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Bericht: Die Hörmich 2019

Ich konnte nicht glauben, dass es seit 2013 eine eigene Hörspielmesse gibt, von der ich noch nie gehört habe. Bis zum Sommer diesen Jahres. Also war klar, dass wir (Chantal und ich) da sein werden.

Der Pavillon in Hannover ist ein Kulturzentrum, das ganz schön cooles Zeug macht, unter anderem diese Messe. Es gibt ein paar Räume, zwei Säle und Theaterbühnen, offen für alle Arten von Gemeinschaften. Für einen Tag im Jahr ist der Pavillon voller Hörspielfreund-, Sprecher- und Produzentïnnen, die sich durch die Gänge schieben. Im großen Saal gibt es Programm, die Messe selbst streckt sich auf drei Räume und das Foyer.

Als wir ankommen, eine Stunde nach Eröffnung, schieben sich Massen an Menschen durch die Gänge. Eine Mischung aus Fanconvention (Ein Raum gehört dem Northern Outpost, den Star Wars Fans Hannover und ist voller Cosplayer, Merchandise, Ausstellungsstücken und mittendrin Hans-Georg Panczak, der deutschen Stimme von Luke Skywalker. Ein anderer ist den Masters of the Universe gewidmet.), Markt für alte Kassetten, Bücher und Schallplatten und Ständen mit neuen Hörspielen.

Die erste Runde durch die paar Räume ist (abgesehen von den echt vielen Leuten) schnell durch und im Vergleich zu den Buchmessen ist das Angebot extrem klein. Erstmal. Weil nach der ersten Ernüchterung das Hallo kommt. Da sind die Freunde des Ronin Hörverlages, ich treffe Robert Frank endlich mal persönlich, Santiago Ziesmer springt auch rum (mit ziemlich coolem Shirt) und dann sind da auch die Sprecherkollegïnnen und natürlich ganz viele neue Menschen mit ähnlichen Interessen.

Jemand kennt jemanden, der dich kennt und ziemlich schnell stehen wir in verschiedenen Kreisen und reden und Leute müssen sich an uns vorbeidrücken, wie wir uns vorher vorbeidrücken mussten.

Zwei Dinge, dir mir sehr aufgefallen sind: Alle sind auf Augenhöhe. Egal ob die Jungs vom Spezialgelagert Sonderpodcast (mit einem wunderschönen Modell des Schrottplatzes von Justus Jonas Onkel), Ivar Leon Menger oder Dagmar Bittner (die beim neuen Hörspiel um Hugo, das Schlossgespenst, dabei ist), jede und jeder kommt gern mit dir ins Gespräch, hört dir zu und erzählt. Der Tag fühlt sich extrem familiär an, auf die schönste Weise.

Und: Ich war noch nie auf einer Veranstaltung, die einen so großen Anteil an Menschen mit Behinderung hatte. Sehr viele Leute waren mit Blindenstöcken und Rollstühlen unterwegs und ich musste mich erst an die Situation gewöhnen. Wie wenn man aus Stuttgart in eine Stadt mit Radwegen und Radfahrern kommt, dann muss man sich erstmal daran gewöhnen, anders über die Straße zu gehen. Ähnlich war das für mich auf der Hörmich. Und dann war es genauso schön.

Statt also nach einer Stunde zu gehen, wie es sich nach dem ersten Rundgang anfühlte, blieben wir, bis die Stände abgebaut wurden, immer noch im Gespräch mit unterschiedlichen Leuten. Und gingen dann mit vielen neuen Ideen, Gesichtern und Lächeln.

Ja, irgendwie ist die Hörspielszene klein und nerdig, aber sie ist auch herzlich und offen und ziemlich ansteckend. Nächstes Jahr sind wir dann wohl wieder bei der Hörmich.

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