Bereits zum vierten Mal darf ich Teil der Jury für den Bloggerpreis von Das Debüt sein und ich bin da ziemlich dankbar für. Weil die Bücher, die ich dadurch lesen darf, wahrscheinlich sonst übersehen hätte. Schon für 20162017 und 2018 habe ich als Juryblogger die fünf Romane gelesen, dies Jahr also wieder. Allein das Erstellen der Shortlist, die vom Team von Das Debüt ausgefuchst wird, ist eine langwierige und mutige Aufgabe, danach liegt es in den Händen von uns Bloggern, über das Beste zu entscheiden. 13 Menschen mit eigener Meinung und Leseempfinden, die sich in einer Facebookgruppe austauschen und im besten Sinne aneinandergeraten.

Vor der eigentlichen Vergabe meiner Punkte hier meine Gewinner der Nebenkategorien.

Schönstes Cover: Vater Unser von Angela Lehner, erschienen bei Hanser. Sehr simpel, poppig und quer. Dicht gefolgt von 3 Kilometer von Nadine Schneider, erschienen bei Jung und Jung.

Schönster Titel vor dem Lesen: Wie man Dinge repariert von Martin Peichl, erschienen bei edition atelier. Das Cover gefällt mir gar nicht, aber der Titel macht mich ziemlich an.

Schönster Titel nach dem Lesen: Ich kann dich hören von Katharina Mevissen, erschienen bei Wagenbach. Während der Klappentext auch nach dem Lesen nicht so richtig greifbar wird, ist der Titel nach dem Lesen so schön und doppeldeutig aufgeladen, dass es mich sehr freut.

Ich bin einer von denen, die atmen.

Schönster erster Satz: Der kommt aus Ich kann dich hören von Katharina Mevissen, erschienen bei Wagenbach.

Jetzt meine ganz persönlichen Top 3.

Platz 3: Vater Unser von Angela Lehner, erschienen bei Hanser. Eine junge Frau auf dem Weg in die Psychiatrie und schon auf den ersten Seiten ist klar, dass es sich um eine ziemlich unzuverlässige Erzählerin handelt. Ich mag die schnoddrige Art und die Kommentare und ringe mit der Erzählerin um die Wahrheit. Das habe ich sehr gern gemacht.

Platz 2: Wie man Dinge repariert von Martin Peichl, erschienen bei edition atelier. Sehr überraschend auch für mich, weil ich die ersten Seiten als extrem prätentiös gelesen habe, pseudointellektuelles Geschreibe, das mir nichts gibt. Wenn ich für diesen Preis nicht weitergelesen hätte, wäre ich nie reingekommen in Peichls Kopf und seine Art, die Liebe und den Verlust derer, die wir lieben, zu beschreiben. Ich glaube, das Buch tut sich mit seinem Anfang keinen Gefallen und bin froh, dass ich darüber hinweggekommen bin.

Platz 1: Ich kann dich hören von Katharina Mevissen, erschienen bei Wagenbach. Os, der Cellist, der sich in eine Stimme auf einem gefundenen Aufnahmegerät verliebt und sich auch noch mit seinem Vater auseinandersetzen muss. Mehrere Stränge, denen ich gerne folge, eine elliptische, sehr mündliche Sprache und ein paar Spielereien im Buch, die es mich sehr gerne lesen lassen.

Wie alle in diesem Jahr ist auch dieses kein Buch, dass man gelesen haben muss, aber eines, bei dem ich sehr froh bin, dass ich es getan habe.

Und nun bin ich gespannt, wie die anderen Jurorïnnen entscheiden und wer tatsächlich die Plätze bekommt.

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