Equipment für’s Unterwegs sein: Die Trinkflasche

Seit einiger Zeit mache ich mir Gedanken über das beste Equipment für’s Unterwegs sein. Hier sind meine bisherigen Erfahrungen, was die Trinkflasche angeht. Ich habe immer eine Trinkflasche dabei. Ich trinke grundsätzlich fast nur Leitungswasser und Tee. Unterwegs fast nur Wasser.

Lange Zeit habe ich mir PET-Flaschen gekauft und diese immer wieder mit Wasser gefüllt. Aber herkömmliche PET Flaschen haben mehrere schlechte Eigenschaften: Sie sind hässlich, sie liegen nicht gut in der Hand, sie haben eine zu kleine Öffnung, um sauber zu trinken, sie zu putzen und wieder aufzufüllen. Und dann natürlich die eigentlich schlimmsten Sache: Weichmacher, die ich zu mir nehme, und Plastikmüll, den ich produziere. Die Webseite von Soulbottle hat da unglaublich viele Informationen zu gesammelt. Und zu Soulbottle kommen wir gleich noch.

2013 war also der Moment, in dem ich mir eine Flasche kaufen wollte, die all die PET-Flaschen ersetzen sollte. Meine Vorraussetzungen zu der Zeit:

  • Kein BPA, ich will mein Wasser guten Gewissens trinken können.
  • Große Öffnung, um angenehm zu trinken, die Flasche putzen zu können und die Flasche gut wieder auffüllen zu können.
  • Nachhaltig und gut für Umwelt, wie auch immer das neu definiert wird.

Ich las mir auf Utopia durch, welche Flaschen ohne Weichmacher gut wären. Mittlerweile stehen dort die Emil-Flaschen auf Platz 1. Als ich in die Schule kam, hatte ich eine Emilflasche. aus Glas, mit einem Schutzmantel und einem Bändel. Das Gute war, die Flaschen waren die normalen kleinen Glasflaschen, die man überall bekommen hat. Heißt, wenn die Flasche mal kaputt war, kaufte man sich irgendwas leckeres in so einer Flasche und konnte die danach weiternutzen. Heute gibt es einerseits die Flaschen nicht mehr im Handel und andererseits ist mit Öffnung immer noch zu klein. Aus dem Grund fielen auch SIGG-Flaschen durch. Erst im Nachhinein habe ich gesehen, dass es mittlerweile welche mit großer Öffnung gibt.

Also hatte ich mich anhand verschiedener Seiten auf eine Flasche von Klean Kanteen entschieden. Aus bruchsicherem Edelstahl, das gerne auch mal runterfallen kann, mit großer Öffnung und sogar mit einem Edelstahldeckel, ganz plastikfrei. Geil, dachte ich.

Dann stand ich im Laden, habe die Flasche in der Hand und spiele damit rum und stelle fest, dass Edelstahl auf Edelstahl unglaublich eklig qietscht. Für eine Flasche, die ich mehrere Dutzend Male am Tag öffnen würde, ging das gar nicht. Mittlerweile gibt es Bügelverschlüsse für die Flaschen.

Ich stehe dann ein bisschen orientierungslos im Laden, bis ein Mitarbeiter sich meiner annimmt. Hört sich an, was ich will und schlägt mir dann die Nalgene Everyday vor, eine Flasche mit Riesenöffnung, aus BPA-freiem Plastik namens Tritan. Er und seine Kollegen sind begeistert von den Flaschen. Leicht, bruchsicher, spülmaschinenfest, großes Fassungsvermögen. Erst bin von dem ungewohn großem Umfang der Flasche irritiert, aber nachdem sie dennoch in die Seitentasche meines Rucksackes passt, nehme ich sie mit, samt einem Deckel von humangear, denn die Originalöffnung ist mir zu groß. Ironie, nicht?

Diese Flasche habe ich dann rund anderthalb Jahre verwendet und bin sehr zufrieden mit ihr. Nur strebe ich irgendwann immer danach, was noch besser sein könnte. In diesem Fall natürlich das Material. Ich mag meine Nalgene, sie hat viele Reisen mitgemacht und viel erlebt. Aber eine Flasche aus Glas wäre irgendwie noch besser, nicht? Also wieder auf die Suche und irgendwann auf die Soulbottles gestoßen. Deutsche Schmiede, die Trinköffnung ist an den europäischen Durchschnittsmund angepasst, nur Glas, Edelstahl, Keramik und Kautschuk werden verwendet und die Flaschen sehen geil aus. Haben aber nur 0,6 Liter Fassungsvermögen und sind mit rund 30 Euro für Flasche und Versand relativ teuer, auch wenn davon ein Euro an Viva con Agua geht.

Meine Soulbottle kommt Anfang des Jahres hier an und ich bin superhappy. Ich muss zwar öfter zum Wasserhahn, weil sie schnell leer ist, aber sie ist toll. Nur eben aus Glas. Nach etwa sechs Monaten rutscht sie mir aus der Halterung des Rucksackes, in der ich meine Flasche immer griffbereit habe und zerschlägt auf dem Asphalt. Kacke.

