Das neue Semester beginnt und ich bin auf dem Weg nach Hildesheim und in diesem besonderen Fall, auf dem Weg zurück, als vor Kassel ich einen Mann in meinem Blickfeld bemerke. Er steht gegenüber der kleineren Kabinen für sechs Personen am Fenster und ist von der Kleidung her (kariertes Hemd und Jeans) kein Mitarbeiter der deutschen Bahn. Aber er spricht die Durchsage, die sich genauso, wenn nicht sogar noch besser anhört, als das Original durch die Lautsprecher:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste, in Kürze werden wir unseren nächsten Halt …, und so weiter. Ich sehe ihn und sehe, dass er aus dem Kopf spricht und nichts ablesen kann. Und höre, wie er nach der Ansage des nächsten Halts etwa 5 Anschlussmöglichkeiten durchgibt, mit Zugnummer, Uhrzeit und Gleisansage.

Dann stockt er kurz und macht weiter:

Sehr geehrte Fahrgäste, leider müssen wir gleich einen Halt auf der Strecke einlegen, es befinden sich Personen auf dem Gleis. Ich wiederhole, wir müssen einen unplanmäßigen Halt einlegen, wegen Personen auf dem Gleis.

Ich bin nicht der einzige, der ihn hört und die Leute um mich herum gucken schräg und schmunzeln. Dann verschwindet der Mann in der Kabine. Keine drei Minuten später kommt der Zug zum stehen und aus dem Lautsprecher kommt der echte Zugführer mit der Meldung, dass wir stehen bleiben, weil Personen auf dem Gleisbett stehen.

Nach einer gefühlten halben Stunde geht es weiter und bevor der Lautsprecher etwas dazu sagen kann, ist der Mann wieder da und verkündet unsere Weiterfahrt.

Viel im Zug erlebt, wirklich. Aber das noch nie.

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