Indie-Autor werden Teil 4: Vertriebswege und die unterschiedlichen Print-on-demand-Dienstleister.

Am 24. November 2012 veröffentliche ich als Indie-Autor ohne Verlag meinen ersten Roman „Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen.“ Diese Serie berichtet von der Reise vom Text in meinem Rechner bis zum fertigen Buch in euren Händen.

Vertriebswege und die unterschiedlichen Print-on-demand-Dienstleister.

Bei dem klassischen Buchdruck und -vertrieb gibt es die sogenannte Auflage. Das zu erscheinende Buch wird wird in der Anzahl gedruckt, wie der Verlag die nachfrage einschätzt.  Bei einem Dan Brown oder einem Harry Potter Band kann die Erstauflage schonmal im Millionenbereich liegen, ist aber eher die Ausnahme. Bei einem Erstlingsroman eines unbekannten Autors, dessen Bücher unbeworben in den Bahnhofsbuchhandlungen liegen, kann die Erstauflage auch nur 1500 Exemplare beinhalten. Wird diese in einem gewissen Zeitrahmen verlauft, wird nachgedruckt. Wenn nicht, landen die Bücher irgendwann auf diesem Haufen, wo das Buch dann als „Mängelexemplar“ nur noch knapp die Hälfte kostet. Druckt man eine große Anzahl Bücher, ist das einzelne Exemplar günstiger, als bei einer kleinen Auflage. Aber es ist natürlich auch ein größeres Risiko, wenn man viele Bücher gedruckt hat, dass diese nicht verkauft werden. Bei dem Print-on-demand gibt es die klassische Auflage nicht mehr. Hier wird jedes Buch einzen gedruckt, sobald es bestellt wird. Die Nachteile sind die höheren Druckkosten – jedes Buch wird einzeln gedruckt – und die längere Lieferzeit, denn das Buch muss ja erstmal gedruckt werden, bevor es verschickt werden kann. Mittlerweile gibt es in Deutschland einige Anbieter, über die man sein Buch auf diese Art veröffentlichen kann. Es gibt die kleinen, die eher so dafür da sind, dass man seiner Familie einen Band mit den eigenen gedichten schenken kann. Und es gibt die großen, die zusätzliche Optionen anbieten, wie eine ISBN und eine Möglichkeit, das Buch ganz offiziell über den regulären Buchhandel verfügbar zu machen. Zu den größeren Print-on-demand-Dienstleistern gehören Books on Demand (BoD) aus Deutschland, Lulu aus den USA und die Amazon Tochterfirma CreateSpace. Es gibt noch andere, aber das sind die, mit denen ich mich näher auseinandergesetzt habe und von denen ich ein bisschen berichten möchte. Grundsätzlich leisten alle drei das Gleiche: Man baut sich online sein Buch zusammen und der Dienstleister kümmert sich darum, dass es bestellbar ist. Teilweise auch darum, dass es eine ISBN-Nummer gibt und dass es nicht nur im eigenen Onlinestore verfügbar ist, sondern auch bei Amazon oder im stationären Buchhandel, also bei dem netten Bücherladen bei dir um die Ecke. Aber es gibt eben doch ein paar Unterschiede, hier die für mich ausschlaggebenden:

Books on Demand

BoD hat eine enorme Bandbreite an Dienstleistungen und ist auch komplett in Deutsch gehalten, kommt ja auch aus Deutschland. Aber BoD hat – zumindest für mich einen schwerwiegenden Nachteilen: Books on Demand beansprucht jegliche Rechte für sich. Im Autorenvertrag steht folgendes:

Der Autor räumt Bod für alle bekannten Nutzungsarten die räumlich und inhaltlich unbeschränkten Rechte zur Verwertung der Bod-Titel
für die Laufzeit des jeweiligen Buchvertrages ein.
Die Rechtseinräumung erstreckt sich auf die Verwertung der Nutzungsrechte sowohl durch Bod selbst als auch durch entgeltliche oder unentgeltliche (auch
teilweise) Vergabe von Rechten an Dritte und umfasst insbesondere die folgenden exklusiven Rechte:

Und dann folgt eine Liste von a) bis f). Alles drin. Hörbücher, digitale Versionen und Leseproben. BoD übernimmt quasi für alles das Copyright. Und möchte man da raus, heißt es:

Möchte der Autor einzelne oder alle Buchverträge vorzeitig beenden, so ist dies gegen Zahlung der jeweils im Buchvertrag geregelten Gebühr möglich (Vertragsaufhebung).

Man muss sich also freikaufen, wenn man das Buch woanders veröffentlichen möchte. Und mein Bestreben, das Buch unter Creative Commons kostenlos online zu stellen, würde auch nicht funktionieren. Wäre mir als Autor nicht erlaubt, weil es nicht über BoD läuft. Das ist mir zu sehr Käfig für zu wenig Freiheiten.

Lulu

Lulu ist eine amerikanische Seite. Ähnliche Services, aber ohne die krassen Vertragsbedingungen. Problem hier ist, Lulu druckt nur in Amerika. Die Versandkosten betragen rund sechs Euro pro Buch. Bei einem Buchpreis von 10 Euro zahlt der Käufer insgesamt doch wieder 16 Euro. Das wäre mir für ein Taschenbuch auch zu viel Geld. Es gibt aber bei Lulu eine Möglichkeit, die Bücher über amazon zu verkaufen, da könnten sie dann kostenlos versandt werden. Könnten. Habe ich noch nie bestätigt bekommen.

CreateSpace

Ich war grundsätzlich schon kurz davor, das Buch übern Lulu zu veröffentlichen, als ich mit meiner Nachnamensvetterin und Diplom-Übersetzerin Miriam Neidhardt in Kontakt kam. Miriam hat erst kürzlich ein Sachbuch veröffentlicht, Überleben als Übersetzer: Das Handbuch für freiberufliche Übersetzerinnen. Von ihr habe ich dann auch erfahren, dass die Amazon Tochter ihre Vertriebswege nun auch auf den europäischen Markt ausgeweitet hat. Und das hat dann den Ausschlag gegeben.

Ich werde mein Buch über CreateSpace veröffentlichen. Es wird versandkostenfrei bei Amazon bestellbar sein. Und direkt bei mir kaufbar. Und gleichzeitig auch kostenlos online verfügbar. Und vielleicht irgendwann als Hörbuch …

Ich denke, hauptsächlich werde ich das Buch auf Lesungen / Poetry Slams dabei haben und von Hand verkaufen. Und wenn wir Glück haben, gibt es das Buch irgendwann auch im Buchladen um die Ecke. Bis dahin, kauft bei Amazon oder kommt bei mir vorbei. Ich freue mich drauf.

Nächstes Mal geht um das Layout und die komplette Umschlaggestaltung.

 

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