (Es dauerte noch ein paar viele Jahre, bis ich selbst gelernt habe, dass es eigentlich Hochlautung oder Standarddeutsch heißt.) Die Mädchen gucken ihre Mutter an und sie sagt, er meint, so sprechen, wir ihr schreibt. Und ich war begeistert! Genau! So sprechen, wie wir schreiben.
Jetzt, etwa 15 Jahre, ein Volontariat beim Radio und Dreiviertel eines Sprechkunst-Studiums später ist mir klar, dass wir Deutschen überhaupt nicht so sprechen, wie wir schreiben.
Sprecht folgende Worte mal so aus, wie sie da stehen: Sport, circa, Engagement, Stein, Mädchen. Und jetzt kommt mir bloß nicht mit dem Argument, da seien Fremdworte dabei. Wie alt muss ein Wort denn sein, dass es kein Fremdwort mehr ist? Und da wir eh andauernd Rechtschreibreformen haben, mache ich hiermit den Vorschlag, überflüssige Buchstaben zu streichen und das Schreiben an unser Sprechen anzupassen.

Überflüssige Buchstaben im Deutschen

  • X  – Das [x] ist leicht durch [ks] zu ersetzen. Dann brauchen wir keinen ekstra Buchstaben mehr für Worte und Namen wie Aleksander, Ksenia oder Akst.
  • Z – Auch das [z] würde ich streichen und durch [ts] ersetzen. Das hätte einen weiteren gants wichtigen Vorteil: Dann wäre der Buchstabe wieder frei für eine andere Differenzierung, die wir im Deutschen bisher nicht machen: Das Stimmhafte und das stimmlose [s]. Wir schreiben die Sonne und den Song gleich, sprechen es aber  – sofern wir richtig sprechen – es anders aus! Jetzt aber können wir das stimmhafte [s] durch das [z] ersetzen und schon haben nie mehr das Problem, irgendwo [s] zu sprechen, wo zonst [z] gesprochen werden müsste.
  • F – Hier greifen wir auf unzere Wurtseln tsurück und nehmen wieder das [ph]. Photo, Delphin, Phantasie, das waren noch Tseiten, als die Dinge noch zo geschrieben worden zind!
  • V – Das [v] stiftet ebenzo wie das [s] bisher Verwirrung. Aber wir ersetsen es jetst einfach entweder durch [ph] oder [w]. Je nachdem, was man tatsächlich zagt! Dann hätten wir Phogel, Wene und phiel weniger Probleme mit der Aussprache.
  • Q – auch hier können wir das [q] einfach durch [kw] ersetsen. Kwalle, kwer oder Kwark.
  • Y – hier können wir wieder eine Unterscheidung vornehmen, die es vorher nicht gab, wir ersetsen das [y] an den passenden Stellen durch [j] oder [ü]: Jak, Libüien oder Vinül.
  • C – Das [c] ist ein komplekser Fall. Als eintselner Buchstabe ist er durch [ts] oder [k] ersetsbar, – Kalzium oder Tsirka – aber in der Kombination mit [ch] ist mir noch keine passende Lösung eingefallen, da das je nach Position und Kombination anders ausgesprochen wird.

Zoweit meine Vorschläge, um das Schreiben an das Sprechen antsupassen. Habt ihr noch weitere Phorschläge?

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