Uwe, der Kaffeehaussitzer, hat über seinen Umgang mit Büchern geschrieben. Ich nehme seine Überschriften, sage Danke, und schreibe meinen Umgang. Zitate sind jeweils von Uwe.

Über das Sammeln

Es werden immer mehr. Ich lese etwa ein bis zwei Bücher in der Woche und oft kommen im gleichen Zeitraum vier, fünf, sechs neue dazu. Die Regale quellen über, die Bücher stapeln sich auf dem Boden, auf Stühlen, auf dem Küchenfensterbrett, überall. Und ich liebe es.

Uwe Kalkowski über das Sammeln.

Geht mir hier genauso. Wobei ich dem immer wieder versuche, Einhalt zu gebieten. Statt Bücher gleich zu kaufen, lege ich sie auf die Wunschliste, die gleichzeitig als Erinnerung funktioniert. Aber trotzdem komme ich nicht an einem Bücherschrank vorbei, ohne reinzusehen. fomab – fear of missing a book.

Karen Olsson schreibt auf Literary Hub darüber, warum sie nicht all ihre Bücher liest, unter anderem deshalb:

I keep this book around even though I don’t wish to make anything of it in a literal sense—I don’t want to write fiction or nonfiction or a nutty screenplay about a mesoamerican document, but I wish for it to somehow whisper in my ear while I write something not at all about the map, for its enigmatic presence to leave some ineffable trace.

Und deshalb:

I’ve become conscious of the alternative biography my books represent, a history of stray intentions, youthful aspirations, old interests that have run their course but not quite expired, since there’s always that chance I might decide to learn at last about portrait miniatures, or neuroscience, or the Battle of the Alamo.

Und deshalb. Kommt mir alles sehr bekannt vor:

Perhaps in some cases it has actually meant more to me to possess a book than to read it, because as long as its contents remain unknown to me, it retains its mystery. The unread book is a provocation, a promise of something that might dissipate if I slogged my way through the text.

Über das Verleihen

Bevor ich Menschen Bücher gebe, von denen ich glaube, dass sie ihnen gefallen könnten, stempele ich sie mit meinem Namen. Oft ist es dann auch okay, wenn das Buch nicht zurückkommt. Aber es gibt ein paar Bücher, die ich echt gern zurückhätte …

Über die perfekte Lesehaltung

Ganz egal. Hauptsache Buch. Oft im Zug, manchmal auf dem Rücksitz, meine ganzen 1,86 mit angezogenen Beinen zwischen die Sitze geklemmt. Aber auch im Bett, am Strand, auf dem Friedhof oder sonstwo.

Über Heißgetränke

Nicht zwingend notwendig. Aber wenn, dann – sorry, Uwe – Schwarztee mit Süße und Zitrone. Ich bin zu einem Viertel Polnisch und seit meiner Kindheit ist Schwarztee das Getränk meiner Wahl. Im Moment steht eine 1,7 Liter Kanne neben mir.

Über Kaltgetränke

Auch nicht zwingend notwenig. Oft Wasser. Manchmal Mate (das Softgetränk, nicht der Tee), manchmal Malzbier, manchmal Cola und Orangensaft. Kein Alkohol.

Über Notizen im Buch

Nicht zwingend, aber vollkommen okay. Gute Stellen werden markiert, manchmal auch kommentiert.

Über Lesezeichen

Meistens Lächeln. Aber Knicke und alles andere, auch okay.

Über schiefgelesene Bücher

Ich liebe es, wenn Bücher auch von außen gelesen aussehen. Ihr Wert steigert sich durch das Benutzen und die Aufmerksamkeit.

Über das Nosing

Manchmal rieche ich an Büchern. Nicht zwingend, nicht immer.

Über das Durchhalten

Sehr sehr selten breche ich Bücher ab. Weil ich drüber reden können will. Und das kann ich nur, wenn ich es kenne. Und: Als Autor lerne ich auch durch schlechte Bücher. Hoffe ich.

Über das Aussortieren

Letztendlich bleiben im Regal: Die Bücher, die mich so begeistert oder bewegt haben, dass ich mir vorstellen könnte, sie noch einmal zu lesen. […] Natürlich bleiben auch diejenigen Bücher, mit denen ich besondere Erlebnisse verbinde oder die mich in wichtigen Lebenssituationen begleitet haben. Und dann diejenigen, in denen ich möglicherweise noch einmal etwas nachlesen möchte, was insbesondere die Sachbücher betrifft. Der Rest kommt weg. […] Somit stehen vor allem ungelesene Bücher im Regal und die Frage „Hast du die auch alle gelesen?“ ist natürlich Blödsinn. Vorratshaltung ist alles.

Uwe über das Aussortieren

Nichts hinzuzufügen. Nur, dass es trotzdem extrem schwer ist, auszusortieren.

Über die Ordnung im Bücherregal

Das Hauptregal ist nach Regenbogenfarben sortiert.

Alle anderen Regale und Stapel stehen an, um da reinzuwandern und sind unsortiert.

Über die Haptik

Zwar habe ich schon viele tausend Seiten auf meinem Tolino gelesen, doch ein Buch ist ein Buch ist ein Buch. Text, Gestaltung und Material gehören für mich untrennbar zusammen. Wenn ich daher die Wahl habe, greife ich immer zum gedruckten Buch.

Uwe über Haptik

Geht mir auch so. Ich glaube sogar, dass in Zukunft die Verlage besser dastehen werden, die einen großen Wert auch auf das Äußere legen und nicht nur Bücher als Träger von Text produzieren. Weil dafür kann ich dann doch einfach zum eBook greifen.

Über das Wegschmeißen

Nie. Zumindest nicht, wenn es kein altes Schulbuch ist. Ich verschenke sie gerne und Stelle sie gern in Bücherschränke. Wenn sie dann irgendwann im Müll landet, dann ist das so.

Die Zukunft ist schon da, sie ist nur noch nicht verteilt.

William Gibson nachgesagt

Ich glaube, so ist es mit allem. Alles kann von irgendwem gebraucht werden, die Dinge sind nur nicht richtig verteilt. Indem ich Bücher nochmal anbiete, hoffe ich, dass sie in die richtigen Hände kommen.

Danke, Uwe. Und ich hoffe, es ist okay, dass ich mich so drangehängt habe.

.........................................................

Danke sagen und Liebe zeigen:

Diesen Blog gibt's kostenlos und ohne Werbung, ich mache das hier aus Liebe und Herzblut. Wenn dir das gefällt, darfst du mich gerne unterstützen. Kauf meinen Roman, unterstütze mich über Steady, schick mir eine Spende über Paypal, oder schenke mir was von meiner Amazon-Wunschliste. 
Danke! Lächeln, und Liebe, Fabian.

.........................................................