Veranstaltungen sind immer noch ganz komisch. Der Max-Bense-Saal der Stadtbibliothek Stuttgart kann normalerweise 300 Leute fassen. An diesem Abend sind 30 Sitze nutzbar. Auch Menschen, die zu zweit kommen, müssen sich auseinandersetzen. Das ist das Konzept, das die Bibliothek ausbaldowert hat. Leider braucht jede Änderung des Konzeptes mehrere Wochen, bis es genehmigt wird. Dafür ist der Eintritt für alle Veranstaltungen derzeit frei und es gibt einen Stream inklusive oben eingebetteter Aufnahme.

Secondo ist die Reihe, in der Autorïnnen aus ihrem zweiten Buch lesen und darüber reden. Letztes Mal war ich bei Mareike Fallwickl, dieses Mal also Kai Wieland mit Zeit der Wildscheine, mit Popkultur, Fotografie und Lost Places. Moderatorin Caroline Grafe lässt Kai gleich mal lesen.

Neben den beiden wirft ein Beamer das Bild eines Blattes samt Stift an die Wand und ich denke, das ist einfach stimmungsvolle Untermalung von Schreiben. Aber als Kai anfängt, verstehe ich, dass rechts von ihm Stefan Dinter sitzt und der Beamer das Blatt zeigt, das vor ihm liegt.

Statt also Kai beim lesen zuzusehen, beobachte die Stefans Finger, wie er das, was Kai aus dem ersten Kapitel liest, in einen Comic bringt. Ich muss das nicht bei jeder Lesung haben und Stefans Stil ist comichafter, als ich Kais Buch sehe, aber in diesem Kontext eines sonst sehr distanzierten Abends haben die Zeichnung und die Geschichte für mich optimal ineinandergegriffen. Stefan kennt den Text, ist ihm manchmal ein wenig voraus und schafft dadurch ein sehr schönes Erlebnis beim Zusehen.

Kai Wieland kommt aus dem Stuttgarter Umkreis und viele der Gäste sind Familienmitglieder und Bekannte, Heimspiel also. Aber Kais stiller Humor hätte wohl auch jeden anderen Raum zum schmunzeln gebracht.

Noch habe ich Zeit der Wildscheine nicht gelesen. Jetzt bin ich gespannt.

Zeit der Wildschweine von Kai Wieland erschien bei Klett-Cotta. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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