Nun bin ich ratlos, ich will eigentlich nicht zurück zu der Nalgene als Hauptflasche, ich will bei Glas bleiben. Aber alle 6 Monate 30 Euro für eine Flasche auszugeben, ist mir zu viel Geld. Das fühlt sich nicht gut an. Was also als Alternative? True Fruits. Die Firma aus Bonn produziert Smoothies in kleinen (0,25l) und großen (0,75l) Glasflaschen, samt Blechdeckeln und witzigen Texten . Und sie haben einen ganzen Upcycling-Shop mit neuen Aufsätzen, damit man die Flaschen nach dem Smoothie weiterverwenden kann, als Salzstreuer oder Ölgiesser. Und seit wenigen Wochen gibt es dort auch Permanentverschlüsse. Das Problem mit den Blechdeckeln ist, bei mehrmaligem benutzen biegen sie sich langsam auf und werden undicht. Und sie beginnen zu rosten, was sich auf den Geschmack des Wassers auswirkt. Also mir nicht nur eine Flasche besorgt, sondern gleich den Permanentverschluss dazu.

Die Verschlüsse gibt’s für beide Flaschengrößen, kommen im Doppelpack und sind aus Edelstahl. Was die Webseite verschweigt, die Dichtung ist aus Silikon. Auf die Nachfrage, warum kein Naturkautschuk verwendet wurde, hieß es, das müsste mal untersucht werden. Seither habe ich keine weitere Nachricht erhalten. Ich frage nochmal nach.

Dennoch: Jetzt habe ich eine 0,75 Liter fassende Trinkflasche aus Glas, mit großer Öffnung und einem Edelstahldeckel. Ja, die Öffnung der Soulbottles war bisher die beste. Ja, die Sprüche auf den True Fruits Flaschen sind cool, auf Dauer sind die Designs bei den Soulbottles aber angenehmer. Aber ich habe wieder mehr Wasser einer Flasche dabei, ich mag das Design und das Beste: Wenn die Flasche kaputt geht, dann kaufe ich mir einen Smoothie und habe danach meine neue Flasche für meinen Deckel. Geil, nicht?

Die Einschränkungen dabei sind einerseits die Silikondichtung, die lässt mich noch nicht in Ruhe. Und dann eine weitere Sache, die Deckel sind, wie fast alle Deckel, prädestiniert dafür sie falsch aufzusetzen und einzudrehen. Passiert das mit dem Blechdeckel, schlägt Glas Blech und der Deckel verbiegt. Aber bei den Permanentverschlüssen schlägt Edelstahl Glas und im Laufe der Zeit brechen die Führungsschienen aus. Noch ist die Flasche dicht, aber es ist klar, dass irgendwann eine neue Flasche benutzt werden muss. Wie lange so eine Flasche dann im Schnitt hält, kann ich noch nicht sagen.

Aber bisher ist das meine beste Lösung für eine Trinkflasche.

Was sind eure Erfahrungen? Was für Trinkflaschen nutzt ihr?

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4 Gedanken zu „Equipment für’s Unterwegs sein: Die Trinkflasche“

  1. Also das klingt ja, als würden die True Fruits nicht so lange halten. Da die Smoothies da um die 4 Euro oder so kosten, ist das am Ende kaum günstiger als die Soulbottle. Die hab ich gar nicht verstanden, warum kauft man sich nicht einfach ein Getränk mit Schnappverschluss, spült die Flasche aus und hat dann eine eigene Soulbottle, ohne 30 Euro ausgegeben zu haben? Du sprichst die größere Öffnung an, darauf habe ich bisher nicht geachtet, zum Trinken brauche ich keine größere, zum Reinigen hast du wohl recht. Der gespendete Euro – geschenkt. Den zahle ich auch schon, wenn ich ein 0,3 oder 0,5-Viva con Agua im Restaurant trinke.

    Zu deiner letzten Frage: tatsächlich gar keine. Ich trinke zuhause Wasser aus der Leitung, im Glas. Unterwegs trinke ich in der Regel nichts. Ich hatte früher mal so eine komische Plastikflasche mit eingebautem Kohlefilter (Bobble heißt die), aber wenn man die nicht gut reinigt und den Filter regelmäßig wechselt… außerdem braucht man in Deutschland auch keinen Kohlefilter fürs Wasser, denke ich.

    1. Hallo David,
      ich glaube, das mit den Kosten kommt immer drauf an, wie man rechnet. Bisher bin ich bei meiner ersten Flasche, seit rund einem Monat. Eine zweite leere steht hier, als Ersatz, weil man dann doch genug Leute kennt, die sich immer wieder einen Smoothie kaufen. Selbst, wenn ich mir das selbst kaufe, bezahle ich ja eigentlich den Inhalt und nicht die Flasche. Das mit der Öffnung kommt einerseits auf die Art des Trinkens an, andererseits wirklich auf das Reinigen und das Auffüllen an ganz unterschiedlichen Wasserhähnen. Ich habe nicht immer das Glück einer Küche, wenn ich Wasser hole. 😉

      Lächeln, Fabian

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